Abschied vom Südbahnhof

Vor ein paar Monaten flatterte eine Anfrage des Wieser-Verlages in mein Email-Postfach – ob ich einen Text zu einem kleinen, feinen Bändchen über den mittlerweile abgerissenen Südbahnhof beisteuern würde, ein Liebhaberprojekt. Ich sagte zu, und als sich eine Weile nichts tat, vergass ich die Sache wieder. Bis – ja bis vor ein paar Tagen ein kleines Päckchen mit Belegexemplaren den Weg in meinen Postkasten fand.

Dem echten Wiener wird sein Südbahnhof fehlen, auch dann, wenn er von der Richtigkeit des neuen Bahnhofsprojekts überzeugt ist. Dem aus Süden Zugereisten wird er erst recht fehlen, denn er hat von diesem Bahnhof aus den ersten Blick auf die Wienerstadt geworfen. Deshalb ist die Idee von Herausgeber Thomas Kohlwein eine ganz wunderbare – ein literarischer Spaziergang durch die Geschichte eines Bahnhofs und seiner (Durch)Reisenden.  Die Geschichten sind sehr verschieden und doch verbunden durch das Gefühl des Unterwegs-Seins, und sie lassen staunen, wie verschieden ein Ort sich den Menschen einprägen kann.

Die literarische Reminiszenz an den verlorenen Bahnhof ist insgesamt sehr schön geworden, es ist ein stimmiges und trotz der Schwarzweiß-Bilder lesbar buntes Büchlein, eine richtig schöne Erinnerung an den alten Bahnhof und all die Dinge, die er in seiner Zeit gesehen hat.

Mein Text ist übrigens dieser hier, und er fühlt sich fast ein bisschen eingeschüchtert in der Gesellschaft von Größen wie Bachmann, Handke und Qualtinger. Und ein Foto von mir kommt auch drin vor.

Somewhere under the rainbow

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This article was written by Andrea

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