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Moin!

Wattewolken

Der Sonntag nach dieser Wenigschlafnacht ist ein Wattewolkentag. Seit dem ersten Gewitter gegen zwei Uhr früh regnet es ohne Unterlass, nur die Stärke variiert. Draußen in der Veranda sitzt es sich trocken und doch frischluftdurchzogen. Das Vogelkonzert stört sich nicht an den Wassermassen. Mit diesem Gefühl sollte ein Roman beginnen.

blumen
 

Später am Tag

Der Himmel hat sich doch noch freundlich gezeigt. Nette Gäste, nett geplaudert. Daneben, danach Welschriesling und Lamm in Limonen. Fein.

 

Tiefstehende Sonne

…wird zum Leitmotiv dieser Tage, denn sie ist auch heute wieder da, als wir zu diesem Haus fahren, das jetzt beinahe verkauft ist und mir alleine schon dadurch ans Herz wächst, ganz zu schwiegen von diesem Garten, der…

in der Dämmerung noch einmal alle Blumen aufleuchten läßt, als würde er mir absichtlich alles das vorführen, was ich verlier, und nein:

Ich vergesse es nicht!

Ich bin die Chronistin.

Ich vergesse nicht.

Nicht die Rosen und nicht die Apfelbäume und nicht das Glühwürmchen und nicht die Luft, die nach Sommer riecht und nicht den Zug, der vorbeiflüstert und nicht die Autobahn ganz weit entfernt, die man nur hört, wenn der Wind aus einer bestimmten Richtung weht,

und nicht diesen Abend, der ein besonderer ist, weil ich endlich wieder einen Song geschrieben habe,

und nicht die Sterne und nicht das leise Surren, mit dem die Falter um die Glühbirne kreisen:

Keine Sorge.

Ich vergesse es nicht.

Fast ein Sommertag

Rasenmähend, stundenlang dieses ungeeignete Elektrogerät über die viel zu hohe Wiese spazierengeführt, bis er schliesslich, eigentlich knapp vor dem Ziel, erschöpft aufgab.

Nicht, dass ich nicht auch erschöpft gewesen wäre. Aber ich hätte dieses letzte Viertel vom Garten noch fertiggemacht. Ganz bestimmt. Wenn mir das Ding (der Rasenmäher) nicht unter den Händen zusammengebrochen wäre.

Passte aber grad ganz gut: Der Sufi war ohnehin schon ganz nervös, weil er ins Cafe Storch wollte, wo sie die riesige Videoleinwand haben und freundlich genug sind, den Sufi die ran-Bundesliga anschauen zu lassen.

Naja, 2 Biere später wissen wir’s: Schalke wäre beinahe Meister geworden. Beinah. Schade, irgendwie.

Danach im letzten golddurchwirkten Sonnentageslicht zu den Wundschuher Teichen, und dort ist Ruhe von den Menschen, und was für ein Konzert: Vögel, Frösche, Fische die springen und schmatzen, dazu der Teich, der langsam, ganz langsam zur Ruhe kommt und den Wald, den Tag spiegelt in seiner wellenbefreiten Oberfläche.

Klar muss man da noch ein Bier trinken, die Seekneipe ist eine GAK-Hochburg, wie’s scheint, aber was die GAK-Fans heute zu singen haben, ist mir entgangen. Stattdessen nehme ich mein Bierglas und gehe runter zur Bühne am See, dort ist es still, und ein kaltes, klares Licht liegt über dem Horizont. Dazu die Frösche, die Vögel, und ab und zu ein Fisch. Und so kann es bleiben.

Dammstraße 2

Her mit dem Futter, aber fix! (Tiger’s Bruder, Datum ungefähr)

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