Schlagwortmusik

Mini-Urlaub

Hary Wetterstein im Mosquito

Tja...

Donausunset

2016-08-06 20.11.43

2014 war eher ein Herbstlüfterl

Musik
Nicht allzu viel Neues. Seit dem Switch zu Google Play Music war ich vorwiegend damit beschäftigt, meine alten Schätze wiederzuentdecken. 3 Entdeckungen (nicht neu aus 2014, sondern von mir heuer gefunden)

Was mit gutem Text und so | Was Ungewöhnliches für mich (mag daran liegen dass es die erste gefühlt “richtige” Musik nach eineinhalb Tagen Aufzugspop war, aber irgendwie… hat mich das Ding erreicht) | Und jetzt noch was Rockiges. Zum Ohrenputzen!

Ansonsten viel Dylan gehört. Und Nick Cave. Und Leonard Cohen. Und Patti Smith. Und Dorian. Und dann noch mehr Dylan.

Konzerte
Nur ein großes. Dylan auf der Burg Clam, natürlich! Ansonsten wunderbare kleinere. Ein sommerlicher Ripoff Raskolnikov im WUK. Der unermüdliche Hary Wetterstein in unterschiedlichen Settings. Viele weitere moment-wunderbare BardInnen und RockerInnen . Ah, und noch eine Neuentdeckung: Der feine Alex Miksch. Wie konnt mir der nur so lang entgehen?

Eigene Auftritte
Viel viel weniger als erhofft, weil den Gitarrero meines Vertrauens gesundheitliche Probleme abhielten. Trotzdem ein paar sehr sehr feine Dinge:
Mit Hary Wetterstein im Cafe Industrie – (das sollte endlich mal online… mal sehen) (Und nochmals vielen Dank an Hary für’s kurzfristige Einspringen!)
Mit Michaela Benyr im Grünbacher Urhof
Ein paar spannende Open Mike-Geschichten, mich sehr gefreut, auch bei Geburtstagen und Jubiläen befreundeter KüsntlerInnen etwas beitragen zu dürfen, und zuletzt (zeitlich, nicht inhaltlich!) “Ihr Rinderlein kommet” in der bunten Kuh

Gelesen
Dies und das, vorwiegend Krimis, nichts merkens- oder bemerkenswertes. Viel im Internet, darunter besseres, das allerdings wegen mehrfachen Wechsels der Bookmarksoftware auch vergessen geblieben sein wird (ein Hurra für unmögliche Tempus-Konstruktionen!). Vorsatz für 2015 (endlich hab ich auch einen Vorsatz): Bessere Bücher lesen und die dann auch wieder auf Goodreads eintragen (und die schlechten auch).

Fliegerei
Ich war als Zuschauer beim Air Race. Und bei der Air Challenge. Oh, und auf der Aero natürlich, aber da fliegt ja nix mehr. Selber bin ich heuer leider weder irgendwo raus- noch mitgeflogen. Also, außer im Airliner, aber das ist ja fad.

Beruflich
Viel unterwegs, Im Zug quer durchs Land. An Bundesländern habe ich nur Tirol ausgelassen, durchgefahren bin ich, aber ausgestiegen nicht. Geschrieben, fotografiert. Sehr froh mit meinen Aufgaben, nicht immer mit meiner Umsetzung der selbigen. Gekämpft und geliefert. Gelobt & kritisiert worden. Zwei Dinger kräftig in den Sand gesetzt. Aber immerhin danach nicht mehrere Wochen unterm Teppich verbracht, wie früher gern.

Privat
Ichweißnichtichweißnicht, Gefühlszeugs mag ich immer weniger ins Netz schreiben. Liegt’s am Netz oder liegt’s an mir? Sagen wir einfach mal so: 2014 war “durchwachsen”. Wunderbare Momente, schlimme Zeiten. Grausame Gedanken, zarte Tage. Es gab schon schlimmere Jahre als dieses, aber es darf ruhig noch etwas besser werden.

Verwunderung des Jahres
Das Stricken wiederentdeckt. Zeitweise geradezu manisch. Nach der Fertigstellung eines ca. 8 Jahre alten Schaltuch-Projekts ein Rotkäppchen-Cape und eine Landschaftsdecke im Schärendesign ermascht, danach an den ersten Pullover seit den 90er-Jahren gesetzt (gemischtes Resultat: Immerhin ist es gelungen, den Pulli nicht 2 Nummern zu groß zu stricken – was man von den Ärmeln nicht sagen kann…), aus den Resten der Deckenwolle eine Schlauchhaube kreiert, eine Tasche aus Filzwolle probiert, und aus den restlichen Resten reichlich Fleckerln für eine zukünftige Patchwork-Decke gesammelt. Derzeit auf der Nadel: Ein Schal aus echt nervig unregelmäßiger, aber wunderschön blau-schwarzer Wolle, und vor allem: Ein Hängekleid aus der schönsten Wolle aller Zeiten. Ich glaub, dazu muss ich demnächst einen eigenen Eintrag schreiben.

Watching TV
Auch das Fernsehen wiederentdeckt, was irgendwie zum Stricken gehört. Wobei, die Überschrift müsste eigentlich “Watching Internet” heißen. Diverse Streaming-Dienste ausprobiert, Netflix wird mir wohl bleiben, Amazon Prime ist schon wieder gekündigt. Flimmit ist cool, weil man auch ohne Abo Einzelfilme “ausleihen” kann. Und Dokumentationen, jede Menge Dokumentationen über alles mögliche und unmögliche auf Documentaryheaven. Oh, und wohlmeinende Menschen haben auch ein paar DVDs in meine Richtung geworfen…

Besonders gern gesehen:
Game of Thrones
Doctor Who
Orange is the new black
Die Afrika-Naturdokus von David Attenborough
Shaun of the Dead
Donnie Darko
Star Trek (ungefähr zum 7. Mal – TNG rocks. DS9 ist im Jänner wieder dran)

Besonders enttäuscht von:
The Matrix (hatte ich vorher tatsächlich nie gesehen)
Sherlock (bei aller Freude am Britischen, die Besserwisserei nervt mit der Zeit immens) (dabei hab ich die Bücher immer gern gelesen)

Oh, und immer wieder Musikfilme, mit niemals endender Begeisterung. The Last Waltz. No Direction Home. I’m Your Man. It Might get Loud. … und noch ein paar!
(ich wollt’ das alles linken, aber ganz ehrlich… ich bin zu faul. Ihr findet es auch so!)

Ärgernisse des Jahres
Dass ich tatsächlich meinen verschütteten Feminismus ausgraben musste. 2014. Vielleicht singt ja doch noch irgendwann mal irgendwer meine Hymne? Und, erinnert sich noch jemand ans Binnen-I?
Dass man immer wieder um naturwissenschaftlich längst Belegtes diskutieren muss, jahimmelarschundzwirn! Es gibt keine Chemtrails, und nein, Impfungen verursachen keinen Autismus. Et cetera. Punkt.

Entzückungen des Jahres
Spaziergänge ins Blaue ( 1, 2, 3 und noch ein paar). Zärtlichkeiten. Der Fotomarathon.

Wie jetzt, keine Fotos?
Doch! Hier!

Und 2015?
Findet statt, da bin ich sicher. Mehr nächstes Jahr hier. Vorausgesetzt, mir fällt kein Dachziegel auf den Kopf.

Liebeserklärung

Darling,

ich weiß, man hat dir in letzter Zeit schwer zugesetzt. Nicht immer ganz zu unrecht, ich sage nur: Privacy. Mobbing. Security. Aber auch wenn unsere Beziehung im Detail durchaus noch Entwicklungspotential hat, darfst du dir sicher sein: Ich liebe dich. Mit wem sonst könnte ich auf der Suche nach derkünstlerisch wertvollen Umsetzung des für Österreich vielleicht wichtigsten Fussballspiels aller Zeiten über eine schwedische Punkrockdokumentation aus den 80ern stolpern, in voller Länge, und dann mit wenigen Klicks auf die möglicherweise* beste Cannabis-Doku aller Zeiten umschalten – aus Graz? Während ich durch das faszinierte Zusehen zwar verlässlich an eigener Produktivität gehindert werde (an manchen Tagen ist das ganz einfach wunderbar), aber trotzdem per Mail-, IM- und Facebookklingeln verlässlich über jeden möglicherweise zeitkritischen Kontaktversuch informiert werde? Ach du mein wunderbares, mittlerweile auch nicht mehr ganz junges Internet – was täte ich nur ohne dich? Immer die gleichen alten Videos anschauen, vermutlich. Die natürlich auch nicht schlecht sind. Aber Abwechslung ist definitiv besser!

Mit herzlichen Grüßen und einem dicken Kuss, beglückt,
Sturmwarnung.

PS: Einenganz besonderen Gruss an deinen Cousin, das WLAN. Auch wenn ich mich lange dagegen gewehrt habe, dass er bei mir einzieht (wer braucht schoin WLAN auf 28 m2?): dass ich diesen Eintrag jetzt schreibe, liegt nur daran, dass er meinen Laptop mit der großen weiten Welt verbindet, während am Hauptbildschirm immer noch schwedischer Punkrock tobt.

* [um das zu verifizieren, bräuchte ich Zugriff auf die seltsamerweise immer noch verbotene Substanz, die ich schon verdammt lange nicht mehr “in echt” gesehen habe]

Mostly harmless

Meinem Rücken gefiel die Idee nicht, dass ich mit einer Hand den Staubsauger und mit der anderen die Matratze stemmen wollte. Er sagte “Aua!” und hinderte mich in der Folge an schnellen Bewegungen, was mich um einen erfreulichen Arbeitsausflug und in der Folge um einen möglicherweise noch erfreulicheren Kulturabend brachte. Jetzt, wo der letzte Zug abgefahren ist, beruhigt er sich wieder. War ja irgendwie auch klar. Dafür habe ich vor dem Computer einiges weitergebracht. Immerhin.

Davor düstere Träume in einer seltsam unruhigen Nacht. Nichts eigentlich schlimmes, nur Postpunk-Landschaften und gleichgültige Menschen. Ein Hafen ohne Schiffe. Eine Lagerhalle ohne Inhalt. Jemand, dem man sagt: Magst du zu mir kommen? Und er antwortet: Egal. So ein “egal” ist viel schlimmer als ein Nein, und ich hoffe, es bleibt ein Traum. Beim Aufwachen nach dem Phon gegriffen und die Uhrzeit ablesen wollen, es blieb dunkel. Schreckliche Sekunden lang darüber nachgedacht, was denn jetzt kaputt ist, bevor mir die einfachste Variante einfiel. Akku leer. So war es auch.

Es wurde gerade hell draußen, und wie immer, wenn ich in der Dämmerung aufwache, konnte ich nur schwer wieder einschlafen. Im Rumwälzen über ein Gespräch nachgedacht, ein kürzliches, in dem jemand meinte, ihm bleiben vielleicht noch 20 Jahre, statistisch gesehen. Wozu jetzt noch anstrengen? Warum nicht gleich drauf pfeifen? – Natürlich hatte ich dagegen gesprochen, natürlich hatte ich nicht erwähnt, dass der Gedanke nicht fremd ist. Aber es ist schon ein verdammt seltsames Gefühl, zu wissen, dass die Zeit, die ich schon auf dieser Welt verbracht habe, länger ist als die, die ich noch hier verbringen werde. Also aller Wahrscheinlichkeit nach. Wenn nicht jemand die Wunderpille erfindet.

Meistens, wenn das Thema irgendwo aufkommt, sagt bald jemand, “Also ich würd nicht ewig leben wollen”. Zum Teufel nochmal, ich schon. Ich pfeif auf die abgeklärte Laufdeslebens-Position, aber sowas von. Ich möchte wissen, wie es weitergeht. Die Forschung. Die Technik. Die Kunst. Die Politik. Alles. Aber. Da könnte ja jeder kommen, und warum, wenn das so ist, lebe ich nicht gesünder? Weil Statistik für die Fische ist, wenn überhaupt, oder vielleicht doch gleich ganz für den Arsch? Weil auch Fitnessgurus jung sterben und übergewichtige Kettenraucher mit 85 fröhlich über den Naschmarkt spazieren. Wer sagt mir denn, wenn ich alles bleiben ließe, das als ungesund gilt, dass nicht bei meinem nächsten Ausflug der Railjet bei 230km/h entgleist? Und ob mir dann nicht, in diesem allerletzten Augenblick, also falls die Zeit reicht ums ich dessen bewusst zu werden, genau das Probegläschen Wein aus Chile fehlt, das ich gestern hätte trinken können, und der kubanische Zigarillo dazu? – Man sollte im Bett bleiben, vielleicht, aber verdammt, genau dort sterben die meisten Menschen.

Also aufstehen und das Beste geben, wie immer, es ist zuwenig, wie immer. Egal. Morgen ist ein neuer Tag, dazwischen ein Sonnenuntergang vielleicht, oder ein neuer Song, eine liebe Stimme im Ohr oder ein Glas Wein, irgendwas lebt immer, und das ist der Treibstoff, um auch morgen wieder aufzustehen und das Beste zu geben, es wird wieder zu wenig sein, weil es immer zu wenig ist, aber es soll mir verdammt noch mal keiner sagen, ich hätte es nicht versucht.

[Das Bild zu diesem Text wäre übrigens das aus diesem Artikel, aber wenn ich das verwende, dann haut mir wieder irgendwer ein “Copyright” um die Ohren, und das muss ja auch nicht unbedingt sein.]

Stattdessen ein Song:

Wunderbarer Blues- und Folkabend

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Dank an Ripoff Raskolnikov & Gottfeid Gfrerer.

Von Mitternacht bis Mitternacht

Ein Hund auf drei Beinen, die Katze auf einem Auge blind. Hangover in a morning train. Unerwartet vertrautes Gefühl. Der Mann in meinem Zug-Buch ist den Kater gewöhnt. Zwischen den Augenlidern Bilder von der Nacht davor. Menschen, Menschenbilder. Man hält mich für distanziert, erfahre ich über zwei Ecken. Ich fühle mich nicht distanziert. Verstecke mich trotzdem hinter der Kamera. Muster. Der Rettungsring Musik. Neues. Nicht mehr die Jüngste. Gesichter, Menschengesichter. Möchte hingreifen, Leben ertasten. Lasse es. Später Videos noch, zu zweit. Ein längst verschollen geglaubtes. Jemand wird sich freuen, erstmal freue ich. Mich. Noch später kenne ich die Frau nicht, die auf der Bühne ich ist. Zu spät, um zu analysieren. Artikulieren. Es war. Es war gut.

Der Zug kommt an. Gerade, als das Buch spannend wird. Die Jacke zu warm. Die große Straße voller Menschen. Der Frühling summt. Beine gehen aus reiner Gewohnheit. Jemand will nicht blau machen. Nur nicht denken jetzt. Das Fenster offen, der Bildschirm blüht. Das Konzert heute passt nicht in meinen Kopf. Passt aber dann in meine Ohren. Nur nicht reden müssen.

Geht gut.

It’s alright, Ma…

Wenn man nun, so ganz unerwartet, im Bus nach Hause eine alte Freundin trifft & beschliesst, auf ein Bier zu gehen,

und wenn man dann so im Lokal sitzt und sich blendend unterhält und nach einiger Zeit schon das eine oder andere Bier getrunken hat,

und wenn dann der ebenfalls nicht mehr ganz nüchterne Wirt eine ganz großartige Livekassette mit Farandouri und Theodorakis auflegt,

dann weiss man, dass es höchste Zeit ist, nach Hause zu gehen.

Und dann stellt man noch fest, dass der Flipper nicht in der üblichen Ecke steht. Ich mein’, was soll das? Der Flipper, an dem ich Stunden um Stunden verbracht habe. Der Flipper, dessetwegen ich auf die eine oder andere Schachtel Zigaretten verzichtet hab, Ja, damals war es noch so: Entweder Flipper oder Zigaretten. Der Flipper hat immer gewonnen. Ein Grund, in dieses Lokal zurückzukommen, lange nachdem es seinen Zenit überschritten hatte. Aber da stand immer noch dieser Flipper, und der war besser als die Computerspiele zu Hause, und überhaupt: Das war ein Stück Glück.

Aber nicht mehr. Da biegt man ganz unschuldig um diese Ecke, hinter der, verdammt noch einmal, dieser Flipper zu stehen hat, und eigentlich ist man auf dem Weg zum Klo, und hat nur ganz leise im Hinterkopf die Frage, welches Flippermodell denn heute dort stehen wird – und dann…

… steht da keiner mehr. Stattdessen ein Videospiel, eins der dümmsten: Movie Quest. Eine Schande, und ernüchtert und um Jahre gealtert schleppt man sich in den Raum zurück, in dem das Bier langsam warm wird, aber immerhin: Immerhin spielen sie Theodorakis und Farandouri, und das heisst nichts anderes, als dass es Zeit wird heimzugehen…

Und wenn man diese Warnung überhört, und sich weiter unterhält mit einem Ohr, während das andere dieser wunderbaren Musik nachhängt, dann aber, beim nächsten Bier oder beim übernächsten, bemerkt, dass man die Musik aus der Aufmerksamkeit verloren hat und dass jetzt plötzlich der Soundtrack von “Easy Rider” erklingt, dann kann man ganz sicher sein, dass man einen Punkt erreicht hat, an dem man schon längst im Bett liegen und schlafen sollte.

Was solls.

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