Hirn eingefroren

Der Kaffee heute früh reichte gerade Mal für eine halbe Tasse. Das ist nicht genug, um ein sinnvolles Tagwerk zu beginnen. Ich seufzte mich also in Schuhe und Jacke und stieg aus dem vierten Stock hinunter und hinein in das feuchtlerte Schneegestöber. Man könnte doch, dachte ich schlitternd, gleich auch frischen Tabak holen, dann müsste man Nachmittags nicht nocheinmal. Oh, und letztens habe ich das letzte Aspirin C aufgelöst. Ach, und dann wollte ich doch noch einen Friseurtermin…

Tapfer kämpfte ich mich im feindlichen Wetter durchs Grätzel, von der Trafik über die Apotheke zum Friseur, erinnerte mich unterwegs mit frierenden Zehen daran, dass ich ja neue Winterschuhe hatte kaufen wollen, weil die aktuellen nicht mehr ganz dicht sind, aber das war eindeutig eine Aufgabe für einen anderen Tag. Schließlich stand ich, mit feuchten Zehen aber ansonsten recht stolz auf meine Tatkraft, wieder vor meiner Haustür, kletterte in den vierten Stock, sperrte die Wohnungstür auf und freute mich sehr auf trockene Hausschuhe und einen frischen, heißen …

Oha!

Der Kaffee, eigentlicher Grund meines frühmorgendlichen Ausflugs, stand unberührt von meiner Sehnsucht noch friedlich in seinem Supermarktregal. Grummelnd beschloss ich, mit dem zweiten Ab- und Aufstieg auch gleich mein Sportprogramm für den Tag als erledigt zu betrachten.

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