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No Buzz today

Ich hab mein Buzz abgedreht, und zwar ganz und gar. Allerdings nicht aus berechtigten oder diffusen Privacy-Sorgen, sondern aus einem ganz und gar egoistisch-bodenständigen Grund: Es nervt.

Es nervt aus mehreren Gründen. Zum einen sitzt es in seiner lieblich bunten Klick-Identität genau dort, wo meine ohnehin leicht zu erschütternde Aufmerksamkeitsspanne am verletzlichsten ist. Jetzt ganz schnell diese wichtige Mail beantworten! – ach, 8 neue Buzzes, mal sehen, ah, spannender Link, woah, was ist das für eine Geschichte?

Zum zweiten ist es neue Quelle wie Mündung endloser Redundanzen. Ich mag keine Wiederholungen, und ich mag mich nicht wiederholen. Buzz wär dann interessant, wenn es “alle” nutzen, also alle, die mich interessieren, sodass man twitter und facebook streichen könnte – aber das wird kaum passieren.

Zum dritten ist es hässlich. Das liegt natürlich im Auge des Betrachters, ich mags nicht anschauen.

Und dann ist es unberechenbar. Flutscht der Tweet jetzt gleich rüber oder erst nach Stunden? Kommt das update mit Bild an oder ohne? Warum kann man manche Buzzes aufklicken, andere nicht?

Und last, not least, diese local Buzzes rauben mir den Nerv. Wenn ich mit Leuten aus meinem Grätzl reden will, dann geh ich runter ins Cafe. Wenn ein creepiger Name mit noch viel creepigerem Profilbild und seltsam anmutenden Inhalten mir “folgt”, weil er merkt, dass ich von um die Ecke buzze, dann gefällt mir das gar nicht. Das “social” im Social Netz kommt für mich daher, dass man Menschen mit ähnlichen Interessen findet, nicht solche, die ein paar hundert Meter entfernt an einer ganz anderen Weltsicht basteln.

Allerdings ist es bislang noch immer so gewesen, dass die Dienste, die ich gar nicht wollte, richtig geboomt haben. Also viel Glück, Buzz!

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