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#61

Klatovy – Skyvan – Solo

Immer noch bin ich nicht ganz sicher, was ich denn hier eigentlich tue. Ich lass mir viel Zeit bis zum ersten Einstieg. Den will ich alleine machen.

Plötzlich ist es wieder gemütlich im Flieger. (Bis auf die – räusper! – Duftwolke, die sich auf knapp über 3000m verbreitet. Schade, dass die Sauerstoffschläuche nicht mehr herumhängen…) Gemütlich und ruhig und Freude. Also doch. Dann ist ja alles in Ordnung.

Ich steige ganz unspektakulär aus, drifte ein bisschen auf dem Rücken dahin, bis ich die Skyvan aus den Augen verliere, drehe mich dann auf den Bauch und schaue mir die Gegend an. Dann ein bisschen spielen, wie krieg ich denn nun wirklich eine Geschwindigkeitssteigerung zusammen? Ganz locker am besten, ja, und die Arme etwas höher…

Wenn man am schönsten am spielen ist, ist auch schon Öffnungshöhe. Vielleicht doch mal einen Höhensprung? Naja, erstmal den Hilfsschirm in den Wind… Das ist heute wieder mal einen Freudenschrei wert. Leicht windgebeutelt, vorwiegend wegen dem Riesenschirm) finde ich kreisend und kurvend ganz nahe ans Ziel. Nach einigen Sprüngen läßt sich jeder Schirm besser lenken. Und stehend landen.

Zufriedenheit breitet sich aus.

Andrea, high [Foto (c) Markus Reithofer]

#60

Klatovy – Skyvan – Solo

Markus geht auf 6000m, und ich wollte ohnehin wieder mal ein Solo machen. Vielleicht macht mich das weniger nervös. Vielleicht muss ich ja nur wieder ganz relaxed…

Die Skyvan klappert, die Sauerstoffschläuche hängen bereitwillig von den Wänden, und ich bin heilfroh, dass ich früher schon aussteigen darf. Werfe mich auf die altgewohnte Art mit einem halben Salto aus der Maschine, bleibe kurz am Bauch liegen und schaue in die Gegend. Ein wunderschöner Sonnenuntergang, rücklings und vorwärts und überworfen betrachtet. Das ist schön. Und verfolgt, wie man denn den Badeteich anfahren kann, der da so herrlich in der Landschaft liegt.

Trotzdem denke ich mir, was wenn jetzt dies oder das oder jenes passiert. Und das mitten in der Luft. Naja.

Zeit zum Öffnen, der Wind hat nachgelassen, am Schirm hängt sichs ruhiger, und der Sonnenuntergang ist sooo schön… so schön, dass ich vergesse, zuerst einmal zum Platz zurückzufliegen, komme dann in eine Zone stärkerer Luftströmung, hänge etwas verzweifelt im Gegenwind, ohne Fahrt zu machen, unter mir Häuser. Also in den Crosswind gedreht und noch das Gestrüpp erreicht, da hilft nur ein kontrollierter Landefall.

Auf dem laaaangen Rückweg habe ich viel Zeit, zum ersten um darüber nachzudenken, dass das ziemlich dumm von mir war, zum zweiten, um dankbar dafür zu sein, dass ich nicht eins der knietiefen Löcher im Gemüse getroffen habe. Das hätte wehtun können.

#59

Klatovy – Skyvan – 2er mit Markus

Das kann ja wohl so nicht sein. So geht’s ja nicht. Ich hätte mir ja eine Pause gegönnt, aber Markus kennt keine Gnade.

Also wieder ein Aufstieg, die Pink tut sich ein bisschen schwer heute, ist wohl zu heiß, wir rumpeln über die Graspiste, heben ab, danach noch 2-3 Rumpler, wenn die Schwerkraft glaubt, sie ist die stärkere. Auf dem Aufstieg frage ich mich, warum meine Angst genau diesen Zeitpunkt wählt, um wiederzukommen. Ich frage mich, wie lange sie mich wohl diesmal begleiten wird. Und ich frage mich, ob es das überhaupt wert ist. Oder vielleicht doch ein bisschen absurd.

Es ist tatsächlich einer dieser „naja, weil ich halt schon drinsitz“-Sprünge.

Auf Exithöhe setze ich mein bestes Kameragrinsen auf und wir schwingen uns zur Tür hinaus. Wieder gut gehalten bis zur Stabilität, danach vorsichtig loslassen… Und ja, es geht ja! wir bleiben auf ungefähr gleicher Höhe, schwanken ein wenig voreinander auf und ab, kommen uns näher… und… die Hände berühren sich… halten sich…

Ein Punkt! Ein Punkt! Ein Puuunkt!!!!

Bin so überrascht, dass ich gleich anschließend die Kontrolle verliere und wieder um einiges höher steige. Macht nix, ist ohnehin Zeit zum Separieren.

Mein Schirm, der quirlig aufgeht (aber das ist auch schon das einzig quirlige an dem Ding) grinse ich breit den langen Weg bis zur Landung (übrigens wieder auf dem Hintern).

#58

Klatovy – Skyvan – 2er mit Markus

Nicht dass ich jetzt weniger nervös wäre. Aber jetzt geht’s weiter. Der nächste Schritt: Ein gelinkter Exit. Ready Set Go. Schon lange nicht mehr… hmmm… Wir halten uns fest und wirbeln einmal quer über. Stabil werden und Geschwindigkeit anpassen. Haben wir. Dachte ich. (Markus nicht, wie er mir am Boden sagt.)

Jedenfalls, wir lassen los, und er sinkt wie ein Stein unter mich. Oder ich bleibe oben wie ein Luftballon, das ist Betrachtungssache. Will unbedingt hinterher, aber es gelingt nicht. Er fallt und ich bleibe am Himmel picken. Hmpf.

Am Schirm gemütlich gehängt und in die Gegend geschaut. Schon schön. Und könnte ein bisschen reaktionsfreudiger sein. Na, was solls. Dauert ja nicht mehr lang.

Wieder beende ich die lange Schirmfahrt mit einem Hinternrutscher. Wird mit dem Ding wohl zur Gewohnheit.

#57

Klatovy – Skyvan – „2er“ mit Markus

Endich wieder in Klatovy. Endlich wieder ein Scheunentor zum Aussteigen. Trotz dieser „Heimkehr“ bin ich ziemlich nervös. Weiss eigentlich nicht warum, sind doch alle netten Menschen da, das Wetter ist Zuckerguß über dem Kuchen…

Markus will einen Zweier mit mir probieren. Weiß nicht recht. OK, sagt er, er springt mir nach mit der Kamera. Ich springe und kann gar nicht fassen, dass da, fast zum Greifen nahe, jemand mit mir in der Luft liegt. Wir umkreisen einander, ich grinse blöde und perplex. Lustig. Vor lauter Begeisterung beinahe die Separationshöhe übersehen.

Am Schirm (einem ausgeborgten alten, ziemlich ausgeleierten 200er als Übergang, bis mein eigenes Gear fertig ist) bin ich immer noch völlig von den Socken. Es ist ein Riesenunterschied zu einem Solosprung. Habe kaum auf den Boden oder sonstwas in der Umgebung geachtet. Beunruhigt mich.

Der Schirm selbst ist erwartungsgemäß träge und lasch. Flared kaum. Ich rutsche auf meinen Ledersandalen dahin und lande auf dem Hintern.

Nein

Nein, ich nehme mich nicht so todernst, wie das immer wieder anklingt. Es gehen nur manchmal die Worte mit mit durch.

Zulassen

Ein heißer Tag. Jetzt aber fällt Regen auf die Schienen und auf den Kies und auf meine Hose, die neu und noch imprägniert ist, die Wassertropfen können nicht eindringen und bilden winzige Tropfengirlanden auf dem Stoff. Ich sitze und warte auf den Zug, sehr lange schon, von jenseits des Hügels tönen Kuhglocken, tief und beharrlich, und der Bahnhofsvorstand pfeift den Sommerhit vom letzten Jahr.

Dann wieder blau, und ich denke, wie schön es wäre, über dieser Landschaft aus dem Flieger zu springen, Hügel und kleine Dörfer und der Fluß und am Horizont die Berge.

Die Regenfeuchtigkeit verdampft schon wieder, beruhigt setzen die Grillen ein, die Schwalben aber fliegen tief. Hinter den Blumenkästen offene Fenster und dahinter läutet ein Telefon, schrill und beharrlich.

Vorher war da eine Decke am Ufer und nackte Haut und viel Schweiß, und dann eiskalte Füße beim Spazieren im Fluß, der hier noch ein Bach ist. Und davor noch ein Ritt durch bergige Kindheitslandschaft und eine virtuelle Steinpilzsuppe und der Wind, der durch die offenen Autofenster weht. Und noch davor ein Terrassenfrühstück mit Kinderzutrauen und Fotos, Fotos, Fotos.

Jetzt aber diese Schienen, und auf einer Innenseite steht: “Donawitz 1937”, und ich frage mich, ob das eine Jahreszahl ist oder eine Materialnummer. Züge fahren durch, und schon lange, bevor sie durch den Bahnhof rauschen, erfüllt ein hohes Surren das Tal. Dann, wenn sie näher kommen, erzittert der Boden, und wie bei einem Rockkonzert läßt der stählerne Bass meinen Brustkorb vibrieren.

Ich sitze und schaue, nicht übers Tal sondern den Hügel hinauf, und ich würde gerne sitzen bleiben, für immer und noch länger, in der Juliwärme, im Julisonntag, ab und zu fährt ein Auto vorbei und dann wieder ein Zug, von links oder von rechts, und alle paar Minuten pfeift der Bahnhofsvorstand dieselbe Melodie, in wechslenden Tonlagen, und mein Wattekopf ist wieder da und macht mir Sorgen, und da war eine Stimme: “Du mußt es nur zulassen”, und ich frage mich was, was soll ich zulassen? Aber die Stimme kommt nicht wieder. Das macht nichts, wenn ich nur hier sitzen bleiben kann, am besten für den Rest meines Lebens.

Dann aber mein Zug, Stahl und Glas und klimatisiert schiebt er sich durch das Tal, von Bahnhof zu Bahnhof windet er sich, diese mir kaum bekannte Strecke entlang, und ich sitze alleine im Wagen, und ich frage den Schaffner nicht, wie lange es dauern wird, es dauert lange, aber das ist gut so: Der Schienenblues ist mir genug. Was zulassen, frage ich wieder die vorbeiziehende Landschaft, aber die Antwort kommt nicht und ich atme und entspanne mich, ich bin nicht müde aber meine Augen fallen zu, und hinter den Lidern angenehme Dunkelheit, ich bin hellwach und geborgen in meiner selbstgeschaffenen Höhle.

Und dann Bruck an der Mur, umsteigen nach Wien, der Croatia Express hat seinen Namen geändert und kommt jetzt aus Ljubljana, ganz normale Veränderungen, wenn man ein paar Monate nicht mit dem Zug fährt. Was sich nicht verändert hat, ist, dass er verspätet ist, aber als er doch kommt, sind es hochmoderne Waggons mit viel Platz für die Beine, alles sehr angenehm, klimatisiert auch der, leider, das ist der Lauf der Zeit.

Und mein Wattekopf hat sich zu einer ganz normalen Migräne entwickelt, das ist zwar unangenehm, aber beruhigend, das kenne ich, damit kann ich umgehen, ich schließe die Augen und bin sehr erleichtert, und der Zug fährt und fährt und dann steht er, steht lange, und der Lautsprecher sagt, er wird noch eine Weile stehen, und ich hole mir ein Bier aus dem Speisewagen, dann steige ich aus und rauche eine Zigarette und wechsle ein paar Scherzworte mit den anderen, die auch ausgestiegen sind und auch Zigaretten rauchen.

Der Akku von meinem Handy ist leer, und ich frage den Schaffner, ob es ein Zugtelefon gibt, und er lacht und sagt, das rentiert sich nicht mehr, seit jeder 2 oder 3 Handies einstecken hat, und ich borge mir von den Mitleidenden einen Akku aus und beruhige den Sufi, und jemand fragt den Schaffner, warum wir denn hier stehen. Weil ein bemitleidenswerter Mensch seinem patscherten Leben auf den Schienen vor uns ein Ende gesetzt hat, sagt der Schaffner, er sagt es etwas anders, aber für seine Worte eignet sich die Schriftsprache nicht, da wäre Malerei passender, viel Rot und ein bisschen Weiß in abstrakten Formen würde der Maler wählen, um wiederzugeben, was der Schaffner sagt.

Und wir schweigen und warten, und ein Besoffener ruft aus dem Fenster: Hat der Trottel nicht eine Stunde warten können, und alles schweigt betreten, irgendwo ein verhaltenes Kichern, und dann der unverkennbare Wiener Einwurf: Er hätt’ sich ja auch hintern Zug werfen können, dann müßten wir da nicht blöd herumstehen, und ich denke an den Lokführer von diesem anderen Zug, und wie es dem wohl jetzt gehen mag.

Und dann denke ich an den Moment, als ich geglaubt habe, ich müßte mich vor einen Zug werfen, damals, als die erste große Liebe in Scherben ging, und wie ich da gestanden bin an den Schienen und gar nicht sterben wollte, aber ich dachte, es wäre passend jetzt, es wäre die richtige Geste, und dann der Zug, das Gesicht des Lokführers von der untergehenden Sonne beschienen, und ich habe ihn an einem Tisch sitzen gesehen mit seiner Frau und die Kinder ringsum, die den ganzen Tag auf den Vater warten, damit er mit ihnen spielt, aber der Vater mag heute nicht spielen, er ist ganz blaß und sagt nicht warum.

Und dann habe ich umgedreht, damals, bin nach Hause gegangen, und die Welt war so scharf und klar und hell, und ich war eine andere als noch eine Stunde davor, und immer noch denke ich manchmal an diesen Lokführer, der keine Ahnung davon hat, dass er mir das Leben gerettet hat, und vielleicht hat er gar keine Frau und gar keine Kinder, vielleicht ist er ein Riesenarschloch und schlägt seine Freundin, vielleicht hat er gar keine Freundin und säuft sich nieder Tag für Tag, aber damals war er eine Sekunde lang wichtig in meinen Augen und nur deshalb bin ich jetzt hier.

Und auf dem dunklen, kühlen Bahnsteig rauche ich noch eine Zigarette und höre die Lautsprecherdurchsagen, die immer wieder mitteilen, dass sich die Züge von und nach Wien noch um 15-20 Minuten verspäten werden, dann noch einmal, und dann noch einmal, der Staatsanwalt muss erst kommen und sich das ganze ansehen und dann die Strecke freigeben, sagt der Schaffner, aber schliesslich ist es soweit und wir steigen wieder ein und der Zug fährt los.

Und meine Kopfschmerzen sind eine ferne, dunkle Wand, ich mag nicht mehr lesen jetzt, eine letzte Scheibe verkraften die schwach gewordenen Batterien des CD-Players noch, ich wähle etwas, was ich seit vielen Jahren nicht mehr gehört habe, da ist viel Schrott dabei, dafür ist die Skip-Taste da, aber auch die eine oder andere Perle, die mir in Vergessenheit geraten ist im Lauf der Zeit.

Dann ein Lied über den Krieg, diesen viel zu nahen Krieg, der immer noch viel zu wahr ist, und zur verschämten Gänsehaut gesellt sich das Gefühl dieses alten Fabrikshofs, in dem es regnet, damals die gleiche Gänsehaut, nur erschien das, was da besungen wird, noch etwas fremder, in der Zwischenzeit hat man sich wohl an den Gedanken gewöhnt: Oder vielleicht liegt es daran, dass das Leben damals warm und weich war: Wärmer und weicher als ich es ertragen konnte.

Und der Zug fährt, das ist gut, das war schon immer gut. Ich hätte gerne noch ein Bier, ich würde gerne im Raucherabteil eine Zigarette rauchen, aber ich bleibe sitzen, es ist gut, sitzen zu bleiben, besser als alles andere. Und draußen jetzt Flachland, der Berg ist überwunden, die Ebene erreicht, jetzt kann es nicht mehr lange dauern.

Und es dauert nicht mehr lange. Die ersten Ausläufer der Stadt, bunt strahlende Schriftzüge weisen den Weg wie Leuchttürme in der Dunkelheit. Hochhäuser, dunkel, mit einzeln erleuchteten Fenstern. Die Stadt, die mir von außerhalb wie ein vertrauter Feind erschienen ist, zeigt sich nicht feindlich: nicht freundlich. Sie ist nur da. Groß und breit und da.

Nicht mehr herumlaufen jetzt: Ein Taxi.

Und so viel zu tun, so viele Mails zu beantworten, so viel vorzubereiten für die nächsten Tage.

Nicht jetzt.

Gut’ Nacht.

U2

Eigentlich hätte ich mir das U2-Konzert ja gerne gegeben. Aber nach Sätzen wie “13.000 völlig enthemmte Fans signalisieren die bedingungslose Bereitschaft für eine Megaparty” danke ich dem Schicksal, dass ich zu Hause geblieben bin.

Liebe ist eine Allergie auf Lustirgendwas ist ja immer)

Schöner Buchstabe

ð

Krieg und Kaugummi

Im Kosovo gibt es eine Kaugummimarke namens NATO. Die Kaugummis sind in Sammelbildchen verpackt, die als Motive Soldaten, brennende Dörfer und die Identifizierung von Leichen zeigen. (Schwedischer Artikel mit Bildern)

Der Autor des Artikels überlegt, ob es sich um Propaganda handelt oder um ein gelungenes Gesamtkunstwerk, “das die Greuel des Krieges in scharfen Kontrast zum unschuldigen Sammelverhalten der Kinder stellt”.

Ich bezweifle, dass die Hersteller so weit gedacht haben.

Violence sells.

Enten, die Zeitung lesen

Seltsame Träume, seltsamer Kopf. Das Licht da draußen könnte auch aus dem November sein. Nach all diesen Träumen frage ich mich, ob ich wirklich wach bin oder ob das nur ein weiterer Traum ist. Autos auf Luftkissen kamen da vor. Und Fallschirme, an denen man hängt wie an einem Trapez. Und Enten, die kopfschüttelnd Zeitung lesen. Nja. Ab unter die Dusche.

Bushaltestelle

Tauben laufen zwischen den Füßen der Wartenden herum, unbeeindruckt von den großen Gestalten ringsum. Kranke Tauben. Eine hinkt, eine hat räudige Federn, eine hat eine eklige Geschwulst am Hals. Nehmen keine Notiz voneinander. Flüchten kaum, auch wenn man direkt auf sie zugeht. Eine Szene wie aus einem schlechten Horrorfilm. Zwei Leute unterhalten sich über die Vorfälle in Genua. Sie kommen zu dem Schluss, dass beide unrecht hatten: Demonstrant und Polizei. Nur dass der eine nie mehr eine Chance hat, das einzusehen, denke ich. Aus einem Haustor kommt eine blecherne Stimme, die fragt, wer da ist. Niemand in der Nähe der Tür. Der Bus kommt. Wenig Leute. Auf einer Bank sitzt eine Frau, sicher vierzig, spielt mit einem Gameboy, kichert unaufhörlich dabei. Die Leute starren sie an. Ich habe nichts zu lesen dabei. Mein Kopf ist seltsam leer und leicht. Irgendetwas stimmt nicht. Irgendetwas stimmt ganz und gar nicht.

Tom Robbins: Fierce Invalids from Hot Climates

Why, he might have asked, did it seem so tricky, so difficult, to lead simultaneously a romantic life and a fully conscious one? (Tom Robbins)

Handlung und Sprache gewohnt buntschillernd fremdspannend. Trotzdem am Ende irgendwie enttäuscht. Vom Ende.

 

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