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Liebeserklärung

Darling,

ich weiß, man hat dir in letzter Zeit schwer zugesetzt. Nicht immer ganz zu unrecht, ich sage nur: Privacy. Mobbing. Security. Aber auch wenn unsere Beziehung im Detail durchaus noch Entwicklungspotential hat, darfst du dir sicher sein: Ich liebe dich. Mit wem sonst könnte ich auf der Suche nach derkünstlerisch wertvollen Umsetzung des für Österreich vielleicht wichtigsten Fussballspiels aller Zeiten über eine schwedische Punkrockdokumentation aus den 80ern stolpern, in voller Länge, und dann mit wenigen Klicks auf die möglicherweise* beste Cannabis-Doku aller Zeiten umschalten – aus Graz? Während ich durch das faszinierte Zusehen zwar verlässlich an eigener Produktivität gehindert werde (an manchen Tagen ist das ganz einfach wunderbar), aber trotzdem per Mail-, IM- und Facebookklingeln verlässlich über jeden möglicherweise zeitkritischen Kontaktversuch informiert werde? Ach du mein wunderbares, mittlerweile auch nicht mehr ganz junges Internet – was täte ich nur ohne dich? Immer die gleichen alten Videos anschauen, vermutlich. Die natürlich auch nicht schlecht sind. Aber Abwechslung ist definitiv besser!

Mit herzlichen Grüßen und einem dicken Kuss, beglückt,
Sturmwarnung.

PS: Einenganz besonderen Gruss an deinen Cousin, das WLAN. Auch wenn ich mich lange dagegen gewehrt habe, dass er bei mir einzieht (wer braucht schoin WLAN auf 28 m2?): dass ich diesen Eintrag jetzt schreibe, liegt nur daran, dass er meinen Laptop mit der großen weiten Welt verbindet, während am Hauptbildschirm immer noch schwedischer Punkrock tobt.

* [um das zu verifizieren, bräuchte ich Zugriff auf die seltsamerweise immer noch verbotene Substanz, die ich schon verdammt lange nicht mehr “in echt” gesehen habe]

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