Schlagwortsommer

Wolken über Flachland

Unterm Baum.

Stammbaum steht noch

Stammbaum steht noch.

2 Tage Sommer

Tag und Nacht verschwimmen ineinander, genau so wie die Körperwärme mit der Luftwärme verschwimmt. Schlaf und Wachsein unterscheiden sich kaum voneinander. Dieses Glücksgefühl, und: gleichzeitig die Verzweiflung, weil man -ich- mehr daraus machen können müsste. Nur was? Darf das Glück nicht sich selbst genügen?

2 Tage nur. Morgen soll der Regen kommen.

 

Einmal geht’s noch

Halbschatten

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Sommer-Pause

 

Strache nölt in den Sommergesprächen so widerlich dahin, dass ich abdrehen muss. Von draußen das Geräusch von Regen, von weither tönt der Soundtrack zu Zorba the Greek.Hatte mir versprochen, heute noch den Wäscheschrank aufzuräumen, aber ich glaub ich strick lieber noch ein bisschen.

Ein guter Tag, alles in allem. Wie nach jedem Urlaub gilt es, lose Enden aufzuklauben. Mails sortieren, Sachen wegräumen, Wäsche waschen. Kühlschrank auffüllen. Langsam wieder in Gang kommen. Keine Überraschungen, weder gute noch böse. Stattdessen wunderbarer Besuch.

Die Lieblings-Sommerbettwäsche, die ich seit ungefähr 1985 habe (kein Scherz) überlebt ihren geschätzt 500. Waschgang nicht. Einen anderen Sommerwäsche-Satz gibt’s zwar noch (von ca 1995), der ist mir aber meist zu rosa. Beim Hofer eine neue gefunden, die irgendwie auch zu mir passt. Meine erst Nicht-Baumwoll-Bettwäsche. Mal sehen, wie das tut. Bei Nichtgefallen steht wohl demnächst ein IKEA-Besuch an. (Hab vorosrglich den IKEA-Katalog von der Türschnalle der Nachbarwohnung geklaut – das einzige Mal im Jahr, dass das „Bitte keine Werbung“-Schild an der Tür gegen mich arbeitet.)

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(Man möchte meinen, das Sofa-Sommerlager hätte seine Schuldigkeit getan, aber oben am Hochbett hats immer noch stickige 29 Grad.)

Der Dusch-Schlauch hat sich auch verabschiedet. Hier steht definitv ein Baumarktbesuch an, die Gartenschlauch-Duschmethode wurde schon beim ersten Mal fad.

Ab morgen dann 4 Tage harte Arbeit. Damit ich guten Gewissens dem Sommer entgegenlaufen kann, wenn er Ende der Woche tatsächlich wiederkommt-

Hochsommer-Nachtrag

Der Wetterbericht wackelt. Am Samstag soll der Umschwung kommen, nein am Sonntag. Doch am Samstag. Nein, erst am Montag. Den Updates zuzusehen, ist wie ein Fussballspiel zu verfolgen. Ein Fussballspiel, das an der Kippe steht, und bei dem man beide Mannschaften irgendwie mag. Auf der einen Seite der Sommer. Der heiße, brütende, trockene Sommer, von dem die nackten Menschen in der Lobau sagen: Ich komme seit 30 Jahren hierher und hab das Gras im August noch nie so braun gesehen. Von Tag zu Tag wird mir die Hitze angenehmer, fast so wie in Griechenland in den 80ern, als ich bei 40 Grad (im Schatten) auf die Akropolis gewandert bin (in der Sonne). Fast so als hätte sich nichts verändert seither. Fast so als wäre ich noch… was? Jung? War ich jemals jung?

My Back Pages (Bob Dylan, Roger McGuinn, Tom Petty, Neil Young, Eric Clapton & George Harrison)

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Auf der anderen Seite die Aussicht auf Regen, auf sanftes Sommerfrösteln, auf neugeboren grünes Gras. Ach, was wär das für ein Stress, wenn man sichs aussuchen müsste. Ein Glück, dass man das nicht kann.

Wie sehr ich diese Pause brauche, merk ich daran, wie zielsicher ich Tag für Tag meinen Stammbaum ansteuere. Dabei gäb’s doch so viel zu entdecken. Die Seestadt zum Beispiel, wo ich noch nie war. Feste, Open Airs, Fotowandern auf der Donauinsel. Doch nein, jeden Morgen, wenn ich meine Nase aus dem Fenster halte und mich frage, was ich machen möchte, gibt es nur eine Atwort: Baumschatten, Donauwasser, Buch. Das mir, die nie so richtig Strandurlauberin war. Aber – man muss das Leben genießen, so wie es sich gerade anfühlt. Vor allem im Urlaub.

Die Bücher

2015-08-08 10.42.47-1Suite française von Irène Némirovsky habe ich in Innsbruck gekauft, vielleicht mehr, weil mir die wertige Ausgabe gefiel und die Buchhandlung sympathisch war, als wegen echten Interesses. Es liest sich leicht und sommerlich, trotz schweren Inhalts. Richtig schmerzhaft wird die Sache, wenn man begreift, warum all diese Lebensgeschichten so unvermittelt im Nichts enden.

Nach so viel Krieg wollte ich eigentlich etwas  Leichtes lesen, aber dass mir die Zufallsfunktion meines Musikplayers meinen Lieblings-Theodorakis servierte, zehn Minuten bevor mir die Theodorakis-Autobiographie der frühen Jahre vom Stapel der ungelesenen Bücher buchstäblich in den Schoß fiel, konnte kein Zufall sein. Immens intensive Bilder. Dass Der Krieg in Griechenland noch ein bissl komplizierter war, als wir es kennen, weiß ich schon aus einer Seminararbeit, die ich geschrieben habe, als ich noch meinte, Geschichtsprofessorin werden zu wollen. Aber die alltägliche Realität der ständig wechselnden Fronten, die Grausamkeiten von allen Seiten, wiedergegeben in einer, wiesollmansagen, keineswegs kalten, aber sehr lapidaren Art, eingebunden in die ständige Suche nach dem künstlerischen Ausdruck. Das Eis unterm Stammbaum schmeckte mir trotzdem, vielleicht sogar besser, vor lauter Dankbarkeit, nicht in so eine Zeit geworfen worden zu sein. Und dafür, nach manchen Stellen das Buch einfach zuklappen zu können und eine halbe Stunde Licht und Strandleben zu atmen, jetzt und hier. Nach  Stellen wie diesen:

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Danach wirklich Leichtes. 2 alte schwedische Krimis, einer als Hörbuch im Ohr, einer als Papierausgabe. Angenehm fiktiv und weitgehend happy-ended, außer für die storygebenden Leichen natürlich.

Die Livemusik

Zu einem richtigen Urlaub gehört natürlich richtige Livemusik, da bot sich das Alberner Hafenfestival an. Freier Eintritt, wenig wirkliche Highlights, also zumindest als nicht-unbedingt Austropop-Fan. Am ersten Tagwollte ich eigentlich Hary Wetterstein sehen, konnte mich aber nicht überwinden, nachmittags bei 36 Grad anderswohin als zum Wasser zu pilgern. Auf meinem Handtuch unterm Baum wuchs aber die Neugierde, ob man nicht aus der Lobau irgendwie über die Donau zu Fuss hinüberwandern könnte. So gegen sieben war ich bereit, es zu probieren.

Sechs Kilometer, meinte Mr. Google, und als es sieben Uhr wurde und die Hitze etwas nachließ, machte ich mich auf den Weg. Über den Waluliso-Steg und quer über die Donauinsel, die dort am unteren Ende etwas breiter ist, als ich sie kenne, und sogar ein Flüsschen mit Brücke darüber zu bieten hat. Erstaunlich! Dann am Kraftwerk Lobau vorbei, in eine Industriegegend mit Grünanklängen, die mir bislang völlig unbekannt war. Die letzten 2 Kilometer waren dann weniger lustig, die Straße ohne Gehsteig, Lastwägen zischten vorbei, aber auch das ging vorbei.

Schließlich den Alberner Hafen erreicht, der neben Schiffen, Hallen und in dem Fall Musik auch einen richtigen Leuchtturm zu bieten hat.  Die Veranstaltung selbst ist ursympathisch, nicht zu groß, viel Kulinarik, Securitys vom Motorradclub. Ich kam gerade recht zu Ulli Bäer, gönnte mir nach der langen Wanderung ein Bierchen, traf erstaunlich viele Bekannte und flüchtete dann gleich wieder, weil Stefanie Werger wollte ich mir doch nicht antun.

Am nächsten Tag spielte Erwin Bros, den wollt ich mir ansehen. Er ließ sich Zeit, was mir zu einer Ofenkartoffel und einem ausführlichen Rundgang reichte. Entspanntes Rumhängen prägte die Szene, ganz wie in alten Zeiten.

Der alte Rocker geigte erst gewöhnungsbedürftig, nach drei Songs aber in alter Frische, und ich freute mich.

Eigentlich wollte ich an dem Tag etwas länger bleiben, aber die Mainstreamklänge von Lichtwärts vertrieben mich dann auch gleich wieder.

 

 

Sommer.

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Weihnachten gäbs hier was zu tun...

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Sommer. Ich.

Tage wie diese #nofilter #neuedonau #wien
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Sonnenregen-Regenbogen-Sunset

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Ein Stündchen am Wasser trotz Arbeitssonntag

Nachmittagsaussicht #latergram #nofilter #wien #neuedonau

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Sky Colors

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Summertime

Janis Joplin – Summertime (Live -1969)

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Morgens um 11 verlässt mich das Internet. Ein kurzer Stromausfall (Nachbar: „Tut leid, falsche Sicherung rausgedreht“), alles andere kommt wieder, nur die Verbindung zur Welt nicht. Der UPC-Knabe ist erstaunlich schnell am Ohr, kann aber das Problem auch nicht lösen. „Sieht aus, als würden Sie ein neues Modem brauchen.“

I’m not even mad. Da draußen ist Sommer, und ich habe eine Ausrede, um ein Stündchen spazieren zu gehen. Ein Abenteuer, das es Schritt für Schritt zu genießen gilt. Die Haut freut sich über Sonnengefühle und über den Temperaturunterschied zwischen Licht und Schatten. Über den Wind, der manchmal ein kleines Seufzerl aus einer Seitengasse tut. Aber hauptsächlich einfach darüber, dass es warm ist.

Über mir kreist beharrlich ein Hubschrauber. Mit Polizeibemalung. Mindestens einer, denn wie er aus verschiedenen Richtungen immer wieder auftaucht, lässt vermuten, dass es eher zwei sind. Das satte Geräusch bereichert das ansonsten sanfte Samstagsleben. Wenig Verkehr. Musik von hier und von da, aus offenen Wohnungsfenstern, aus den vereinzelten Autos, aus Handies, wenn ein paar Jugendliche immens cool dahinflanieren. Rock, Pop, Ethno, alle paar Schritte etwas anderes. „Winnetou-Darsteller Pierre Briece ist tot“ sagt ein Nachrichtensprecher ganz nah an meinem Ohr, aus einem Fenster, das nur einen Spalt breit geöffnet ist. Bevor die Nachricht selbst bei mir ankommt, denke ich, wie seltsam das ist, dass ich genau diesen einen Satz höre. Keinen halben davor, keinen halben dahinter, nur diesen einen. Richtig traurig macht mich der aber nicht. Wahrscheinlich habe ich schon zu oft um Winnetou geweint, beim ersten Lesen auf „meinem“ Felsen auf der steirischen Alm, im Schatten des Vogelbeerbaums, im Duft der Schwarzbeerbüsche. Beim zweiten Lesen in der Hängematte, zwischen den Apfelbäumen, mit dem Geruch nach frisch gemähtem Gras. Und dann noch einmal im Kino. Einer der wenigen Filme, dem ich nicht böse war wegen des Darstellers, der eine Figur spielte, die ich meinem Kopf schon „fertig“ hatte: Er passte einfach. Zum Weinen gut. Und auch da war es Sommer, die Straße vor dem Kino in der alten Heimat noch nicht asphaltiert, staubig-gelb im wabernden Sonnenlicht, das nach der Filmsaaldunkelheit zumindest ebenso intensiv schien wie ein August in Mexiko. Es war der erste Film, den ich alleine ansehen durfte in unserem immer halbleeren Dorfkino, wo sich der Duft von Popcorn mit dem viel intensiveren nach Staub und ganz leichtem Schimmel mischte. Ich war mit dem Fahrrad gekommen, meinem wunderbaren roten unabhängig machenden Fahrrad, das ich nach dem Film ganz langsam nach Hause schob, um lästigen Fragen wie „Hat’s dir gefallen?“ zumindest noch ein paar Minuten zu vermeiden.

Das alles dachte ich nicht in der heutigen beglückenden Mittagshitze, zumindest dachte ich es nicht so. Empfand nur eine lange nicht gekannte Verwandtschaft zu meinem früheren Ich, in sommerlicher Unmittelbarkeit. Bei aller Veränderung, die sinnliche Lust am Sonnenfieber ist mir geblieben, Das Gefühl ist dasselbe, und nur der Spiegel kennt die Unterschiede. Zum Glück ist selten einer da.

Dann gibt es natürlich noch die Nase, auch sie ist gefordert, wenn die Sonne auf die Stadt brennt, als wäre es immer so gewesen. Wahre Düfte: Ein Hauch von Espresso aus dem Cafe. Eine Nase voll Rose aus dem Blumengeschäft. Ein Zitronenlüftchen von…, ich weiß nicht von wo. Dann die vielleicht umstrittenen: Intensiver Benzinduft von einem Moped ohne Kat. Eine Welle von chlorhaltigem Waschmittel aus der Waschküche im Keller. Und das immer sehnsuchtsstarke Aroma von „Sonnenstaub trifft Feuchtigkeit“ vor einem Cafe, wo der Kellner in mediterraner Tradition ein bisschen Wasser zwischen die Schanigarten-Tische spritzt.Und schließlich noch die allgemein als unerwünscht geltenden Gerüche: Der Kanal, der heute so tut, als wäre Wien eine Stadt am Meer. Die Überreste des vormittäglichen Gemüsemarkts. Das Schnitzel, das definitv ein frischeres Öl verdient hätte. In sommerlicher Üppigkeit genieße ich sogar die.

Der Hubschrauber kreist noch immer, und mir will scheinen, dass die Sirenen häufiger singen als ansonsten samstags üblich. Bald bin ich beim UPC-Shop, dort kann ich die Wartezeit zum Informationsgewinn nutzen. Davor noch ein Zigarettchen zwischen Kebabduft und Marktgeschrei. Ein Kaffee wär gut, doch überall sind alle Tische besetzt.

Beim UPC-Shop gibt es keine Wartezeit. Der einzige einsame Support-Mensch vor Ort nimmt mein Modem entgegen, hört sich die Geschichte an, und fragt: „Sie wissen aber schon, dass heute im 5. ein Ausfall war?“ Ich verweise auf mein Telefonat und bekunde meinen Unwillen, mit einem möglicherweise defekten Modem wieder heimzutraben, nur weil da zufälllig auch ein Ausfall war. Der Support-Mensch seufzt „Recht ham’s“, stellt aber fest, dass er kein WLAN-fähiges Modem da hat, das er mir mitgeben könnte. Wir seufzen beide und schweigen ein bisschen. Schließlich bietet er mir an, das Modem selber zu testen. Auf mein Nicken verschwindet er mit dem Gerät.

Ich nutze die Zeit, um am Fon die Nachrichten zu lesen. Soso, Identitären-Aufmarsch also. Früher hätt ich so etwas gewusst, aber die Gegendemo war auch ohne mich stark genug. Im Shop ist es sehr still, nur eine Fliege summt an mir vorbei. Nach einer Weile kichert die Dame an der Kassa leise in ihr iPhone. Nach einer weiteren Weile kommt der Support-Mensch zurück. „Funktioniert“, sagt er knapp und hält mir mein Modem hin. Na dann. War ich völlig unnötig unterwegs. I’m not even mad.

2015-06-06 13.53.58Auf dem verschlungenen Heimweg diverse Ausläufer von Demo und Gegendemo. Plötzlich fünf Polizei-Busse mit Blaulicht und Lärm. Offene Seitentüren, aufgeregte Funkstimmen, sie biegen in die Fußgängerzone ein. Ich bin froh, dass die Kamera zu Hause liegt, denn sonst hätte die Chronik-Schlampe in mir die Oberhand gewonnen. Stattdessen cruise ich weiter, nur nicht zu geradlinig, und genieße, was ist. Ein Schwall von frischem-Brot-Duft aus der türkischen Bäckerei. Unerwartet intensive wilde Brennessel aus dem Park. Und optisch, oben, blau. Viel blau. Und ein bisschen Traffic.

 

ach, nichts

wie sich der weiße vorhang gegenüber im gewitterwind bauscht. die fahnen vom autohändler klirren urlaub, wie wanten im mast. von weither musik, wunderbar kitschiger jugopop. dazu leises donnergrollen aus süd bis südwest. es ist sommer, es ist gut, es ist völlig richtig so.

so wie immer

und doch wohnt da ein warmes weiches tier in meinem bauch von dem ich fürchte, dass es zähne hat. ganz ohne dass der mond sich rundet. noch redet es. leise in sich hinein. du lebst, sagt es. schau nicht auf den kalender. der weiß gar nichts. gar nichts von dir. die jahre, vergiss die jahre. jetzt ist jetzt.

Einfach leben

die ersten tropfen fallen. geh hinaus, sagt das tier. tanz im regen, tanz! zur musik der nacht. und denk nicht drüber nach. natürlich ist alles ganz anders. als früher.

aber dann eben doch wieder nicht.

[Michaela Benyr – Alles will ich Text: Andrea Sturm – 1989]

Sommerwochenende

Die kochende Luft, die durch die offenen Autofenster wabert und spielerisch an den Haaren zieht. Unendlich dankbar, dass keiner die Klimaanlage aufdreht. Am Parkplatz glühender Asphalt und gleißendes Licht. Mit Zuversicht den Einkaufswagen ins gekühlte Getümmel geschoben, sehr effektiv, Saft und Mineralwasser und Cola und Salat, und nein, der Kartoffelsalat aus dem Glas geht gar nicht, auch wenn ich den anderen selber machen muss. Aus Heurigen. Bio natürlich, was sonst?

Die Autobahn böse wie immer, nur dass auch der eine mit offener Heckklappe keine 180 fahren kann. Mit verschwitzten Muskeln die Vorräte verstauen, Körper, kaum Geist. “Gehen wir gleich ins Wasser?” – “Was sonst?”

Lauwarm und lebendig, selbst unter den dichten Bäumen ist es heute nicht zu kühl. Viel Mineralwasser, ein Sprizz vielleicht? Vielleicht. Ein Stück Steak & ein Stück Hähnchen vom Grill, dazu Kartoffelsalat, lauwarm. Ein Gelsenfriedhof. Eigene und fremde Lyrik in blauem Rauch. Ein Bierchen noch. Ein Ouzo vielleicht? Vielleicht.

Unruhige Nacht, zugdurchfahren, allergendurchschnauft. Nur die Fische sind zum Springen zu faul. Mir ist heiß, heißer als in der Stadt. Vielleicht, weil ich es nicht erwartet habe? Vielleicht.

Morgens nur schnell den Wasserkocher aufdrehen und ab in den Teich, linsenlos blind. Kann keine Nachbarn grüßen, weil ich keine sehe. Das ist mir recht. Der eine bereits in der Hängematte. Wie kann man vom Bett in die Hängematte, ohne dazwischen ins Wasser? Wundersam. Ich koche Kaffee.

Blumenkisten wollen grundiert werden, Leisten abgeschliffen, Biotonnenmüll will zusammengetragen werden. Das ist besser als der mittelmäßige Krimi aus statistisch gestütztem Betroffenheitsgesülze. Die Sonne brennt nicht wie im Frühjahr und im Herbst, sie ist einfach da. Wie die Hitze auch. Und der Teich. Das ist wunderbar.

Die Nachbarn linsen aus dem Schatten ihrer Terrasse. Der Geruch nach frischer Farbe und der Schweiß auf der Haut. Dazwischen halbwegs kühles Wasser. Schokoladiger Eiskaffee. Ein Bier vielleicht? Vielleicht.

Später, auf dem Weg zum Bus, als die Haare schon wieder trocken sind und die ungewohnte Stadtkleidung an der Sonnehaut schabt, als mich ein kühler Tropfen trifft, auf die Stirn, aus der nachbarlichen Bewässerungsanlage, da frage ich, was ich immer frage: Warum kann es nicht so bleiben, auf immer und ewig, auf alle Zeit? “Da wären viele nicht einverstanden”, lapidare Antwort. Mir doch egal. Mir doch scheiß-e-gal.

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