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Oh, schon wieder Nano-time?

Der November ist ja, wenn man eine gern-und-viel-Schreiberin ist, eine wunderbare Zeit. Nanowrimo, der mittlerweile sehr internationale “National Novel Writing Month”,...

Der November ist ja, wenn man eine gern-und-viel-Schreiberin ist, eine wunderbare Zeit. Nanowrimo, der mittlerweile sehr internationale “National Novel Writing Month”, bringt Schreiberlinge und -innen in einträchtigem Dauerstress zusammen. Nach jahrelangem Zögern habe ich es 2008 erstmals wirklich probiert – und geschafft! Das Ergebnis von damals liegt heute noch in der Schublade, um zusammen mit dem Ergebnis von 2009 eines Tages vielleicht einen wirklich prächtigen Agentenroman abzugeben. 2010 habe ich es mit einer Stream-of Consciousness-Schiene versucht und bin kläglich gescheitert. 2011 habe ich es wieder mit demselben Ansatz versucht und bin stattdessen in ein Fantasy-Science-Fiction-Ding abgedriftet, das hoffentlich niemals das Licht irgendeiner Leserschaft erblickt. 2012 war ich viel zu sehr mit dem Rest des Lebens beschäftigt, um es auch nur zu versuchen.

Und jetzt schreiben wir das Jahr 2013, und ich würd so gern, aber ich habe schon wieder nicht so richtig Zeit. Als kleinen Kompromiss habe ich beschlossen, als Nano-Rebel dieses Blog wieder auf Kurs zu bringen. Mein persönliches Ziel in diesem November sind 50.000 Wörter für das Sturmwarnung-Journal – nicht alle neu, sondern auch alte Einträge neu verschlagwortet und in die neue Ordnung eingefügt. Aber, mindestens, jeden Tag ein frischer neuer Eintrag. Mit Worten (und nicht nur den von mir in letzter Zeit so sehr geliebten Fotos).

Dafür gibt es täglich einen neuen Blogbeitrag, entweder zu einem Thema oder schlichtes “tageblogging”. Und einen zweiten Beitrag für den Daily Wordcount, der die aus der Versenkung geholten Beiträge listet (selbst aber nicht zum Wordcount gehört und nach 24 Stunden verschwindet). *

Insgesamt hat das natürlich mit dem klassischen Nanowrimo wenig zu tun, denn weder geht es um einen Roman, noch werde ich 50.000 Wörter neu schreiben. Aber es ist eine harmlose Herausforderung, die ich wirklich gut brauchen kann.

* Aus praktischen Gründen verzichte ich nach reiflicher Überlegung (sprich: spontaner Unlust) auf den Wordcount (weil man als Rebelle ja eh nicht validiert) und verspreche nur täglich einen neuen Wortbeitrag – und eine Gesamtliste der abgestaubten – hier.

Nanowrimo 2011

Nach meiner vierten Runde Nanowrimo bin ich etwas erschöpft, furchtbar unzufrieden mit der Story, aber zufrieden damit, es durchgezogen zu haben.

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Im Rückblick auf vier Jahre Nano habe ich festgestellt, dass es vier sehr verschiedene Erfahrungen waren. “Been there, done that” gilt also nicht, es kann und wird vermutlich ein nächstes Jahr geben – wer weiß, was ich dann wieder über mich und das Schreiben lerne.

2008 war ich Nano-Neuling, hochmotiviert und bestens vorbereitet. Ich habe meinen täglichen Wordcount eingehalten und akribisch meine Fortschritte notiert. Herausgekommen ist eine Story, von der ich dachte – oder eigentlich immer noch denke – dass sie mit ein bisschen Zuwendung druckfähig und lesenswert ist. (Ich müsst es halt nur machen.)

2009 hatte ich eine neue Geschichte im Kopf, aber als ich meine Finger auf die Tastatur legte, drängten sich die Figuren aus dem Vorjahr in den Vordergrund. Die Geschichte war zwar rund, aber meine Charaktere vom letzten Mal waren noch nicht miteinander fertig. Ich ließ es zu, und es war ein Sequel, das man – mit etwas Arbeit – mit der 2008er-Geschichte verweben und diese noch lesenswerter machen könnte. (Ich müsst es halt nur machen.)

2010 hatte ich eine vage Idee im Kopf, die sich schon in der ersten Session als unhaltbar erwies. Entmutigt und von dummen RL-Problemen abgelenkt, gab ich schon vor Ablauf der ersten Woche auf.

2011 hatte ich den verwegenen Plan, in mein Unterbewusstsein zu tauchen und eine beinharte Abrechnung mit meinem bisherigen Leben zu verfassen. Allein, mein Unterbewusstsein sträubte sich. Statt tiefer Gefühle und Einsichten zauberte es sprechende Katzen, timewarpende Räume und eine Vielzahl an bunten Alternativ-Universen hervor. Das war ein bisschen frustrierend, und ich war mehr als einmal daran, den unliterarischen Unsinn hinzuwerfen. Es gab Tage, an denen ich gar nichts schrieb, Tage, an denen ich schrieb, aber keinen Worcount eingetragen habe, weil ich alles einfach nur unerträglich schlecht fand, und Tage, an denen ich mich an den Computer prügelte, um 2-3tausend Wörter aufzuholen, die ich aus Frustration am Vortag wieder gelöscht hatte. Weil ein zweites Mal “verlieren” wollte ich nicht. Am Schluss stand ein dreitägiger Schreibmarathon, 17.000 Wörter. Da bleibt keine Zeit zum Denken oder gar Rechtschreiben. Am Schluss hatte ich Hemmungen, das Ding zu validieren – weil einfach völlig klar war, dass das Resultat durch und durch Scheiße ist. Aber auf den zweiten Blick: Eine gute Geschichte wird ja bei Nano nicht verlangt. Es genügt eine Geschichte, mit Anfang, Mitte und Schluss, in mindestens 50.000 Wörtern. Und das habe ich auch “vollbracht”. Lesenswert oder gar literarisch wertvoll muss es nicht sein.

Daher wird von meiner heurigen Geschichte “Dark Days” nichts weiter öffentlich werden als dieses hübsche Wordle-Doodle. Und ich bin trotzdem zufrieden. Und das ist auch gut so.

Nano2011

Oops, I’ll do it again

Ich habe ja lange darüber nachgedacht, ob ich dieses Jahr bei Nanowrimo dabei sein soll – zu voll ist der Kalender; und sollte wider erwarten doch irgendwo Zeit übrig bleiben, täte ich besser daran, meine Wohnung wohnlicher zu machen und mich mit alten und neuen Freunden zu unterhalten, bevor ich völlig allein da stehe, weil mich keiner je zu Gesicht bekommt – oder auch nur eine Mail von mir. Ganz zu schweigen von den überquellenden Foto-Foldern, die auch reichlich bearbeitende Aufmerksamkeit verdienen, diversen Neu- und Renovier-Projekten im eigenen Netz und… ach, ich mag gar nicht drüber nachdenken.

Aber wenn ich an letztes Jahr zurückdenke, war dieses Projekt einfach zu spannend, zu manisch beglückend, und beim selber-wiederlesen auch viel zu befriedigend, um eine Neuauflage kampflos bleiben zu lassen.

Ich will. Mal sehen, was dabei herauskommt.

Was seither geschah

Tja, ich gestehe, dieses Weblog sowie alle ausgelagerten Social-Networking-Tätigkeiten sträflich vernachlässigt zu haben. Und ich kann nicht einmal versprechen, dass das so bald nicht wieder vorkommt. Gründe dafür sind (in zeitlicher, nicht zeitfressender Reihenfolge): Nanowrimo und die Folgen, eine wahrscheinlich bevorstehender interessanter Langzeitauftrag (fingers crossed), ein heftiger Schnupfen, eine Reihe von klein-aber-schell-Aufträgen und die Erkenntnis, dass das soziale Networken nur dann wirklich Spass macht, wenn man es eben dauernd macht und nicht nur 5 Minuten am Tag.

Was mich im übrigen umgehend zu der für mich überraschendsten Erkenntnis aus dem Romanschreiber-Monat bringt – nämlich, dass das kreative Schreiben auch dann funktioniert, wenn man momentan weder Lust noch Zeit noch Inspiration verspürt. Im Gegensatz zum journalistischen oder dokumentarischen Schreiben (das sowieso immer dann funktioniert, wenn eine Tastatur in Reichweite ist) dachte ich bislang immer, zum Entwickeln einer imaginativen Geschichte bräuchte man Seite für Seite das richtige “Feeling”. Weit gefehlt, nach den ersten paar Seiten geht es auch so. Das ist das Wichtigste, was ich im November gelernt habe – die Community dort ist zwar nett, hilfreich und interessant, was aber dem Schreiben eher hinderlich als förderlich ist – die Zeit, die man in den Foren verbringt, fehlt ja dann beim Schreiben. Die Story kriegt noch ihr richtiges statt des improvisierten Endes, und dann geht’s in die zweite Phase, Überarbeitung. Ich mag die Geschichte noch immer, oder eigentlich mehr denn je.

Unerwartete Geschenke beleben übrigens auch den Alltag – der neue PC ist tatsächlich so stark und gut eingerichtet, dass er von Anfang an mehr Zeit brachte, als die Konfiguration benötigt hat; allerdings hat das Rumspielen mit der vervielfachten Leistung dann die so gewonnene Zeit schnell wieder aufgefressen. Was solls, ein bisschen Spass gehört ja auch dazu. Der ebenso unerwartete Nettop weigert sich hingegen beharrlich, eine netzwerktechnische Beziehung mit dem Flaggschiff einzugehen – immerhin habe ich es geschafft, Netzlaufwerke wireless zu verbinden. Der Rest wartet auf mehr Zeit – ich hoffe nicht zu lange.

Über den Rest kann, will oder darf ich im Moment nichts sagen… je nachdem. Mal sehen. Die Wirtschaft übt sich im Jammern, ich ungewohnterweise in Zuversicht.

9 Tage vor Schluss

Miriam sagte dachte

Heute aus operativen Gründen nicht zum Schreiben gekommen, und der Tag wirkt, trotz hoher Produktivität mit teils kreativen Ansätzen, im Nachhinein ziemlich öd und leer.

Ich schätze, das sollte mir zu denken geben.

Hm, vielleicht sollte ich…

mal wieder etwas in mein Weblog schreiben. Wie schaut denn das sonst aus?

Im besten Fall sieht es so aus, dass ich anderweitig beschäftigt bin, und das stimmt ja auch. Nanowrimo, ihr erinnert euch? Nano läuft gut. Es fällt mir immer noch erstaunlich leicht, vage ausgedachte Ideen in klare und deutliche Szenen zu fassen, und was noch erstaunlicher ist: Es fällt mir auch leicht, nicht darüber nachzudenken, wer das jemals lesen wollen sollte und warum. Bisher war das ja immer so mein Knackpunkt, bei größeren Schreibprojekten, auf Seite 30 oder bestenfalls 35. Dazusitzen und zu denken: “wen um alles in der Welt interessiert das?”, und dann war das Ding schon wieder in der Schublade des Vergessens. Über sowas denke ich gar nicht nach, zurzeit, schreiben steht einfach auf dem Terminplan, vielleicht ist das ja der Punkt.

Dazu noch andere Projekte, kurzfristige und langfristige, lästige und spannende. Und solche, die ebenso spannend wie lästig sind. Wie immer halt, nur dichter. Vielleicht ist ja wirklich was dran an der Geschichte mit der 42, oder vielleicht bin ich auch nur momentan geniegter, aufzumerken. Auch darüber denke ich nicht weiters nach.

Und genau das ist der Grund, warum ich hier momentan wenig zu sagen habe, an der Zeit liegt’s nicht, das bisschen Zeit bleibt immer, aber: Worüber sollte ich bloggen, wenn ich zurzeit sehr glücklich nicht reflektiere?

Aber keine Sorge, auch das wird sich wieder ändern. Ganz sicher. Ich kenn mich schon lange und gut genug.

Das erste Viertel

Zwischen schreiben und arbeiten verlässt mich die Lust, auch noch zu theoretisieren. Da kommt ein Wordle-Spiel ganz gut…

"Wasser" in Wordle

Ich mag jetzt keine Pötte casten

…und ein paar Buchstaben habe ich noch, obwohl ich zusätzlich zu den knapp 22.000 Zeichen vom heutigen Nanowrimo-Start noch 3000 für einen werdenden Artikel und schätzungsweise nochmal so viele für diverse Emails abgesondert habe. Wow. Ich beeindruckt von mir. :) In Zeichen liest sich das eigentlich viel besser, in Wörtern zu rechnen ist neu für mich, da muss ich mich erst dran gewöhnen. (Das Wordcount-Widget da rechts oben offenbar auch. 3460 sind es, im Moment.)

Ich habe aber auch nicht viel zu erzählen, weil meine Geschichte mich völlig rücksichtslos einfach aufgesogen hat. Alles andere, so lächerliches Zeugs wie “Essen”, “Duschen” oder “bestellte Artikel schreiben”, würde ich am liebsten streichen, aber da man ja auch nicht dauerhaft stinkend und unzuverlässig mit leerem Magen herumlaufen kann, nehme ich mich ab und zu bei der Hand und führe mich ins wirkliche Leben zurück. Wo dann auch andere Ereignisse vorbeirauschen und leise pfeifen wie ein D-Zug von ganz weit her, auch wenn ich sie normalerweise recht interessant finden würde. Dass die US-Wahlen bald sein werden, zum Beispiel, hoffentlich schafft’s der Herr Obama; dass die Formel 1 ins Finale geht (sieht ja so aus, als würde Hamilton schon wieder knapp dran vorbeirauschen…); dass der Hannes Arch Red Bull Air Race Champion ist, obwohl das letzte Rennen noch gar nicht geflogen ist. Verdammt cool eigentlich, und im normalen Leben würde ich jetzt glaube ich durchmachen und mir um 4 Uhr früh den Livecast aus Australien anschauen, nur so, aber mein Leben ist im Moment einfach nicht wirklich normal.

Weil das einzige, was mich wirklich interessiert, sind ein paar mitgenommene Gestalten, die zurzeit in knallroten Schwimmwesten etwas verloren in den hohen Wellen in einer Sturmfront mitten im Mittelmeer herumtreiben. Eigentlich möchte ich ja sofort weitermachen, aber irgendwie erscheint es klüger, die armen Schweine noch ein bisschen alleine vor sich hin treiben zu lassen, um morgen früh an einem Punkt weiterzuschreiben, an dem ich genau weiß, wie der nächste Satz lautet. Oder jedenfalls ziemlich genau.

(Das waren übrigens nochmal fast 2000 Zeichen. Mit dem Nachsatz sinds wahrscheinlich 2000. :) )

“Wasser”, bislang nur knietief

Zwei Tage, bevor der Wahnsinn beginnt, darf man sich schon einmal fragen, ob man das auch wirklich ernst meint. Rückschlüsse auf die geistige Gesundheit sind durchaus erlaubt, wenn man die Frage mit einem kräftigen “Jawoll!” beantwortet.

Die Vorbereitungen sind weit gediehen: Freunde und Innen sind informiert, dass das Sozialleben im November weitgehend ausfällt, Kaffee und Mineralwasser sind reichlich eingelagert, im Küchenkastl stapeln sich Instant-Nudelgerichte und 5-Minuten-Suppen, einen Monatsvorrat an Vitaminpillen habe ich auch angeschafft. Nur der Nachschub an Red Bull Cola ist einstweilen ungeklärt, vielleicht sollte ich doch noch schnell um ein Sponsoring ansuchen?

Der Laptop (mein alter W2K-Sony) muss noch gepimpt werden, damit das Schreibprogramm meiner Wahl dort auch läuft – dafür habe ich mir Evernote ausgesucht, aus mehreren Gründen:
– Das Schnickschnack-freie Interface in der Artikel-Vollansicht. Ich neige nämlich dazu, mich in Layout-Details zu vertiefen, sobald ich in einer Geschichte den Faden verliere. Word und Konsorten geht daher gar nicht; ich komme damit nie über die dritte Seite hinaus (die drei Seiten schauen dafür aber perfekt aus…).
– Die Möglichkeit, jeden Tag auf einem frischen, weißen “Blatt” starten zu können, ohne deshalb am Ende mit einem Haufen verschiedener Dateien dazustehen (ich liebe unbeschriebene Blätter. Und unbeschriebene Bildschirme. Es gibt nichts motivierenderes für mich…)
– Das automatische Backup. Am Laptop geschrieben und gespeichert, marschiert der Inhalt automatisch auf den USB-Stick, und sobald ich den am anderen Rechner anstecke, wird’s auch online gesichert – sorgenfreies Schreiben durch selbsttätiges 4-fach-Backup
– die fehlende Wordcount-Funktion. Ich kenn mich, hätte ich die Möglichkeit, “mal schnell nachzuschauen”, ich würde das nach jedem Satz tun. Gar nicht gut für den Schreibfluss. Außer meinem “eingebauten” Zähler, der mich automatisch nach jeweils ziemlich genau 3000 Zeichen aufseufzen und einen Moment ins Leere starren lässt (frag mich keiner, woher das kommt) bleibt die tatsächlich geschaffte Wortanzahl also eine Überraschung bis zum abendlichen Umkopieren. Und das ist gut so.

Anfangen werde ich am ersten November übrigens nicht um Mitternacht, wie das offenbar erstaunlich viele tun, sondern in der Früh gleich mit dem ersten Kaffee. Ich finde, eine neue Geschichte verdient eine frische und ausgeschlafene Autorin. Spätere “Nachtflüge” sind durchaus wahrscheinlich, aber der Anfang soll klar und strahlend werden, wie ein junger Tag.

Eine Kurzzusammenfassung der Story…

Wasser – Synopsis

Miriam will nur eins: weg von Mallorca. Wahrscheinlich wäre sie nicht einmal dann geblieben, wenn sie gewusst hätte, dass das Flugzeug notwassern muss. Fünf Personen schaffen es, die Maschine zu verlassen, bevor diese sinkt. Die Bergung lässt auf sich warten. Mit ihrem Sitznachbarn Rod bildet Miriam eine Überlebensgemeinschaft, bis sie in ein Koma fällt, aus dem sie erst ein Jahr später erwacht.

Im Krankenhaus sagt man ihr, dass es keine Notwasserung, sondern ein Absturz war. Nur 4 Personen seien aus dem Wrack entkommen, die anderen allerdings hätten die Zeit bis zur Bergung nicht überlebt. Sie sei die einzige Überlebende. Sie beginnt zu recherchieren – tatsächlich steht der Name ihres Sitznachbarn auf keiner Passagierliste. Schließlich akzeptiert sie, dass ihr Unterbewusstsein die Tatsachen verdreht hat.

Physisch erholt sie sich schnell, hat aber Probleme, in ihr früheres Leben zurückzukehren. Stattdessen ist sie viel unterwegs. Durch Zufall findet sie Rod, der in schlimmer psychischer Verfassung bei seiner Familie lebt. Quer durch Europa begleitet sie ihn auf der Suche nach den Wurzeln seiner Probleme, die weit vor dem Flugzeugunglück liegen, aber auf unklare Weise auch damit zu tun haben. Was sie erfahren, stellt alle bisherigen Erkenntnisse in Frage, und bald auch die Vernunft selbst. Wo hören die Tatsachen auf, wo beginnt die Einbildung?

Nach einer Explosion in Korsika flüchtet sie zurück nach Hause, fest entschlossen, alles zu vergessen und ein neues Leben zu beginnen. Das funktioniert erstaunlich gut, bis eines Tages Rod vor der Tür steht. Mit ihm ziehen auch die ungelösten Rätsel wieder ein. Noch einmal machen sie sich auf die Reise, die schließlich dort endet, wo alles begann.

 

Mein Winterbalkon und andere Samstagsgedanken

Meine winzigkleine D-Wohnung hat ein Stück seltsames Mikroklima, das ich so von nirgends anders kenne. Es ist eigentlich nur ein Eck, in das Vormittags die Sonne scheint, nicht ganz zufällig steht dort die Couch, und das eigene daran ist, dass es warm ist, auch wenn es kalt ist. Da lässt sich wunderbar bei offenem Fenster in T-Shirt und kurzen Hosen frühstücken, so, dass es einem ganz verwunderlich vorkommt, wenn man einen Blick aus dem Fenster wirft und unten Menschen mit Lederjacken und Mänteln eingemummelt herumlaufen sieht. Das geht, immer vorausgesetzt, die Sonne scheint, bis weit in den November hinein, und wenn die Wolken sich rechtzeitig verziehen, dann geht es Anfang Februar schon wieder. Und außer dem gemütserhellenden Effekt, den Sonne und Wärme auf mich nunmal immer haben, spart es auch Heizkosten. Vorausgesetzt, man macht das Fenster rechtzeitig zu, wenn die Feuerbällin sich um die Hausecke verabschiedet. Was ich, zugegeben, manchmal vergesse (oder vielleicht hege ich auch insgeheim die Hoffnung, dass sie eines Tages einfach stehenbleibt). Und dann wird’s ziemlich schnell ziemlich kalt im Zimmer, so kalt wie’s draußen eben auch ist.

Aber noch ist Sonnenzeit, und Gedanken hängen frei herum, und anstatt zu faulenzen bauen sie sich ihre eigenen Luftschlösser. Ich leide ja seit jeher unter einer Inversions-Befindlichkeit, oder vielleicht genieße ich sie eher. Ist das Leben schön und leicht, verfalle ich quasi automatisch in depressive Stimmungslagen, ein Zustand, der von wenig wohlmeinenden Mitmenschen gern als “ewige Unzufriedenheit” bezeichnet wird, was den Kern aber weit verfehlt. Ist die objektive Lage hingegen ernst mit Tendenz hoffnungslos, dreht sich mein innerer Zustand in zufriedene Zuversicht, als hätte jemand einen Knopf gedrückt. Getanzt hätte ich auf der Titanic wohl nicht (ich kann nämlich gar nicht tanzen), aber ich hätt’ mir vergnügt aus Cocktailgläsern ein Floß gebaut (ja, ich weiß dass Cocktailgläser nicht schwimmen). Was soll ich sagen, zurzeit geht’s mir hervorragend.

Seltsam auch, wie bestimmend sich diese Nanowrimo-Sache in den Vordergrund drängt. War ja eher als “auch Mal versuchen” gemeint, macht sich aber von selbst immer breiter. Den geistigen Zutritt zur Geschichte selber habe ich mir mittlerweile verboten; wäre sie gedanklich ausgearbeiteter als sie es jetzt ist, gäbe es keine Notwendigkeit mehr, sie auch noch aufzuschreiben. man kann aber immer so kleine, objektive Details recherchieren, die für sich vielleicht nicht so wichtig sind, aber fürs Ganze dann doch irgendwie. Und dann die Namen, verdammt, die Namen! Nach stundenlangem wälzen von Namenslisten und Baby-Benennungs-Seiten im Netz noch immer kein grünes Zweigerl. Drei Haupteigenschaften des Characters in Google’s “I feel Lucky” getippt, und als Ergebnis die Synopsis eines Films bekommen, in dem Rod Steiger die Hauptrolle spielt. “Rod”? Das ist doch kein Name für einen Helden. Und außerdem hab ich den Typen nie sonderlich gemocht. Es ist zum Verzweifeln. Und das ist erst der erste. Name.

Oh, die Sonnenzeit ist um. Zeit, das Fenster zu schließen und sich um den Rest des Samstags zu kümmern. Hmhm. Vielleicht fällt mir ja morgen ein Trick ein, um die Sonne da oben festzubinden.

“Wasser”

So wird er heißen, mein allererster Nanowrimo-Beitrag. Das hat sich gestern am wunderschön-herbstlichen Neusiedlersee in meinem Kopf zu manifestieren begonnen, und heute früh war es ohne weitere Überlegung einfach völlig klar. Das Wasser, und die Idee. Es ist eine recht alte Geschichte, die sich mit 3 verschiedenen Enden in meiner Phantasiewelt herumtreibt, und irgendwie ist es einfach Zeit, dass sie zu Papier kommt. Es geht (Sufi, ick hör dir kichern!) in gewissem Sinn um Kommunikation, or lack thereof, es geht, im weiteren Sinn, um Individualität und Masse. Und es geht, weil es immer auch irgendwie darum geht, um die Liebe. Auf seltsame Art.

Es ist mir für meine Begriffe fast ein bisschen zu früh, dass mir das festeht – 17 Tage sind eine lange Zeit, um die Balance zu halten. Die Balance zwischen zuviel und zu wenig Plot, die Balance zwischen schön heiß kochen und schon wieder abgekühlt. Genaugenommen muss ich die Geschichte jetzt auf Niedriggartemperatur ins Backrohr legen, was etwas ganz Neues für mich ist – bisher gab’s nur gleich schreiben – oder gar nicht. Mal sehen, vielleicht tut ihr das ja gut. Der Geschichte. Und der Chronistin.

nanowrimo

Das alljährliche kollektive Wettschreiben hat mich ja schon länger fasziniert, Ich hab mich aber bisher erfolgreich gedrückt. Erst die Vorbereitungen bei Claudia Kilian haben mich, wie das so ist, spontan und unüberlegt dazu gebracht, mich selbst auch anzumelden.

Der erste Schritt soll ja angeblich der schwerste sein, aber in dem Fall stimmt das überhaupt nicht. Denn erst nach der Anmeldung beginnen die Fragen, meinem Hirn die Tür einzurennen. Die Fragen:

– Bin ich deppert? – Wahrscheinlich bin ich das; 50.000 unbezahlte Worte in 30 ganz normalen Arbeitstagen, das wird nicht nur nicht einfach, das wird eine Pferdetour. Aber ich bin entschlossen, vielleicht wiegt das das “deppert” wieder auf.
– Thema? Plot? Outline? – Ich habe mich in 2 durchgegrübelten Tagen auf zwei bislang ungeschriebene Ideen eingeschränkt, kann mich aber derweil noch nicht für eine der beiden entscheiden. Es bleiben noch drei Wochen, um denkbare Dinge im Kopf durchzuspielen; mehr, wenn ich mehr weiß.
– Sprache? Ich hatte zuerst so einen Drang, Englisch zu schreiben – eine Sprache, die für mich unbelasteter und emotionell ein bisschen freier ist als meine eigene. Aber ich glaube, ich bin mutig genug, um bei deutsch zu bleiben.
Privat oder öffentlich? – Auch da bin ich noch etwas unentschlossen – mein Schreibstil besteht zu ca. 30% aus streichen. Das heißt, um einen guten 50.000-Wörter-Text zu schreiben, muss ich 67.000 Wörter schreiben, um anschließend das überzählige wieder streichen zu können. Will ich, dass andere das später wieder gestrichene vorher noch lesen können? Eher nicht. Trotzdem denk ich, im Sinne der instant gratification werd ich doch das eine oder andere direktveröffentlichen, schon allein, um die Lust nicht zu verlieren.

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