Another place, another time
we could share laughter, we could share wine

… so hätte der nie aufgenommene Text zum ersten Track dieser CD lauten können. Das mag jetzt unnötig sentimental und weinerlich klingen, ist aber nicht so gemeint.

Es ist ein menschlicher Zug, Dinge miteinander in Bezug setzen, die nicht notwendigerweise etwas miteinander zu tun haben. Dass ich bislang noch kein Wort verloren habe über meine beste Lesung des Jahres (die beste: obwohl meine musikalische Hälfte mit Abwesenheit glänzte), die vor fünf Tagen im Rahmen einer warm-herzlichen Teppichausstellung stattfand, scheint mir zB in nicht erklärbarer Weise verwandt mit dem 5. Geburtstag des Sofabloggers (Gratulation!). Natürlich bleibt euch die Berichterstattung über meinen steirischen Ausflug nicht dauerhaft erspart; ich habe aber, denke ich, gelernt: Besser vollständig als gleich. Möglicherweise irre ich, und es wäre euch umgekehrt lieber. Seisdrum.

Dieses Weblog hier befindet sich ja in einem eher undefinierbarem Alter. Legt man die Person hinter dem Weblog als Maßstab an, dann ist der erste Eintrag ziemlich genau 5 Jahre und 5 Monate alt. Setzt man den Blog-Geburtstag hingegen in Bezug zur Domain, dann wäre der erste Eintrag  4 Jahre und 11 Monate alt. Möchte man die Definition an einer bestimmten Ordner-Struktur festmachen, dann wäre das dagbok ein Blog-Jüngling von zweieinhalb Jahren. Wenn man das dahinterstehende System als Maßstab nimmt, dann sind wir gar erst 1 Jahr und 7 Monate alt. Definiert man hingegen das “Bloggen” ohne Technik: als das mehr oder weniger zufällige Notieren von äußeren und inneren Gegebenheiten, dann blogge ich schon seit 1976.

Definitionen sind also gar nicht so einfach. Und das Nachdenken über Veränderungen ist es auch nicht.

Ich weiß, dass ich nicht mehr so ganz zufrieden bin, mit dem was ich hier mache. Weiß aber nicht genau, in welche Richtung ich gehen will. Die jetzige Form erscheint mir gleichzeitig überdefiniert und unstrukturiert. Es muss sich einiges ändern.

Die Wortwerkstatt wird sicher weiterhin der Mittelpunkt meiner Online-Interessen bleiben (sieht man von meinen fliegerisch fallenden Abenteuern ab), aber sie schreit geradezu nach einer neuen Orientierung. Ich arbeite daran.

Das ist der Grund dafür, dass sich hier so wenig tut in den letzten Wochen. Das und eine Handvoll anderer Projekte. Vielleicht mögt ihr ja in der Zwischenzeit zB hier vorbeischauen.

Tja, und jetzt habe ich vor lauter Erklärungen vergessen, was ich euch noch über den Novemberwind erzählen wollte. Und über den Nebel in den Tälern. Und genau das ist das Problem. Aber die Lösung (ich bin fast sicher) steht vor der Tür.