Kategorie2006 Berlin

On the road again

Sollen wir nicht doch noch einen Tag bleiben, jetzt, wo endlich die Sonne scheint, ja, nein, ich weiß nicht. Die weißen Segel auf der Dahme leuchten sommerfroh. Ach was, wir fahren. Ein Tag mehr wäre ohnehin nicht genug gewesen. 750 Kilometer zwischen dort und hier. Tanken ist teuer, hier mehr, dort etwas weniger. Was für ein Licht, hier sollte man aussteigen, oder hier vielleicht, und… tut es nicht.

PICT8837Die südsächsichen Berge, eine Suppe in einem geisterhaft leeren Glashütten. Jetzt ist es nicht mehr weit bis zur Grenze. Unfreiwillig aber begeistert ein Stück an der Labe entlanggegondelt. Nochmals tanken. Entgegen erster Idee doch kein Abstecher nach Budweis.

Ein Beinah-Mitternachtssnack in Znojmo, dann geht es erstaunlich schnell. Wien steht noch. Nur 8 Autostunden zwischen dort und hier. Jetzt ein Manöverschluck* : “Ein Wunder, dass man hier noch heraußen sitzen kann”, sagt der Sufi, “Warum?” frage ich. “Weil Wien nicht Berlin ist.” sagt der Sufi, “Wien ist aber auch nicht Grammatneusiedl!” sage ich. Wir lachen, wie man wohl nur nach ein paar hundert Kilometern im braven, aber langsamen Bulli lachen kann. Der Kellner zögert, bevor er uns das zweite Bier bringt.

Sturmscher Denkfehler: 1736 Fotos – und ich sehe nur die, die ich nicht gemacht hab. Die Nachbarn streiten sich ums Fernsehprogramm. Wiener Alltag, du hast mich wieder.

* Aus dem Seglerischen: Alkoholisches Getränk, das zur Feier erfolgreich abgewickelter Manöver getrunken wird.

Moblog Entry

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Kreuzberg, 23 Uhr. Der Sufi: “Das Problem des Döners ist seine Globalisierung, das heisst profit-orientierte Massenproduktion statt qualitätsorientierter Handarbeit.”

Berlin ist schon wieder anders

So anders, dass Wien seinen Wahlspruch fast abgeben müsste. Es besteht, vor allem, wenn man mit dem Sufi unterwegs ist, aus viel Wasser, viel Grün, und vereinzelten Flugzeugen. Außerdem liegt jede Menge Musik in der Luft. Besonders gute Musik lag gestern Abend in der Luft, als der Sufi und ich zu einem Treffen mit Jörg, Gabi und natürlich auch Zebu in den legendären “Sandmann” spazierten. Dort gab man, außer ausnehmend netten Gesprächen, reichlich Bier und vereinzelten Schnäpsen, auch eine richtig feine Blues-Session, die den Sufi seine “Um 11 Uhr will ich aber im Bett sein”-Flausen vergessen ließen.

Auch bei den zahllosen Fotos sind ein paar richtig nette dabei, die auch gezeigt werden sollen – aber noch nicht gleich, weil die Vorfreude bekanntlich die schönste Freude ist weil es draußen viel zu schön und die nun doch zahlreicher vorhandenen Flugzeuge viel zu spannend sind, um jetzt Fotos hin, her und hochzuladen.

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