Life…

…goes on, könnte man sagen. Nur eben nicht für alle. Aber auch diese Katastrophe wird bald aus den Nachrichten verdrängt werden: Sei es plötzlich, durch den vielbeschworenen “Gegenschlag” – ich bezweifle, dass ein solcher die richtigen treffen würde, aber das nur am Rande – oder langsam, durch das Vergehen der Zeit.

Nicht nur in den Medien hat der Schwenk zum Blickwinkel “Human Interest” stattgefunden, sondern auch auf der Straße. Heute plaudern die alten Damen im Park (Herren sind keine dabei) weder über ihre Hunde noch über ihre Krankheiten, sondern über das, was in New York passiert ist. Als ich, auf dem Weg zum Supermarkt, durch den Park gehe, höre ich von einer Bank eine lebhafte Diskussion, wie sich die Anwesenden selber verhalten hätten, wären sie dort gewesen. Inklusive einer sehr inspirierten Schilderung, was einem so durch den Kopf gehen könnte, wenn man grade aus dem Bürofenster schaut und die Maschine kommen sieht.

Nicht mehr allzu viel, denke ich.

An der Ampel dann, ein schwarzer Golf, aus dessen offenen Fenstern laute orientalische Musik dringt. Ein Fussgänger, der brüllt: “Dreh die Tschuschenmusik ab, du Oasch!”. Auf meine zaghaften Einwände – das gesprochene Wort fällt mir eben schwerer als das geschriebene – meint “ach was, zerst alles anzünden und dann so tun als wär nix”. Ein Jugendlicher, ebenfalls an der Ampel stehend: “Du bist ein alter Trottel!” – Die Ampel wird grün, weitere Diskussionen erübrigen sich. Das Schlusswort war ja auch ganz passend.

Der Kaufrausch im Supermarkt erscheint mir mittlerweile in anderem Licht. Habe mir erzählen lassen, dass sich im Rest von Wien nichts derartiges ereignet. Und die Gegend, in der ich wohne, ist ethnisch sehr durchmischt. Vielleicht sind es ganz andere Ängste, die da durchkommen.

So. jetzt wär es wohl langsam an der Zeit, zum Alltag zurückzukehren. Aber irgendwie finde ich keinen. Weder im Netz noch in meinem Kopf.

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This article was written by Andrea

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