Rolling Stone – Best of 2015

Nachdem es mir 2015 gelungen ist, mich komplett von Mainstream-Radio fernzuhalten, und ich alle meine aktuellen Musik-Favoriten anderswoher kenne (Playlist folgt wie gewohnt zu Silvester), war die CD des Rolling Stone eine gute Gelegenheit, sich mal anzuhören, was die anderen sich so anhören. (Links gibt’s überall dort, wo ich ein allgemein zugängliches Audio/Video gefunden habe, ohne Registrierung oder anderen Scheiß.)

  1. Natalie Prass – Never over you – Hm. Ein wirklich nettes Stimmchen, und im Intro auch durchaus interessante Anklänge – die sich aber gegen den Refrain zu nachhaltig verlieren. Das beste, was ich noch dazu sagen kann, ist, dass mich das Keyboard ein bisserl an die Rocky Horror Picture Show erinnert. Unterm Strich: Nein Danke.
  2. Robert Forster – A Poet Walks – Hm again. Es ist etwas in der Stimme, das mich an alte Punk-Abenteuer erinnert, es ist etwas in der simplen aber bedeutungsschwangeren Instrumentierung, das mich fasziniert. Für ein Momenterl. Bevor es halt dann doch ganz schnell langweilig wird. Im Mittelteil haben wir von Bob Dylan geklaut (one more cup of coffee). Unterm Strich: I wish I was a punk rocker with flowers in my hair. Aber das kam auch schon mal besser.
  3. Julia Holter – Night Song – Hier wär das dritte Hm fällig, aber ich will euch ja nicht langweilen. A propos langweilen: Der Song ist todlangweilig. Was ich nicht gerne sage, weil ich irgendwie auch hören kann, wo sie hinwill, und weil ich das, wenn es gelänge, dann durchaus mögen würde, aber… sie kommt halt nicht dort an. Unterm Strich: Please shoot me.
  4. Joanna Newsom – Leaving the City – Ich hasse die Stimme. Ich hasse das Arrangement. Ich hasse meinen CD Player. Es klingt ein bissl wie ein Mittelding zwischen Jennifer Rush und Sheena Easton, nur ohne die Einzigartigkeit der jeweiligen Stimmen.  Unterm Strich: Kann ich bitte Ohrstöpsel haben!?
  5. Faith No more – Sunny side up – Der Song macht mich kaputt. Im Intro, in jeder Strophe, absolut spannende, hörenswerte Musik, aber der Refain ist zum Davonlaufen. Der Kontrast ist nicht auszumderhalten. Unterm Strich: Jungs, wenn ihr’s so gut drauf habts, warum quälts ihr mich zwischendurch so?
  6. Laura Marling – Gurdjieff’s Daughter – Mir fallt nix intelligentes dazu ein. Unterm Strich: Wo ist der Ausschaltknopf?
  7. Father John Misty – The Night Josh Tilman came to our appartment – aushaltbar. Was weniger für den Song spricht, als gegen die davor. Unterm Strich: Jemand sollte den Jungs schonend beibringen, dass die Glamour-70er vorbei sind.
  8. Rickie Lee Jones – J’ai Connais Pas – Nunja, ein L’amour-Hatscher geht immer. Solange es bei einem bleibt. Unterm Strich: Vielleicht mal bei Susan Tedeschi nachfragen, wie man den Stil halbwegs unbeschadet in die Gegenwart bringt.
  9. Tom Jones – Tomorrow Night – Na, da hätten wir immerhin eine durchaus akzeptable Gitarre, obwohl das Beserlschlagzeug mich fast schon wieder in die Flucht schlägt. Die Stimme von Tom Jones mag man oder man mag sie nicht, meins war sie nie. Unterm Strich: Welches Jahr schreiben wir eigentlich?
  10. Kamasi Washington – Henrietta our Hero – geht noch zwei Jahrzehnte weiter in die Vergangenheit. Mir fallt grade nix ein, was ich aksutisch mehr hasse als diese 40er-Jahre Musical-Scheiße, außer vielleicht die Pseudo-Volksmusik von Gabalier und Konsorten. Unterm Strich: Ich will jetzt endlich heim zu meinen eigenen Playlists, verdammt!
  11. Rhome – Paradise – Offenbar sind die achziger auch noch nicht tot. Schade eigentlich. Unterm Strich: Wenn schon die Art von Musik, dann lieber von jemandem, der es kann

Tja, und jetzt bin ich selber enttäuscht. Eigentlich hätte ich von einer Best-Of-Jahres-CD zumindest einen Song erwartet, der sich für die persönlichen Archive eignet… naja. Was meine Playlist anbelangt, muss ich die noch ein bisserl eindampfen. Zweieinhab Stunden sind zuviel für ein einziges Jahr.

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This article was written by Andrea

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