Stricksorgenkind

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Es hat so schön begonnen mit dem Westen-Projekt (hier das Strickmuster), aber danach wurde es immer mühsamer. Der erste Rückschlag war, dass ich deutlich zu wenig Wolle geordert hatte – wer denkt auch daran, dass es 50g-Knäuel geben könnte? – Ich nicht! (Man hätte natürlich auch die Details lesen können, aber, naja…). Beim ursprünglichen Shop gab es die Wolle nicht mehr, und erst nach langer Suche konnte ich sie (etwas abenteuerlich mit Zahlungsvarianten und Pfund-Umrechnung) direkt aus England nachbestellen.

Der zweite Haken war, dass das Muster voller Fehler steckte. Und das, wo ich zum allerersten Mal entschlossen war, der Vorlage bis zum Ende zu folgen – meistens bin ich schon nach dem Bündchen voll in meine eigenen Ideen verstrickt. Hier blieb ich stur und musste das erste Drittel insgesamt drei Mal stricken, bevor es passte. (Vermutlich hätte ich es nach dem zweiten Auftrennen in die Tonne getreten, hätte ich nicht die hilfreichen Anmerkungen anderer Ravelry-Stricker gefunden.)

Schließlich blieb das nicht mehr sehr geliebte Stück drei Wochen unberührt liegen, weil es mich so nervte, völlig unnötig (weil nicht von Farb-Notwendigkeiten getragen) mit drei Knäueln herumzujonglieren. Zur Fertigstellung entschloss ich mich nur, weil ich mir nicht erlaubte, mit etwas Neuem anzufangen, bevor das Ding nicht fertig war.

IMG_9606Da ist es nun, und ich kann mich beim besten Willen nicht mehr erinnern, warum ich das Ding so dringend machen wollte. Zum einen weiß ich gar nicht, worüber ich die Weste tragen wollte – ich fand’s zwar spannend, einmal etwas Körperbetontes zu stricken, und finde es beglückend, dass es tatsächlich passt, aber ich hab eigentlich nichts, was ich darunter anziehen könnte. Zum anderen geht die wunderbare Struktur der Wolle bei diesem Muster beinhae unter. Und zum dritten habe ich mich so oft über das Projekt geärgert, dass ich gar keine Lust mehr habe, es auch nur anzuschauen (was man auch an dem etwas lieblosen Selbstportrait merkt).

Ich werd die Weste also erst Mal unvernäht liegen lassen und in einer Woche entscheiden, ob sie bei mir bleibt oder wieder aufgetrennt wird, um mit der nach wie vor geliebten Wolle etwas ganz anderes zu machen.

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