Liebes sträflich vernachlässigtes Tagebuch,

lass mich die blaue Stunde rund um Mitternacht nutzen, um dir ein paar Dinge zu erzählen, die sonst wohl niemand interessieren dürften. Zum Beispiel haben wir schon lange nicht mehr übers Wetter geredet. Ich finde diesen Oktober ziemlich freundlich und nett, keine spektakulären Auswüchse von 25 Grad, aber auch keine verfrühten Wintergrimmigkeiten wie Schneefall. Heizen muss ich bislang eigentlich nicht, nur abends, wenn ich es kuschlig haben will, dreh ich ein bisschen auf. Es lebt sich wettertechnisch recht gut dahin, und auch wenn ich es für mich persönlich etwas wärmer mag, kann es meinethalben eine Weile so bleiben.  Schade nur, dass ich die Strahlesonne nicht nutzen kann. Zuviel Arbeit auf dem Tisch, und zudem läuft seit 2 Tagen meine Nase, als wollte sie einen neuen Marathon-Rekord aufstellen.

Stattdessen habe ich heute die unkomplizierteste Neuinstallation eines Computers hingelegt, an die ich mich je erinnern kann. Es zahlt sich wirklich aus, auch den renitentesten Programmen beizubringen, dass Benutzerdaten auf der Systempartition nichts verloren haben – warum um aller Welt ist das eigentlich kein Standard? C: ist System, und alles, was man aufheben will, hat woanders zu liegen. Und wenn das konsequent durchgehalten wird, kann man im Bedarfsfall die “Partition löschen”-Taste mit einem Lächeln drücken. Oder auch mit einem breiten zufriedenen Grinsen.

Der Bedarfsfall, das ist zum Beispiel dann, wenn die explorer.exe dauerhaft auf 88-99% Prozessorlast loopt. Hatte ich seit 3 Tagen. Kein Virus gefunden, keine Spyware gefunden, kein gar nichts, aber der Explorer wollte nicht mehr. Übrigens, es geht auch ohne: So lange ich die Arbeit nicht unterbrechen wollte, habe ich nach dem Start den Prozess abgedreht und neue Programme über den Taskmanager gestartet. Ganz lässig eigentlich, aber mein Desktop hat mir dann doch irgendwann gefehlt.

Na gut, die Neuinstallation hat mit einem kleinen Schreck begonnen, aber den Exoten-Treiber, den ich verloren glaubte (nämlich ausgerechnet der Netzwerkkarte, ohne die man ihn auch nicht runterladen kann) hatte ich doch kürzlich auf CD gesichert. Und es hat fast den ganzen Tag gedauert, aber das lag mehr daran, dass ich mit einigen meiner Tools nicht mehr so recht zufrieden bin und ausführlich nach Alternativen gesucht habe. Jetzt also doch wieder Thunderbird. Eudora liegt mir ja besser in der Hand, kam aber mit den täglichen Mailmengen nicht zurecht. Und wie es aussieht, hat Picasa ACDSee völlig ersetzt. Malsehen. Die Firefox-Extensions sollten übrigens verboten werden – man kann Stunden verlieren, indem man sich einfach nur anschaut, was es alles gibt. – Warum die Soundkarte zwar abspielte, aber das Micro ignorierte, weiß ich jetzt auch. Glaube ich. Jetzt muss ich nur noch das Micro wiederfinden. – Was noch fehlt, ist ein gscheiter MP3-Player, iTunes ist längst zu fett geworden. Weiß jemand einen?

Eigentlich sollte es ja (endlich!) Linux werden, aber die Ubuntu-Variante, die ich wollte, hat sich seit Tagen nicht downloaden lassen. Downloadsite down, Mirrors fast down, Torrent gibt heiße 0,3kb/s – was bei 800MB dann doch etwas lange dauert. Was soll’s, dann eben demnächst – es tut ja nicht mehr weh.

Mein Desktop sieht jetzt übrigens so aus:

Unbenannt-1

sehr entspannend. (Aber wenn ich mein Google-PW verlieren würde, das wäre eine echte Katastrophe)

(Und dass ich mit dem Wetter-Einstieg eigentlich die Kurve zum Nobelpreis für Al Gore und von dort zu Doris Lessing kriegen wollte, vergess ich jetzt einfach. Sonst wird die Nacht zu kurz.)

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