Nachttag

Nach dem zweiten Kaffee immer noch Traumsplitter dieser unruhigen Nacht zwischen den Tasks des Tages; die freundlichen Menschenaffen zum Beispiel, die mir den unterschriebenen Model-Release für die Fotos per Mail schicken wollten, aber wie so oft wollte die Mail nicht kommen. Das explodierte Flugzeug aber auch und meine Bemühung, im Freifall von den Trümmern wegzutracken; ich hatte zwar keinen Fallschirm, war aber überzeugt, es würde schon gutgehen, wenn mich nur kein Blechteil am Kopf treffen würde – wir waren ja über Wasser. Seltsame Geräusche lassen den Schlaf nicht tiefer werden, etwas wie ein Turbostaubsauger um halb 4 Uhr früh, was machen die Nachbarn jetzt schon wieder? Ein winselnder Hund auf der Straße; etwas elektronisches, das genau wie der Posteingangs-Sound auf meinem Computer klingt (aber nein, die Mail von den Affen ist noch immer nicht gekommen). Dieses Gesicht dann, beim Weiter-Nicht-Ganz-Schlafen, ein verletzter Blick, ein toughes Kinn; wie in einem magischen Spiegel changiert es zwischen jungenhaft und bald-schon-alt. Er hätte nur etwas sagen müssen, aber natürlich sagt er nichts. Ich hätte ja auch nichts gesagt. So fährt die Fähre ab, und zwei Menschen stehen am Kai, und alle Abstände werden immer größer. Die Leere bleibt grau; der Tag auch trotz der Sonne. Kopfschmerzen.

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This article was written by Andrea

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