Full Stop Moments

Du hast gute 14 Stunden durch gearbeitet, wieder einmal. Dunkel ist dir bewusst, dass das vielleicht nicht die beste Praxis ist, vielleicht sollte man die Arbeit besser verteilen, gesünder wäre das, vernünftiger, als sich nach ein paar gemütlich halbverschlampten Tagen dann wieder von 9 bis nach 23 Uhr vor den Computer zu pflanzen- aber ehrlich: würdest du dafür auf den Sonnentag verzichten wollen, an dem du schon um 12 Uhr sagst, der Computer kann allein im Eck sitzen bleiben? Es ist eine Seufzerl-Frage, so oder so, weil ändern wirst du dich wohl kaum mehr, auch wenn die neoliberale Leistungsbegeisterung mit ihren imperativen Optimierungstipps zunehmend auch aus ansonsten unverdächtigen Freundschaftslöchern kriecht. Nine to five ist nichts für dich, das immerhin hast du immer schon gewusst.

Also mit trockenen Linsen und viereckigen Augen die letzten Handgriffe des Tages, von Kaffeehäferlabspülen über Zähneputzen bis zu Blümchengießen, und das Fenster auf. Draußen seufzt ein Frühlingsstürmchen, und du bleibst ein Momenterl lang lehnen am Fensterbrett. Die Luft ist nicht kalt, nicht warm, sie ist einfach nur.

Dann dieses Auto, das Fenster halb offen, die Stereoanlage voll aufgedreht, es ist einer von diesen peinlichen Songs, die zu mögen du sonst eher nicht zugibst, außer vielleicht im vielbierigen Weltenschwindel, aber auch das nur um vier Uhr früh.

Aber es stimmt, verdammtnochmal, auch stocknüchtern computerverkatert und frühlingsentzugberegenwettert, es ist einfach so: Everybody’s got a Hungry Heart. Friss das, Vernunft! Ich pfeif auf dich.

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