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Im Grunde habe ich eine akademische Karriere verpasst, denke ich manchmal, wenn mir das Leben Gelegenheit gibt, einen Tag in verdunkelten Vortragssälen zu verbringen. Neue Dinge hören, während der Stift im Heft fast automatisch strukturierte Notizen macht. Dabei ist es fast egal, worüber referiert wird, es ist das Erfahren und das Lernen an sich, das mich beglückt, da kann auch das fadeste oder skurrilste Thema daran nichts ändern. Gestern dabei eine neue Ebene erlebt: Die überraschende Erkenntnis, dass ich über ein Thema deutlich mehr weiß als der Mensch am Mikrophon. Ich korrigierte und ergänzte innerlich und wurde ganz nervös dabei.

Auf dem Weg zur Bahn ein Stück zu Fuß, Sonne, warm, und alles blüht und grünt. Wie immer irritiert davon, den „Anfang“ verpasst zu haben, besonders auffallend ist es mir bei den Magnolien: An einem Tag völlig leer und schwarz, am nächsten Tag Vollblüte, so erscheint mir das, so kann es natürlich nicht sein, aber so erlebe ich es Jahr für Jahr.

Am Bahnhof eine halbe Sonnenstunde gestohlen. Wenn die ÖBB alle ihre Bänke wegräumt, sitze ich halt am Boden, mit Kaffeebecher und endlich wieder ein selbstgerolltes Zigaretterl, da träumt man sich dann besser in die andere Richtung. Süden. Ach.


* Heute 200, weil gestern entfallen

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Es war ein strahlender Tag, im Zug, im Kopf, im Herzen. Es gab sogar etwas zu lernen. Dann aber begann es zu regnen. Der Regen vor der Tür war grün und bunt und lebendig. Zuerst. Dann wurde es grau, erst aus einer fernen fremden Welt, dann vor der Tür, dann in mir. Da hilft die altvertraute Stadt gar nix, ganz im Gegenteil. Immerhin ein Eckerl gefunden mit Pasta und Bier und Aschenbechern, die Musik stimmt, die Aufkleber am Klo stimmen, die lässige Halbbemühtheit des Kellners stimmt, und den Bildschirm mit der Kulturereignis-Slideshow, nun, den will ich ihnen heute ausnahmsweise nachsehen.

Interessanter Ansatz.

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Manchmal fühl ich mich ärgerlich monk-artig, wenn es mir nicht gelingt, mit der eigentlichen Arbeit anzufangen, bevor ich alles zugehörige Material fein säuberlich in Dateien, Notizen abgelegt habe, wenn möglich gleich ordentlich verschlagwortet. Dann aber gleich wieder entzückt, weil vor langer Zeit so Abgelegtes schnell und verlässlich auffindbar und recycelbar ist. Im Grunde meines Herzens bin ich eine schrullige alte Bibliothekarin, der ihre Archive heilig sind, so sehr andere auch darüber lächeln. Wer meinen Schreibtisch ansieht, würde das allerdings nicht ahnen, ich habe mich schon vor langer Zeit für digitale Ordnung entschieden. Das kreative Chaos am Tisch belebt den Geist.

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Jets schneiden Muster in das noch zaghafte Himmelblau,  die nackten Bäume schielen neidisch auf erstes Feldgrün. Klingt entspannt, wurde aber nur aus dem ICE betrachtet, der übrigens deutlich bequemere Sitze hat als der Railjet. Später, bei der Zigarettenpause zwischen der Veranstaltung, ein paar Wespen beobachtet, die ein längst verrostetes Schlüsselloch inspizieren, vermutlich auf die Eignung als Nest. 288 Fotos später mit dem Railjet heimgefahren, der genau die richtige Verspätung hat, dass ich ihn auf die Minute erwische, anstatt 40 Minuten auf den nächsten zu warten. Communication Overflow zum genau falschen Zeitpunkt, aber man muss die Worte nehmen, wie sie kommen.

Gänsehaut auf Befehl

Ich dachte immer, das kann eh jeder:  Gänsehaut auf Befehl

Was in der Stadt so alles rumsteht…

… und dabei wollt ich doch nix neues anfangen, bevor das letzte fertig ist…

Nasch-Markt. :)

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Sonne. Regen. Sonnenregen. Die plötzliche und unerwartete Brillianz eines Hochglanz-Bildschirms, gegen die die Echtwelt-Farben geradezu verblassen. Effizienz mit zarter Note. Weich bleiben, ruhig bleiben, ich selbst bleiben. Am Fenster bricht sich das Sonnenlicht, das sich beharrlich durch die dramatisch dunklen Wolken drängt. Ein Kampf am Himmel, Staubglasgefiltert. Eine körperlose Stimm: „…wunderbarer, positiver Stress…“ – Laut den Kopf schütteln vor lauter Ungläubigkeit. Ich kann gut schwimmen, aber das Meer nimmt kein Ende. Einmal müsste dann doch auch wieder. Eine Hängematte. Am Strand. Die Bilder wegblinzeln. Weitermachen. Freundlich schweigen. Vorsichtig reden. Am Ende bleibt ja doch nur wieder ein bunter Haufen Papier.

Mein Schnittlauch, der alte Hippie.

Man kann ja nie wissen….

Lifehacker gibt Survival-Tipps für interkontinental-Angriffe.

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