Seltsame Gewohnheiten

Bei einer versuchten kritischen Selbstanalyse meines Tagesablaufs (Ziel: mehr Zeit, weniger Stress) ist mir aufgefallen, dass sich in meinen Tag eine ganz seltsame Form von Stehzeiten eingeschlichen hat. Unter bestimmten Umständen verliere ich meine ansonsten durchaus in vernünftigem Maß vorhandene Mutitasking-Fähigkeit. Die Umstände:

– Eine Aufgabe, auf die ich keine Lust habe, die aber trotzdem erledigt werden muss,
und
– etwas, das mich daran hindert, diese Aufgabe zu erfüllen.

Beispiel: Ein Artikel, der geschrieben werden muss – aber dazu fehlt noch eine zentrale Information, und die erwartete Email ist noch nicht da.

Da könnte man doch einiges erledigen, während man aufs Posteingangs-Klingeln wartet, Emails beantworten zum Beispiel, oder auch Telefonate führen; an einem anderen Text arbeiten, Mini-Layout-Korrekturen an der einen oder anderen Seite vornehmen, etc., etc. –  aber nix. Stattdessen
– werf ich einen Blick auf ORF.at
– laufe vom Fenster zur Tür und wieder zurück
– lehn mich im Sessel zurück und wundere mich über Staubflankerln an der Decke
– geh wieder zum Fenster und schau nach, wer da unten pfeift
– leg die Füße auf den Schreibtisch und wackle mit den Zehen
– fange an, die Apps auf meinem iPhone hin und her zu schubsen

…und so weiter, und so fort, und schon hab ich eine halbe Stunde verloren. Oder mehr.

Aber lustigerweise eben nur dann, wenn es um eine Sache geht, die ich nicht machen mag. Handelt es sich dagegen um einen Artikel, den ich eh gern schreibe, mache ich in der Wartezeit ganz normal mit anderen Aufgaben weiter. Es scheint sich also um eine seltsame Form der Zielfixierung zu handeln, die mich dann befällt, wenn mir etwas Lästiges bevorsteht, ganz und gar kontraproduktiv und im Side-Effekt die Unlustigkeit noch überbetonend.

Hm. Und wie brech ich das jetzt auf?

Teilen? Tweet about this on TwitterShare on Google+Share on FacebookEmail this to someone

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.