EM-Blogging, Tag 1

(Subjektives Spass-Live-Blogging, ohne Anspruch auf Vollständigkeit oder Richtigkeit.)

So, jetzt fängt sie also an, diese EM. Mit Alphornbläsern. Und Menschen in seltsamen Ballonanzügen mit Kisten auf dem Kopf. Und mechanischen Kühen. Muss kichern, irgendwie mag ich den Schweizer Humor. Oder ist das gar nicht lustig und ich versteh nur nichts von Kunst? Der Moderator weiß es auch nicht. Vor meinem Fenster ein Gewitter. Soll ich mir jetzt ein Bier aufmachen oder später? Immer diese Entscheidungen…

Spiel 1: Schweiz gegen Tschechien. Die Tschechen singen ihre traurige Hymne und haben einen Dschingis Khan mitgebracht. Die Schweizer lassen vorsichtshalber Heidi singen. Das Publikum ist begeistert.

OK, an’kickt is’. Die Schweizer jubeln. Mein Nachbar geigt unbeeindruckt. Die Tonleiter endet mit dem ersten Schweizer Torschuss.

Abgelenkt vom Telefon. Die Schweizer scheinen sehr motiviert zu sein, obwohl Dschingis Khan schon einen von ihnen gehauen hat. Oder sie laufen deshalb so viel, damit ihnen bei 13 Grad im Stadion nicht kalt wird.

Ich weiß jetzt nicht genau, ob mich die Arbeit vom Fussball ablenkt, oder umgekehrt. Mein Fernseher ist zu klein, um die Feinheiten zu sehen. Ich kauf mir aber trotzdem keinen neuen. Ich verlass mich auf den Sprecher. Auf den deutschen also. Ich weiß auch nicht, die hiesigen Fussballkommentatoren und meine Ohren, das passt nicht zusammen.

Nebenbei nach Open-Air-Locations gesucht. Die Fanzone kommt keinesfalls in Frage – mieses Bier und Kleidungsvorschriften, nein danke! Das Flex darf leider nicht so, wie es will. Hm. Das Geschrei eben war übrigens schon wieder kein Tor.

Oh yeah, Körpereinsatz in Zeitlupen-Nahaufnahme, dazu EmotionsGesichter, für die das Spiel bitterer Ernst ist. So geht Fussballfernsehen.

Pause.

Zweite Halbzeit, Dramen und Gebrüll, aber keine Tore. Seltsam. Wenn ich raus gehe, fällt doch sonst immer ein Tor?

Gebrüll, aber noch immer kein Tor. Wenn die nicht öfter Mal eine Großaufnahme bringen, wie soll ich dann meinen neuen Lieblingsspieler finden?

Wasumallerweltwardasdenn? Ein Tor? Für die Tschechen? Woher? Warum?

Geht recht heftig zur Sache jetzt. “Wer kein Tor schießt, bekommt eins” unkt der Sufi telefonisch. Noch 3 Minuten. Die Schweizer wirken leicht konfus.

Oj-Je! 0:1 – Ich hätt ja den Schweizern das erste Tor & den ersten Sieg gegönnt. Hmhm. Dann schaun wir Mal weiter.

Spiel 2: Portugal – Türkei

Die Portugiesen singen laut, falsch und mit Begeisterung, und die Jungs sehen ganz gut aus. Die Türken singen auch, aber leiser. Und das Matchcenter hat es richtig erkannt: Das Spiel hat begonnen.

Das Spiel läuft hinter mir und klingt langweilig. Die Arbeit vor mir deutlich spannender.

Hups, das wär ja jetzt fast ein Tor gewesen. So plötzlich aus dem Hinterhalt.

Akustisch betrachtet wird das Spiel offenbar langsam schneller (Ha!). Hab aber noch keine Zeit zum Hinschaun.

Erste Halbzeit beendet, 0:0 – glücklich oder unglücklich, je nach sichtweise. Dürft aber schön gespielt gewesen sein (ich arbeite noch immer).

ZDF Kommentator: “Auf zdf.de, da haben wir dann auch einen Blog eingestellt”. Hm, aha.

Oh ja, Tor! Und was für eins! Fesch!

Woah, und noch eins! Portugal, va! (oder wie immer das auf portugiesisch heißen mag)

uuund, abpfiff. 2:0 Übrigens, der 5. Bezirk ist erstaunlich ruhig geblieben, trotz Türkei-Spiel. Hmhm. Sind die alle in der Fan-Zone?

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