No Fun

Aufwachen vom röchelnden Husten des Nachbars; jemand der seit Jahren jeden Morgen so hustet, müsste schon längst tot sein, ist er aber nicht; heute neues Geräuschfragment dazwischen, ein gullerndes Gluckern, erst nach dem Ende des Hustenanfalls feststellen können, dass es von der anderen Seite kommt: Dort quält offenbar jemand ein Baby (mantraartig wiederholtes “Ja wie heißt denn du? Gulli Gulli Gulli!”); Vermutung Momente darauf durch gellendes Babygeschrei bestätigt; versteh ich gut: Wenn mir jemand so dämlich kommt, würd ich auch brüllen. Männliche Stimme dazwischen, nicht zu verstehen, Baby wieder still, Quälerin auch.

Vollmondtraumfragmenten nachgehangen, sehr weit weg, sehr zart & warm; Telefon klingelt dazwischen und berichtet von Sonnenschein, hier ist es finster. Niesanfall schmerzt in taschentuchaufgescheuerter Nase. Ohren dafür wieder frei.

Einziger Vorteil der kalten Jahreszeit ist, das Schlafgemach wenig zu heizen & dafür unter einem Deckenwall verkriechen; ich liebe das. Aufstehen ist dann weniger lustig, aber aufstehen ist ohnehin nie lustig.

Mein madegassischer Mini-Baobab, der den Sommer sehr genossen hat, kümmert dahin, seit Tagen schon. Ich gönne ihm einen Platz unter der hellsten Lampe & mir dann anschließend einen Kaffee. Zum Kaffee die computerliche Morgenrunde, mit den Zähnen knirschend erstmal durch die Mail; ich habe meinen Spamfilter ausgezeichnet dressiert, hilft aber nix, wenn nette Freunde den dümmsten Schwachsinn weiterleiten, man könnte verzweifeln an Seminaren zur inneren und äußeren Erleuchtung, manche fallen immer noch auf den Nokia-Gratis-Phone-Schmä rein, schwer zu glauben; ähm, und auch wenn ich Musik sehr gern habe, braucht ihr mir nicht jeden Band-Newsletter weiterzuleiten, den ihr kriegt, weil die, die mich interessieren, habe ich selbst abonniert.

& der Rest des Sonntags gehört meinem werdenden Pulli und der wachsenden Musikbibliothek.

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