I’m going home, Ma (9. Jänner)

So ein geschedulter täglicher Eintrag muss ja nicht nur anderweitiges zusammenfassen, sondern bietet auch Raum, das zu erzählen, wofür tagsüber nicht genug Zeit oder Muße war. Neuer Gedanke. Hm.


Zum Beispiel die Fortsetzung der Post-Geschichte. Als ich nämlich heute meine zwei gelben Zettel abermals zur Post getragen habe, habe ich zwei sehr liebe und genau so unerwartete Päckchen bekommen. Eines aus Düsseldorf, das war ziemlich schwer und im leichteren Teil ziemlich köstlich…

Danke und ein ganz dickes Bussi allseits! Bin ganz verlegen… hmhm. Die Lektüre vor dem Einschlafen ist jedenfalls für die nächsten Wochen gerettet.

Das andere, familiäre, macht optisch nicht ganz so viel her, daher erspar ich euch fototechnisch die rosa Streifen auf dem beigen Flanell (und der schickende Teil der Familie liest hier eh nicht mit), aber nachts ist es finster – und da wird der neue Pyjama ganz zweifellos wunderbar wärmen.

Bleibt die Frage, wo meine Express-Sendung geblieben ist. Die Post weiß es nicht. Ich weiß es schon gar nicht. Aber irgendwo muss sie doch sein?


Träume, um Vollmond rum

Mit zwei Kindern auf einem Fest gewesen. Die Kinder waren allerliebst und möglicherweise meine. Wo denn der Vater sei, fragte man mich, der baut das Haus aus, sagte ich. Jaja, sagte man mir, diese Griechen sind doch alle gleich. Mir egal, sagte ich, das Haus gehört mir; wenn er gehen will, soll er gehen. Ich war ungern auf dem Fest, obwohl es voller netter Menschen war, aber es war in einer engen Stadtwohnung, überall war es dunkel und halbdunkel, und ich sehnte mich nach meinem Haus auf dem Hügel über der Bucht, nach der wunderbaren Weite, nach dem Licht. Wie denn das passiert sei, mit den Kindern, fragte man mich, ich kann mich nicht erinnern, sagte ich. Alle hielten das für einen Scherz, obwohl ich es ernst meinte.

Später am Strand mit Blick auf mein Haus, die Kinder waren doch nicht meine, sondern von einer Nachbarin. Ich war sehr erleichtert. Wie schön es hier ist, sagte ich. Nicht mehr so schön wie früher, sagte sie. Ich schaute mich um und fand nichts, was irgendwie noch schöner hätte sein können.

Ein Tag davor
Mit D. in einem dusteren, verbarrkadierten Haus. Es war klar, dass wir weit und breit die einzigen Überlebenden sind, wenn auch nicht klar war, wovon. Bis auf einen dritten, der war völlig durchgeknallt, spielte im Haus nebenan den ganzen Tag Hardrock auf Disco-Lautstärke und ballerte mit einer Schrotflinte Löcher in die Wand. Warum er denn die Fenster vernagelt, fragte ich D., sicherheitshalber, sagte er. Später fand ich draußen eine verlassene Harley und bretterte glücklich eine Küstenstraße entlang, bis zu einer roten Ampel, deren Einhaltung mir nur mit einem ein-Bein-am-Boden rutschenden Halbkreis gelang. Es waren noch andere Autos an der Kreuzung, und ich dachte intensiv darüber nach, ob das jetzt Zombies wären, oder ob es doch noch andere Überlebende gäbe.


 

Tippfehler des Tages
Übelrebende

…und dann war da noch die unbequeme Wahrheit

KONICA MINOLTA DIGITAL CAMERA

Vom Mond dagegen nix Neues. In seiner voll gerundeten Form ist er einfach zu strahlend, um auf meiner Alltagskamera etwas anderes als gleißend weiße Kreise zu produzieren. Daher kein Foto. Falls jemand weiß, was das frühabendlich sehr helle Gestirn Richtung (circa) westsüdwest ist, wäre ich für sachdienliche Angaben dankbar.

Draußen am Gang Atemwölkchen, und die nicht isolierte Küche meldet 11 Grad. Zeit von wärmeren Tagen zu träumen. I’m going home. ‘nacht allseits.

Berlin, Mai 2008 (Video)

 

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