KategorieSprache & Wörter

Der Preis für den blödesten Werbespruch im August 2005

…geht an diese komische Slipeinlagen-Firma.

“Vielleicht nicht sichtbar, aber man sieht’s!

Dümmer geht’s nimmer (hoff ich zumindest).

Der Numerus Clausus Austriacus

Ein grandioser Vorschlag gegen überfüllte Medizinunis macht derzeit die Runde: Die spezifisch österreichische Aufnahmeprüfung, oder der Numerus Clausus Austriacus.

Frage 8 Ein schaasaugerter Patient reißt einen Stern. Nach dem Buserer hat er einen Dippel. Er hat einen ziemlichen Fetzen. Er speibt sich in der Notaufnahme an. Kann zum entfernen des Gespiebenen auch der Fetzen des Patienten verwendet werden? Wenn nein – warum nicht? …der ganze Prüfungsbogen im Sierralog

DAS WEBLOG! Mit Großmutter-Reimen.

wer dichtet mit?

Das Web ist groß,
das Blog ist weit,
Wer “der Blog” sagt,
ist nicht gescheit.

oder:

Männlich ist der Blogger,
weiblich die Bloggerin,
doch sächlich ist das Weblog
da steckt das “Logbuch” drin.

oder:

Wer früher schrieb,
der bloggt jetzt gern –
das Weblog steht
dem Block nicht fern.
Und doch, dem Himmel sei’s geklagt,
ist’s falsch, wenn man “Der Weblog” sagt.

[Mit diesen hitzefesten Reimen macht das dagbok erstmal Sommerpause. Ob 3 Tage, 3 Wochen oder 3 Monate, das überleg ich mir noch.]

Der Vormarsch des falschen Imperativs

Immer öfter: “Nehme!” statt “Nimm!” und “Lese!” statt “Lies!”

Sprachnot

Über die unsinnigen Wörter, die Werbe-Fritzen (und wohl auch -Susen) erfinden, um unnötige Produkte an den Kunden zu bringen, habe ich mich hier ja schon mehrfach beschwert. Momentan hab ich ein neues Problemfeld, das mich regelmäßig zum Zusammenzucken bringt: Die Aussprache.

Nun bin ich keine grundsätzliche Gegnerin von Anglizismen oder sonstigen nicht-deutschsprachigen Ausdrücken, im Gegenteil: Ich mische, im Schreiben wie im Sprechen, gerne meine paar Sprachen durcheinander, fluche in schwedisch (außer wenn der einzige kroatische Fluch den ich kenne gerade passt), seufze ab und zu ein sanftes “c’est la vie”, und wer mit mir über ein technisches Thema diskutieren will, sollte besser ein paar Brocken Englisch verstehen, denn sonst sind wir am Ende beide verzweifelt.

Aber ehrlich, wer seine Produkte mit klingenden ausländischen Namen versieht, sollte darauf achten, dass der Werbungs-Sprecher auch weiß, wie sie klingen sollen.

Einst, in der Anfangszeit des Satellitenfernsehens, hätte ich mich beinah an meinen Spaghetti verschluckt, als ich zum ersten Mal hörte, dass die bekannte rot-weiße Zahnpasta in deutschen Landen “Kohl-gaate” heißt. Aber daran gewöhnt man sich irgendwann, ebenso wie an “Schemie” und “Kaffe”. Neuerdings aber nervt eine Haar-Färbemittel-Werbung mit einem Sprecher, der das von ihm beworbene Produkt zu “Kala-Wischen” degradiert. Das kann nun wirklich nicht sehr zielführend sein, erinnert es doch vor allem daran, dass man nach der ganzen Färberei die Schweinerei im Badezimmer auch wieder aufwischen muss. Hier wäre der Hersteller (fragt mich jetzt nicht) deutlich besser beraten, sich werbungsmäßig an die deutschsprachige Version einer “Vision” zu halten, auch wenn es möglicherweise der Grundcoolness widerspricht. (Übrigens gibt es zwei Versionen dieser Werbung, bis auf die Sprecherstimme deckungsgleich, die andere aussprachemäßig etwas besser, ich habe aber nicht darauf geachtet, ob die “richtige” oder die “falsche” im Österreichfenster läuft.)

Auch einen Bauer-Kleber brauche ich definitiv nicht, da die reparaturbedürftigen landwirtschaftlichen Gerätschaften in meinem Haushalt eher rar gesät sind. – Und dem ganzen die Krone auf setzt die lippenleckende Tante in der Spätnacht-Sexwerbungsschiene, die eine Telefonnummer zum Auffinden von “lebenslustigen Schettern” propagiert. Ich hatte, ehrlichgesagt, nie wirklich sonderlich viel Lust darauf, mit Fremden zu chatten – aber schetten will ich noch viel weniger.

Puderdose

Neinein, das hier wird auch in Zukunft kein extra zweideutiges Weblog. Aber anläßlich dieses Eintrags bei Melody, der auf ausführliche Diskussionen zu den Themen “kleine rosa Tamponschweinchen” und “klingelnde Puderdosen” verlinkt, musste ich doch schnell mal googeln, ob die ostösterreichische Bedeutung von “pudern” auch irgendwo im Netz manifestiert ist. Sie ist. Und ich bin hiermit um den Link zu einem österreichisch-deutsch Wörterbuch reicher.

Zeit für eine Computerpause?

Beim durchlesen einer Playlist sofort fasziniert auf “geek Traditional” geklickt.

Hieß natürlich in Wirklichkeit “greek Traditional.

“Von der Kasern’ ins Häf’n also”

So kommentiert der ZiB-Sprecher den Vorschlag, Soldaten als Gefängniswärter weiterzuverwerten. Ein ORF-Vorstoß in Richtung “österreichische Sprache”?

Grinsen im Programmdschungel

recomposed

Viele Programme haben schon viele Dinge gemacht, um gepackte Daten wieder in den Urzustand zurückzuversetzen, das reicht von “entpackt” über “inflated” bis zum schlichten “unzipped”, aber “recomposed” wurde bei mir bislang noch nichts. “Recomposed” klingt mir nach einem eleganten Butler, der die eine Hand am Rücken hat, während die andere das Silbertablett mit den gepackten Daten hält. Der sich mit einer Verbeugung zurückzieht, um die Daten in einen schicklicheren Zustand zu versetzen und sie dann standesgemäß zu präsentieren. Nett.

Werbesprech

“Kultur-digestive Essences” (Aus der Fernsehwerbung für irgendein Joghurt)
“durchschnupfsicher” (Aufdruck auf einem Paket Taschentücher)

Vielleicht sollte ich doch eine Rubrik namens “Worte, die die Welt nicht braucht” anlegen.

Habt ihr sie noch alle?

SPIEGEL-Verlag und Axel Springer AG kehren zur klassischen Rechtschreibung zurück. Gleichzeitig richten die Verlage einen Appell an andere Medienunternehmen sowie an die Nachrichtenagenturen, sich diesem Schritt anzuschließen.

Also, Leute, ich war ja nie ein Fan der neuen Rechtschreibung. Aber das Kommando “zurück!” auszugeben, nach knapp sieben Jahren, in denen sich fast die gesamte schreibende Zunft mehr oder weniger grummelnd an die neuen Schreibweisen gewöhnt hat, ist völliger Schwachsinn. Ihr hättet gleich nein sagen müssen. Mit so einer Aktion macht ihr das Chaos perfekt.

Und wie soll das weitergehen, überhaupt? Wenn sich der Rest der (Medien)Welt anschließt, was machen wir dann? Wieder neue Schulbücher und Formularvorlagen drucken lassen? Ah ja, der Staat hat ja zurzeit bekanntlich viel zu viel Geld.

 

Das schönste Wort

Schon lustig, dass ich vom Wettbewerb zur Wahl des “schönsten Wortes der deutschen Sprache”  aus einer schwedischen Zeitung erfahre. Die Wahl wurde vom Deutschen Sprachrat (hier versagt meine Hotlinking-Fähigkeit; für Infos über die Wahl auf “Neuigkeiten” klicken) veranstaltet. “Liebe” hat die meisten Stimmen bekommen, gefolgt von “Heimat”, schreibt Dagens Nyheter. Eine Jury wird im Oktober die beste Vorschlagsbegründung prämieren, der Publikumssieger fährt nach Mauritius. Da wollte ich übrigens schon lange mal hin, aber ich habe ja nicht mitgemacht.

Dagens Nyheter amüsiert sich blendend darüber, dass außer Herbert Grönemeyer (lt DN der “deutsche Ulf Lundell”, was erst so richtig lustig wird, wenn man weiß, dass Ulf Lundell zu Hause als “der schwedische Bob Dylan” bezeichnet wird) auch Volker Finke, Trainer des FC Freiburg, in der Jury sitzt. Aber abgesehen von der traurigen Tatsache, dass mancher deutsche Fussballtrainer eine wesentlich bessere Sprachbeherrschung an den Tag legt als viele österreichische Politiker, ist der gute Finke ja immerhin bereits in der Zeit gedruckt worden.

Anyway, wer skandinavisch kann, sollte den Artikel lesen. Es gibt noch mehr zu kichern.

Weltwirtschaftsdepressiönchen, ich liebe dich.

Das Weblog

OK, ich wiederhole mich, aber da das Thema immer wieder auf dem Tisch liegt: Es heißt das Weblog. Ganz bestimmt.

Die hinterfragte Umfrage  als Screenshot:

…allerdings mit der Stimmenanzahl nicht sonderlich repräsentativ.

Ein kräftigeres Argument ist meiner Meinung nach, dass das Wort “Log” sehr wohl im deutschen Wortschatz enthalten ist:

Log (n 11) Meßgerät für die Fahrtgeschwindigkeit eines Schiffes, an einer mit Knoten versehenen Leine hängendes, bleibeschwertes Brett in Form eines Viertelkreisausschnittes, das im Wasser hinterhergezogen wird; je nach der Anzahl der → Knoten, die in einer bestimmten Zeit durch die Hand des Messenden laufen, wird die Geschwindigkeit errechnet; Sy Logge [< engl. log, eig. Holzklotz];
→ Logge, Logbuch, Logglas

[aus: Wahrig, deutsches Wörterbuch, Bertelsmann 1992 (genau, vor der Rechtschreibreform)]

*krmpf*

about 1,520,000 German pages for ‘gallerie’
about 163,000 German pages for standart.
about 86,800 pages for ‘einzigste’
about 47,800 for ‘persöhnlich’
about 11,900 for “sobald als möglich”

Von Arte gelernt

Kaninchennasenbeutler

© 2018 sturmpost

Theme von Anders NorénNach oben ↑