Saftiger brauner Kuchen

(Menge für ein durchschnittliches Backblech; für Tortenform halbe Mengen nehmen)

200g Butter
200g Zucker
6 Eidotter

schaumig verrühren, dann

4 Rippen Kochschokolade schmelzen (damit sind die breiten Rippen der bitteren Riesentafel gemeint) und unterrühren (nicht zu heiß, wegen Ei & Butter)

60g Semmelbrösel
200g kleingeriebene Haselnüsse [Noch besser Walnüsse, muss man dann aber nach Gefühl ein bisschen weniger nehmen]
100g Mehl & ein ganzes Backpulver
4 Esslöffel Rum unterrühren, dann ca 1/4l Vollmilch zusetzen (besser zuerst 1/8l und vom Rest langsam nachgeben, bis backfähige Konsistenz erreicht)

Schnee von 6 Eiklar steif schlagen & vorsichtig unterrühren.

Bei mittlerer Hitze im Backrohr ca. 35 Minuten backen (am Blech; Backzeit für Torte hab ich leider nicht – muss man testen…).

Kuchen kann wie gebacken gereicht werden oder in zwei Hälften geteilt mit Marmelade gefüllt (empfehle hierzu Ribiselmarmelade – oder auch Johannisbeere, wie das im Norden heisst – Marille schmeckt nicht so gut dazu) – oder auch zusätzlich mit Schokoglasur (was mir persönlich dann fast schon zu üppig wird).

Disclaimer: Für etwaige Gewichtszunahmen bin keinesfalls ich verantwortlich zu machen!

[edit] 5.8.2005 Natürlich hat sich seit jenen Tagen einiges verändert. Nach etlichen Jahren ohne Backrohr habe ich jetzt endlich wieder eines und habe endlich wieder diesen meinen Lieblingskuchen knapp hintereinander für 2 Geburtstage gebacken – mit folgenden Ergebnissen:

1.) Die Schoko-Tafeln sind jetzt flacher. Nimmt man die (erstklassige!) Manner Kochschokolade, sind statt der 4 eher 6 Rippen zu empfehlen.

2.) Die Backpulverpackerln sind deutlich größer geworden. Von der heutigen Größe reicht ein halbes völlig aus. (bei dem vielen Eischnee wäre es vielleicht sogar möglich, das Ding ganz ohne Backpulver zu backen? Das werde ich demnächst mal testen.)

3.) Rumaroma im Kuchen ist einfach nicht dasselbe wie Rum im Kuchen. Den Fehler mach ich bestimmt nie wieder.

Geschichte: Laut meiner Grossmutter, von der ich das Rezept habe, stammt es aus der Küche eines Gutshofs, auf dem meine Urgrossmutter Anfang des 20. Jahrhunderts in der Küche beschäftigt war. Vermutlich hat es schon vor meiner Zeit einige Veränderungen mitgemacht – ich kann mir kaum vorstellen, dass es zu jener Zeit schon Backpuöver in Tüten gegeben hat. Aber ich könnte mich auch irren.

Anlässlich der wiederentdeckten Backfreuden habe ich den “saftigen braunen Kuchen” auch einmal gegoogelt. Außer den offensichtlich von mir inspirierten Einträgen gibt es zwei Fundstellen: das ganze als Rehrücken bei abacho.de. Wieso man dort die Haselnüsse, Mehl Brösel und Milch abwechselnd unterheben soll, bleibt unklar – außerdem gehört der Schnee auf jeden Fall zum Schluss rein, sonst kann er ja seine Aufgabe des Lockerns nicht richtig erfüllen. Letzteres weiß auch Katharina Lehofer auf landwirt.com, nur hat sie den essentiellen Rum vergessen.

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