Ja, und nein, oder: Ich weiß nicht!

Es gibt so Sachen, da muss ich zugeben: Ich bin nicht so richtig konsequent. Nehmen wir zum Beispiel die Geschichte von der ILA, zu der mich ein paar entsetzte Mails erreichten, ungefähr mit dem Inhalt: “Wie kannst du dich nur so kritiklos an Kriegsgerät begeistern?” – Das verstehe ich durchaus als berechtigte Kritik an meiner punktuellen Kritiklosigkeit, die ich weder guten Gewissens verteidigen noch wenigstens sauber wegargumentieren kann. Die Mailschreiber haben recht, als bekennende Pazifistin darf man eigentlich keine Freude haben an einem kriegerischen Stahlungetüm wie zum Beispiel dem Eurofighter. Hab ich aber. Der Donnervogel (und die anderen aus derselben Kategorie) zeigen sich halt in dem Moment, in dem sie ihre Rollen und Loopings und Überflüge zeigen, nicht als todbringendes Kriegsgerät, sondern als geiles, lautes, stählernes Spielzeug. Und ebenso sicher, wie ich immer noch gegen jede Kampfhandlung auf die Straße gehen würde, habe ich an so einer Vorführung mindestens ebenso viel Spass wie an einem erstklassigen Rockkonzert. Ist nicht logisch. Kann ich nicht erklären. Ist aber so.

Ähnlich verhält es sich mit der Türkei-Fussball-Geschichte. “Wie kannst du so ein nationalistisches Event so niedlich wiedergeben?” fragt eine Freundin, offline. Ja, wie kann ich? Wir haben schön gefeiert, mit unseren momentanen türkischen Freunden. Ich hatte eine nicht ganz so angenehme Gänsehaut, als das eine Grüppchen mit begeisterten “Allah, Allah”-Rufen vorbeimarschierte, aber da haben etliche Halbmondfahnenträger rund um mich genau so mit dem Kopf geschüttelt wie ich selbst.

Ich weiß halt auch nicht. Spass ist Spass, und Ernst ist Ernst – das ist wohl der Kernpunkt bei solchen Geschichten. Als andere wäre dogmatisch, und das gefällt mir ja nun auch wieder nicht.

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