AutorAndrea

Das Knie zickt…

... aber das Wochenende schaut trotzdem ganz gut aus.

Neue Brille!

„Um Armut zu bekämpfen, muss man nicht selber arm sein“, das wär ein Satz für alle zum merken. #kern #orfsg18

Der September zeigt grad, wie finster der November sein kann.

Zombie-Utopie

Heute eine Walking-Dead Fortsetzung geträumt, die irgendwie gar nicht düster war. Es war eine Kleinstadt, die Häuser natürlich heruntergekommen und viele unbewohnt, aber es machte einen sauberen und sicheren Eindruck. In einem alten Fabrikshof wurde Gemüse angebaut und in den Farbriksräumlichkeiten sauer eingelegt, eine Frau rief mich hinein: Die Ronen (rote Rüben, für Nichtsteirer) sind gerade fertig! und ich freute mich über den tiefroten Wohlgeschmack. Im nächsten Jahr, sagte die Frau, bauen wir wieder Kartoffeln an. Und die Bauern testen gerade, ob der Weizen aus dem Lagerhaus noch keimfähig ist. 

Jemand erzählte, dass es jetzt sogar wieder ein Fernsehprogramm gäbe, aber niemand schien so recht interessiert daran, in den Häusern nach Fernsehgeräten zu suchen. Ich ärgerte mich ein bisschen, dass ich nur in der kleinen Stadt war anstatt in der großen, wo sicher viel mehr aufgebaut wurde, aber ich sagte nichts. Ich ging zum Aussichtsturm, vorbei am Haus mit dem letzten Zombie der Stadt, er war so etwas wie ein Maskottchen, der gut eingesperrt in einem kleinen Häuschen mit löchrigem Gesicht gegen die Fenster knurrte. Ein paar Kids amüsierten sich, indem sie ihn von Fenster zu Fenster lockten. Solltet ihr nicht in der Schule sein?, fragte ich. „Heute nicht, heute kommen die Hubschrauber“. Ganz so weit sind wir dann doch noch nicht, dachte ich, aber ich sagte nichts.

Ein alter Freund hatte mich zum Aussichtsturm gerufen, und er lehnte sich oben gefährlich weit übers Geländer, als er mir vorphilosophierte, wie es jetzt weiterzugehen hatte. Mehr Fabriken bräuchte das Land, und Ingenieure, aber vor allem, er sah mich erwartungsvoll an, vor allem natürlich Kinder. Ob ich nicht mit ihm ein paar in die Welt setzen wollte? – Ich bin 50, sagte ich, und … Da gäbe es aber doch Mittel und Wege, sagte er …und ich hab mit Kindern noch nie etwas anfangen können, beendete ich meinen Satz. Er schien sehr enttäuscht. Malte in ein paar Halbsätzen noch die Zukunft einer Familiendynastie mit so gebildeten Eltern wie wir es wären. Nein, wiederholte ich und wunderte mich. Es gab genug Frauen, deren Männer den Zombiekrieg nicht überlebt hatten, und er war durchaus akzeptal attraktiv, also warum ausgerechnet ich? Aber ich fragte nicht nach, das hätte das Gespräch nur unnötig verlängert.

Wieder in der Stadt schaute ich nach meinen Sonnenblumen im Innenhof. Sie waren seltsam kurz geraten, aber voller Kerne. Von der Straße rief jemand: Die Hubschrauber! Und schon hörte man das Geräusch. Mit anderen lief ich durch die Straßen, drei Maschinen flogen auf den Hügel  vor der Stadt zu, aber nur einer landete, die anderen flogen weiter nach Süden. Der gelandete Hubschrauber verwandelte sich transformermäßig in eine Art Hotelbar. Auf den Tischen standen große Joghurtbecher, und es gab Kaffee. Rick war mit dem Hubschrauber angekommen und beschwerte sich, dass er nicht noch mehr Joghurt essen könnte, er habe in letzter Zeit viel zu viel Joghurt gegessen. Ich nahm seinen Becher und hätte lieber ein Naturjoghurt gehabt als das mit den Schokoladestückchen, aber immerhin war es Joghurt.

Jemand hielt eine Rede, und ich verstand, dass es bald Wahlen geben würde. Auch das noch, dachte ich, wir sind doch in unserer Stadt ohne Politiker ausgezeichnet zurechtgekommen. Dass wir als erstes das Bankensystem wieder aufbauen müssten, meinte er, und natürlich eine Polizei einrichten, damit auch alle sicher… Ich langweilte mich und ging wieder in Richtung Stadt, während er noch redete. Die meisten anderen Bewohner auch. Wir sollten herausfinden, wie man Joghurt produziert, sagte ich. Das können wir am Montag in der Fabrik besprechen, sagte die Frau neben mir.

Im Aufwachen gedacht, ist ja eigentlich viel logischer als die wirkliche Serie, nach sieben Jahren müssten ja auch die letzten Zombies längst zerfallen sein, und dass alle immer nur gegeneinander kämpfen, anstatt gemeinsam irgendetwas wieder aufzubauen, ist auch so ein Männerfilm-Mythos. Das Joghurt dagegen, naja, ob da tatsächlich unzombifizierte Kühe übrig geblieben wären irgendwo, das ist schon schwerer vorstellbar. Aber vielleicht war’s ja aus Pflanzenmilch. 

Unglaublich unfassbar.

Chemnitz zeigt, dass alles "Nie wieder" nichts genutzt hat.

Zuerst über die weltfremdheit mancher Partnersuchender in #liebesgeschichten gewundert. Aber nach dem Umgang unseres Vizekanzlers mit Fakten und Wahrheit wundert mich glaub ich gar nix mehr. #orfsg18 #strache

Mach es zu deinem Projekt!

(Nein, ich war nicht beim Hornbach)

Es war, das gebe ich zu, eine Schnapsidee. Eine stocknüchterne Schnapsidee, aber doch eine Schnapsidee. Und die kam so:

Ich hatte meine zwei alten, abgesessenen Studentensofas durch ein neues gebrauchtes ersetzt, auf dem, so hoffe ich, es sich im kommenden Winter wieder gemütlicher stricken lassen wird. Das war eine Aktion im Affekt, mit der ich aber überaus zufrieden bin, nicht nur wegen des Sofas, sondern auch, weil die zwei bärenstarken Sofa-Lieferanten (nach einigen, durchaus angenehmen, orientalischen Verhandlungsplaudereien), im Gegenzug deutlich mehr mir nicht mehr nützlichen Zeugs mitnahmen, als im Vorfeld verhandelt. 

In dem so wieder angenehm geräumig wirkenden Zimmer schob ich ein paar Sachen herum, das neue Sofa zurecht, und stellte fest, dass der Tisch im Eck, der vor allem Träger der Lampe für die Sofa-Ecke war, da nun eindeutig nicht mehr hinpasst. 

Der bisherige Licht-Tisch war 50×50. Die neu freibleibende Fläche war 30×40. Ich spazierte also durch den Bezirk und besuchte alle einschlägig verdächtigen Geschäfte, doch unter 35 cm gab es nichts geeignetes. Etwas unzufrieden wieder zu Hause, fiel mein Blick auf das Altpapierkistl, einst Gemüsekiste für Avocados beim Hofer. Die müsste doch…? Bingo! 30×40.

Zwei Tage lang wälzte ich die Idee, bevor ich zur Tat schritt. Derweil stellte ich fest, dass es ein Billy von IKEA auch in 30 cm Tiefe gäbe, aber das hätte dann die Regalöffnungen in die falsche Richtung gehabt. Ich sammelte also bei mehreren Besuchen noch ein paar Avocadokisteln, bis ich die 6 hatte, um die gewünschte Höhe zu erreichen. Dann war ein Besuch im Baumarkt angesagt. 

Der furchtsame Blick an der Kassa ließ mich nicht an meinem Vorhaben zweifeln. 

Erst einmal galt es, ein paar Löcher zu bohren, durch die nachher das Sisalseil zum einfachen Hin- und Herstellen des Kastls laufen sollte. Dann ging es an die Farbe. 

Die extra gekaufte graue Sprühfarbe reichte allerdings nicht soweit wie gedacht, sodass ich in die Acryl-Lade griff. Wo schwarz unerwartet auch aus war. Ich ergab mich in mein Schicksal und mixte ein lindes Grün zurecht, das Resultat sollte ja ohnehin in die grüne Ecke. Dann ging ich daran, den Turm zusammenzusetzen und zu -kleben. Erstmal war Schönheit zweitrangig, ich wollte ja nachher ohnehin noch mal mit Farbe drüber.

Im Wiederstreichen erwies sich das „1x grau, 1x grün“ als unpraktisch. Stattdessen ging ich mit Grün über alles und setzte mit vorsichtigem Weiß noch ein paar Akzente in Richtung „verwittert“.

Blöd nur, dass ich mich bei den Löchern erst einmal verrechnet hatte. Aber hej, wozu ich vor langer Zeit die Goldfolie gekauft hatte, hatte ich mich schon seit Jahren gefragt. Passt! Jetzt nur noch das Seil durchziehen… 

… und schon kann ich wieder bei wunderbarem Licht stricken. 

Farbe, Seil und Tape eingerechnet, ist das Ding übrigens gerade mal 50 Cent billiger als das 30cm-Billy. Aber, es ist meins! Und hat die Öffnungen in die richtige Richtung. 

Eye in the sky

Der Herr Sufi in der Sommerfrische

Oh, ist es schon soweit?

Augustlust

Es ist etwas Trotziges daran, wie etwas in mir darauf besteht, ans Wasser zu fahren, solange es noch geht. Während die Stadt heiß ist wie eh und je, merkt man unten am Fluss, dass der Sommer nachlässt. Schwimmen und Schritte, das ist alles, was an diesen Halburlaubsnachmittagen zählt,  dazu ein bisschen lesen und kommunizieren. Man muss auch mal Routinen ändern, deshalb schwimme ich heute in die andere Richtung. Dort sitzen drei Enten auf drei Ufersteinen, als würden sie eine Sportveranstaltung verfolgen. Das Wasser kühl, die Bewegung leicht und frei. Es wird kühler ab halb sieben, um halb acht zieht man sich gerne wieder an.

Heute am Mosquito vorbeigegangen und viele Schritte und einen fast schon gewohnt schönen Sonnenuntergang später an der U-Bahn-Station auch.

Ein Abendbier am Vienna City Beach, dann noch bis zur Reichsbrücke zu Fuß. Es ist schon dunkel, und die Kids kudern in vielen Sprachen, während die Fischer still ihre LED-Angeln im Auge behalten. In der U-Bahn ist es viel zu hell nach der Ufer-Dunkelheit. 

Abendstimmung

Spät an den Stammbaum gekommen, doch zwei Mal schwimmen ist noch drin. Wäre gerne länger geschwommen, aber das Wasser ist richtig kühl – als wäre es eine Woche kalt gewesen, nicht zwei Tage. Erstaunlicherweise immer noch kaum Algen, keine Gelsen, nur die eine oder andere verirrte Wespe. Auch wenige Besucher, nur die Stammgäste, die Enten und ein Schwan.

Dass das Übergangshandy so schwache Fotos macht, ärgert mich. Mit langsam kann ich leben, mit wenig Platz kann ich leben. Soll ich derweil jetzt tatsächlich wieder mit Kamera herumlaufen?

Wobei, bei Tageslicht sind sie ganz OK. Ein gruseliges Arrangement aus der Linzer Straße zum Vergleich.

Und dabei…

…hatte ich mir fest vorgenommen, keine neue Wolle zu kaufen bevor die vorhandene verstrickt ist…

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