Dezembernacht

Schöne Buchpräsentation, sinnig, humorvoll.

Andrea + Harald Pesata / Cafe Industrie

Viel zu früh von dort weg, um alte Freunde zu treffen, die… nicht kommen. “Haben den Zug doch noch erwischt” per SMS. Aha, da geht er hin, der nette Abend. Das Bier in dem traurigen Beisl, das früher gar nicht traurig war, ist schon bestellt. Das Beisl als Treffpunkt gewählt, weil “es das einzige ist, wo wir hinfinden”. Kinder, hobt’s ka Navi? Und dann noch verspätet absagen. – Egal, trink ich mein Bier halt allein.

Das Bier, immerhin, war gut. Und ließ reichlich Zeit, sich die schönen Stunden an ebendiesem Ort durch den Kopf gehen zu lassen. Und stimmte versöhnlich, trotz mieser Radiomusik und fehlendem Flipper. Und war dann endlich leer.

Freundlicher Wind auf dem Heimweg. Es ist nicht sehr kalt, denn wäre es kälter, wäre der Wind mein Feind. Da ist ein Loch in der Erde, wo vor gar nicht allzu langer Zeit noch der wunderbar deplazierte Altwarentandler war. Aus dem Loch wächst ein Kran in die Höhe, er wird ein Haus bauen. Ein Haus, in das Leute einziehen, die nicht wissen werden, wie es früher hier war. Früher, als das traurige Beisl noch nicht traurig war. Dem Wind ist das egal.

Hinter mir fällt die Haustür ins Schloss. Satter Klang in der Stille. Ich werd’ früh schlafengehen, heute.

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