Das Kap der Barbaren, Strand-Hopping und ein ruhiger Abend

Man kann nicht immer nur rumhängen”, beschloss unser Kölner Freund morgens, und bevor ich die Katzen als malerisches Gegenbeispiel anführen konnte, war der Ausflug zum Kap der Barbaren auch schon beschlossen. So etwas bedarf natürlich einiger Vorbereitung – oder sagen wir, einer gewissen Vorbereitung. Zumindest – ein bisschen Vorbereitung. Na, um ehrlich zu sein, ohne Wasser sollte man möglichst nicht losfahren.

Mir fehlte zudem die sonnenschützende Kopfbedeckung. Es traf sich also gut, dass San Francisco auf dem Weg lag. Dort fand der Sufi zwar keine coole, rote Hose, aber ich nach einigem suchen doch eine Kappe, auf der noch nichtmal etwas draufstand. Wunderbar. Jetzt konnte es losgehen. Ich winkte dem knatternden, stinkenden Sufi und trat dann in die Pedale. 11km, also keine wirkliche Strecke, nur sollte es größtenteils bergauf gehen. Ganz so war es nicht. Es ging erstmals abwechselnd bergauf und wieder bergab, sodass mir der in Aussicht gestellte rollende Rückweg eher unwahrscheinlich schien.

Kaum zwei Kilometer später, ich war gerade richtig in den Tretrhythmus gekommen, pfiff der Sufi aus einem Lokal am Wegesrand. Es lag direkt gegenüber vom Supermarkt mit dem geheiminisvollen Wein (der Supermarkt hatte allerdings zu), hatte einen palmenblattgedeckten Garten und war vorwiegend von Einheimischen besucht. Nett. Da hätte man auch bleiben können, aber wir wurden ja erwartet.

Also weiter auf der Straße. Langsam wurde der Verkehr weniger und das Radeln um so netter. Langsam ging es auch mehr bergauf als bergab. Mit zwei Zwischenstopps (1x Sonnecreme nachlegen, einmal Wasser tanken) kam ich irgendwann oben an, nur um festzustellen, dass es da nochmal bergab – und dann natürlich nochmals bergauf ging. Aber immerhin, von da aus war der Leuchtturm schon in Sicht.

Im Schatten lungerten ein paar seltsame Typen herum.

Ich überlegte kurz, beschloss aber dann, sie doch noch zu kennen. Wir rasteten kurz und zogen dann los, um die berühmte Höhle zu besichtigen. Die sah von oben aus wie ein Loch im Boden, war innen dunkel und eng genug, um sich kräftig den Kopf zu stoßen, und öffnete sich dann weit Richtung Meer. Ideal, um hinaus- und hineinzufotografieren. Andere (spanische und italienische) Besucher schlichteten kleine Steinchen zu Pyramiden auf – ob das wohl Glück bringt? Fruchtbarkeit? Oder…?

Gerade hatte ich noch gedacht, wie nett es wäre, hier ein Fest bis in den sicherlich fulminanten Sonnenuntergang hinein zu feiern, da kamen schon die ersten Gäste. Mit Wein, Wasser und Brotkorb beladen, fröhlich italienisch zwitschernd und beneidenswert jung.

Wir alten Knacker waren nicht eingeladen und trollten uns.

Wir spazierten in die andere Richtung, westlich. Dort ein Steinbau mit Gitarren und Fahrrädern dran. Im Schatten ließ sich gut jausnen. Andrea hatte an Schinkensandwiches für uns alle gedacht, und spanischer Schinken bei Meeresrauschen und leichtem Wind war die beste Mahlzeit langem. Ich begann, ernsthaft über’s Auswandern nachzudenken. Kleine Eidechsen besuchten uns und kriegten ihren Anteil ab.

Nach der Stärkung wanderten wir noch die Klippen entlang. Alle waren sich einig, dass man in jüngeren Jahren selbst auch locker bis zum Meer hinuntergeklettert wäre. Ich wär da sicher nie hinuntergeklettert… (ein Boot tut’s auch!)

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