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#41

Klatovy – Skyvan – Solo

Teste einen zum Verkauf stehenden Sabre 170, daher nehm ich’s ruhig & schau mir wieder mal die Landschaft an. Der Schirm lenkt sich cool, könnte mir gefallen. Schnelle Landung, fast trotzdem gestanden.

Die meisten, mit denen ich rede, meinen, 170 sei doch noch zu gross für mich. Hm. Nochmal drüber nachdenken.

#40

Klatovy – Skyvan – Solo

Dort wieder anfangen, wo ich aufgehört hab: Also ab auf den Rücken! Geht aber nicht so recht, und rücklings sinkt mir der Kopf weg, worauf ich erstmals kurz und ungeplant im Headdown ende. Windpfeifen und Geschwindigkeitsanstieg bringen mich schleunig dazu, mich wieder auf den Bauch zu drehen.

Mache eine erstaunliche Entdeckung: Das mit dem Entspannen funktioniert. Begeisterung.

#39

Klatovy – Skyvan – Solo

Moment mal, bin ich da etwa schon wieder geschubst worden???

Egal. Nachdem ich gestern festgestellt habe, dass es noch geht & noch Spass macht, Sollt ich doch was tun? Wie wär’s mit einem Salto, und dann ein bisschen… naja… faul wie ich bin: auf dem Rücken liegen, ja das kommt gut. Nur jedesmal, wenn ich rückenliegend auf den Höhenmesser schaue, liege ich auch schon wieder auf dem Bauch. Hm. Daran wäre zu arbeiten.

#38

Klatovy – Skyvan – Solo

Machts noch Spass? Ja, und wie! Da oben ist gut rumtrudeln, und mit dem von Markus geborgten PD 190 fühlt sich auch die Schirmfahrt ganz anders an als mit den Schulschirmen.

#37

Klatovy – Skyvan – Solo

Geht’s noch? Ja, es geht.

Drehe 2 Kreise, um den Flughafen zu finden. Dann komm ich drauf, dass er direkt unter mir ist.

Lose

Geschichten, die Worte werden wollten, hängen in losen Fetzen zwischen den Anforderungen aller Tage. Gedankenbilder: Hier ein Stück blauer Himmel, dort ein paar Wellen. Zehen, die Muster in den heissen Sand schreiben. Möwen als Boten zwischen Himmel und Erde. Eine Hand vielleicht? Eine Hand. Was macht sie? Macht feine Dinge, die große Hand. Vielleicht spielt sie auf einer Gitarre. Vielleicht bessert sie ein Fischernetz aus. Vielleicht baut sie eine Sandburg mit den braungebrannten Strandkindern, ein ewiges Kunstwerk bis zur nächsten Flut.

Vielleicht schaut er auf, er, dem die Hand gehört. Vielleicht wirft er einen Blick in den Himmel.

Vielleicht bin ich da oben.

Vielleicht.

Fast ein Sommertag

Rasenmähend, stundenlang dieses ungeeignete Elektrogerät über die viel zu hohe Wiese spazierengeführt, bis er schliesslich, eigentlich knapp vor dem Ziel, erschöpft aufgab.

Nicht, dass ich nicht auch erschöpft gewesen wäre. Aber ich hätte dieses letzte Viertel vom Garten noch fertiggemacht. Ganz bestimmt. Wenn mir das Ding (der Rasenmäher) nicht unter den Händen zusammengebrochen wäre.

Passte aber grad ganz gut: Der Sufi war ohnehin schon ganz nervös, weil er ins Cafe Storch wollte, wo sie die riesige Videoleinwand haben und freundlich genug sind, den Sufi die ran-Bundesliga anschauen zu lassen.

Naja, 2 Biere später wissen wir’s: Schalke wäre beinahe Meister geworden. Beinah. Schade, irgendwie.

Danach im letzten golddurchwirkten Sonnentageslicht zu den Wundschuher Teichen, und dort ist Ruhe von den Menschen, und was für ein Konzert: Vögel, Frösche, Fische die springen und schmatzen, dazu der Teich, der langsam, ganz langsam zur Ruhe kommt und den Wald, den Tag spiegelt in seiner wellenbefreiten Oberfläche.

Klar muss man da noch ein Bier trinken, die Seekneipe ist eine GAK-Hochburg, wie’s scheint, aber was die GAK-Fans heute zu singen haben, ist mir entgangen. Stattdessen nehme ich mein Bierglas und gehe runter zur Bühne am See, dort ist es still, und ein kaltes, klares Licht liegt über dem Horizont. Dazu die Frösche, die Vögel, und ab und zu ein Fisch. Und so kann es bleiben.

… und dann wollte ich noch über diesen Himmel schreiben

Über diesen Himmel auf der Fahrt von Wien nach Graz. Es war ein rauschendes Fest der Wolken, und auch die Sonne war eingeladen, und ganz unerwartet kamen noch weitere Gäste wie dieser Regenbogen, der kein Bogen war, sondern ein tiefer Kelch von Farben, und die durchsichtigen Nebelwesen in den Tälern zwischen den Hügeln.

Aber die Wolken: Vor allem die Wolken. Nach Osten zu eine dichte Decke, in allen Schattierungen von hellgrau bis tiefdunkelblau, manchmal am Horizont eine Ahnung von Regen: Dieser Schleier, der aus dem Dunklen oben bis auf die Erde weht wie der winterkalte Atemzug eines unsichtbaren Riesen.

Dann aber wendet sich die Straße und mit ihr der Blick nach Süden. Ungebrochen herrscht auch hier die himmelverhüllende Dichtheit des Wasserdampfs, aber darunter, davor, tauchen kleine Wolkenschäfchen auf, die lichtschnell dahintreiben unter der unbewegten Regenschwere. Und diese kleinen, unsteten Wolkenkinder spielen dahin und kriegen manchmal eine Ahnung, einen kurzen Lichtstrahl ab, aus dem Westen, wo die Sonne versucht, sich zwischen den dorthin ausdünnenden Wolken bemerkbar zu machen.

Im Westen das Chaos. Hier hat die Party ihren Höhepunkt erreicht. Hier ist die schwere Wolkendecke müde geworden, sie legt sich wie eine schwere alte Daunenfedertuchent auf die Hügel, die wir jetzt erreichen, und die Sonne, die sich gerade verabschieden wollte, dreht noch einmal um, um uns zuzulächeln. Hier rotten sich auch die kleinen, schnellen Fratzen zusammen und laufen um die Wette, während etwas, das wohl ein Gewitter werden wollte, vergeblich versucht, sich gegen die Auflösung zu wehren.

Die Sonne macht einen Abgang, nicht ohne von Ferne der schweren Decke noch einen goldenen Kranz zu zaubern, und dann beginnt es zu regnen, die majestätisch schwere Regenwolke hat gewonnen.

Aber ein paar Kilometer weiter bekommt die himmlische Gesellschaft neuen Schwung. Die Party geht dem Ende zu, und zum Abschluss zeigt hier jeder noch einmal, was er kann. Die Sonne hat einen großen, roten Farbtopf zurückgelassen, und alle Beteiligten springen hinein. Von feuerrot bis lila spielt der feuchte Himmel alle Farben, und wie sie tanzen: jeder Blick ein neues Gemälde, schöner und stärker als das zuvor. Und da, schon wieder, ein, nein zwei Regenbögen, sie stehen da und sonnen sich in ihrer Schönheit.

Jetzt wird es langsam dunkler. Die Gäste müde, die Party ist vorbei. Nur ganz da drüben glimmt noch, wie die letzte Ahnung von Wärme im Kamin, ein rotes Licht, das langsam, ganz langsam, verblasst.

So etwas habe ich hier noch nie gesehen. Das war ein skandinavischer Himmel, von ganz da oben kenn ich das.

Zu spät

Nichts mehr, nur dies: Die Schatten der Bäume, angestrahlt vom vorbeidriftenden Scheinwerferlicht, sind eine Ahnung des grünen Überschwangs von ein paar Stunden zuvor. Darüber ein Dunkel, das gegen die Stadt zu ein ferner, dann ein deutlicher, dann ein heller Schein wird. Westeinfahrt, nachts. Schönheit der Stadt.

(Und doch, abends noch, in der anderen Richtung, sonnenbestrahlte Jungblätter auf dunklen Ästen, dieses überschwengliche Glücksgefühl, der Stadt entronnen zu sein.)

Just Scribblin’ away

It’s alright, Ma…

Wenn man nun, so ganz unerwartet, im Bus nach Hause eine alte Freundin trifft & beschliesst, auf ein Bier zu gehen,

und wenn man dann so im Lokal sitzt und sich blendend unterhält und nach einiger Zeit schon das eine oder andere Bier getrunken hat,

und wenn dann der ebenfalls nicht mehr ganz nüchterne Wirt eine ganz großartige Livekassette mit Farandouri und Theodorakis auflegt,

dann weiss man, dass es höchste Zeit ist, nach Hause zu gehen.

Und dann stellt man noch fest, dass der Flipper nicht in der üblichen Ecke steht. Ich mein’, was soll das? Der Flipper, an dem ich Stunden um Stunden verbracht habe. Der Flipper, dessetwegen ich auf die eine oder andere Schachtel Zigaretten verzichtet hab, Ja, damals war es noch so: Entweder Flipper oder Zigaretten. Der Flipper hat immer gewonnen. Ein Grund, in dieses Lokal zurückzukommen, lange nachdem es seinen Zenit überschritten hatte. Aber da stand immer noch dieser Flipper, und der war besser als die Computerspiele zu Hause, und überhaupt: Das war ein Stück Glück.

Aber nicht mehr. Da biegt man ganz unschuldig um diese Ecke, hinter der, verdammt noch einmal, dieser Flipper zu stehen hat, und eigentlich ist man auf dem Weg zum Klo, und hat nur ganz leise im Hinterkopf die Frage, welches Flippermodell denn heute dort stehen wird – und dann…

… steht da keiner mehr. Stattdessen ein Videospiel, eins der dümmsten: Movie Quest. Eine Schande, und ernüchtert und um Jahre gealtert schleppt man sich in den Raum zurück, in dem das Bier langsam warm wird, aber immerhin: Immerhin spielen sie Theodorakis und Farandouri, und das heisst nichts anderes, als dass es Zeit wird heimzugehen…

Und wenn man diese Warnung überhört, und sich weiter unterhält mit einem Ohr, während das andere dieser wunderbaren Musik nachhängt, dann aber, beim nächsten Bier oder beim übernächsten, bemerkt, dass man die Musik aus der Aufmerksamkeit verloren hat und dass jetzt plötzlich der Soundtrack von “Easy Rider” erklingt, dann kann man ganz sicher sein, dass man einen Punkt erreicht hat, an dem man schon längst im Bett liegen und schlafen sollte.

Was solls.

Mödling

Da war Sonne, da war es warm, und da war ein Flieger, und da war schnelle kalte Luft. Und da waren nette Menschen. Und später war da ein Teich, und der war gar nicht so kalt, und immer noch Sonne. Und noch später waren wir in einer kleinen Stadt, die mich immer ein bisschen traurig macht, weil sie so perfekt ist und so liebevoll erhalten und so voller Schmuckstücke: und weil ich mir denke, wenn ich nicht wissen würde, dass die Welt da draussen ganz anders ist, würde ich gerne hier leben; aber weil ich es weiss, würde ich es nicht aushalten. Und da war ein erstklassiges Abendessen und eineinhalb Bier, und angenehme Gespräche, und jetzt bin ich zu müde, um noch denken zu können. Geschweige denn schreiben. Daher lass ich das jetzt auch.

#36

Bad Vöslau – Cessna 206 – Solo

Fremdes Flugzeug, fremder Schirm, fremder Landeplatz. Die Springer in Bad Vöslau sind absolut nett und hilfreich. Der Tag ist unglaublich schön, strahlendes Wetter & der Frühling hat alles Grün gemalt. Zuerst heisst es allerdings warten, anscheinend ist ein Tandemsprung als Muttertagsgeschenk in Mode gekommen. Na gut.

Die Maschine ist gelb und erstaunlich schnell in die Höhe zu bringen. Ich sitze am Boden neben dem Piloten und bemühe mich, ein paar Blicke auf die Gegend zu erhaschen. Schön.

Endlich Exit-Time. Freundlich dirigiert von Mike, aber trotzdem etwas ungeschickt, finde ich den Weg vom Kopiloten-Platz zur Tür. Immerhin ist die gross genug. Ich lasse mich vorsichtig hinausgleiten, heute schon genug Neues zu verkraften. Der ungewohnte Seitenwind drängt mich trotzdem in eine Art Schraube, die sich erstaunlich elegant anfühlt (da kann mir keiner widersprechen, schliesslich war ich „last out“ ;-))

Huch, so ganz ohne Kombi pfeift der Wind ganz schön durch. Bin sehr konzentriert, erst meinen Griff und dann den Flughafen zu finden. Beides im Endeffekt eigentlich ganz leicht. So ganz nebenbei tief unter mir und ein bisschen drüben noch einen Relativ-Zweier beobachtet. Sieht alles so leicht und spielerisch aus… wenn die ausführenden Personen es können!

Dann, nach dem letzten Abenteuer erst recht, etwas höher ziehen. Da ist er ja, der Goldstück-Griff. Achja, loslassen sollte ich auch.

Auf luxuriösen 1400 Metern hänge ich am Schirm, der sich recht bockig lenkt. Ein paar Meter tiefer kommt der Wind auch noch böig. Die Konzentration auf das (für meine Gewohnheiten) winzigkleine Landerechteck nimmt mir die Zeit, viel von der traumhaften Gegend zu sehen. Teiche gibt es da, und ganz weit weg die Berge und über den Bergen ein paar Wolken…

Ziehe meine Kreise und erwähle dann doch die grosse Wiese statt der kleinen zum Landen. Lieber ein paar Schritte gehen, statt mit aller Gewalt… Brauch ich gar nicht. Nach einer sauberen Landung kommt das orange Taxi.

Zu schade

Douglas Adams hat diese Welt verlassen. Dabei hatte ich immer gehofft, die fünfteilige Trilogie würde noch ein paar Teile mehr bekommen. Oder “The deeper Meaning of Liff” würde vielleicht noch mehr Tiefsinn kriegen. Wirklich schade.

Endlich ausschlafen

Hab ich gedacht. Um sieben Uhr zwanzig bin ich hellwach. Einen diffusen Traum im Kopf, in dem mir Stefan Raab sein Sweatshirt schenken will, wenn ich mit ihm ins Bett gehe. “Ich hab’s im TV getragen”, sagt er. Als ich noch überlege, wie ich sein Ansinnen ablehne, ohne ihn zu beleidigen, weil er trotz allem ein netter Kerl ist, wache ich auf.

Auf der Straße kläfft ein Dackel. Die Sonne bahnt sich ihren Weg durch die Jalousien. Immer schon ist es mir schwer gefallen, einzuschlafen, wenn ein Lichtstrahl um mich herumtanzt. Ich stecke meinen Kopf unter die Decke. Das nutzt nichts. Ich weiss, dass das Licht da draussen ist.

Eine Stunde liege ich noch so und schaffe es in eine Art gedankendurchwobenen Halbschlaf. Dann wacht der Nachbar auf. Er begrüßt den Tag mit einer HipHop Session, die mich unverzüglich in die Senkrechte befördert. Da gibt’s nur eins: Zurückschlagen. Rein mit dem selbstgebastelten Frühlings-Sampler und die Lautstärke hoch.

Und wenn ich schon an einem Samstag so unverschämt früh wach bin, kann ich genauso gut anfangen, die Wohnung zu putzen.

Song zum Tag:

Tocotronic – Morgen wir wie heute sein

Tocotronic – Morgen wird wie heute sein

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