The good wife’s guide

Sollte sich 1955 eine Ehefrau wirklich an diese Regeln gehalten haben (1955! Wir sprechen hier nicht vom finsteren Mittelalter!), dann hätte ich gerne gewusst, wie sie nach all den anderen Dingen auch noch Punkt acht erledigen konnte.

 

[Altkommentare, gerettet:]

Finsteres Mittelalter?

Nach meinem bescheidenen Informationsstand hatten Frauen im Mittelalter zeitweise größere Handlungsspielräume als zuhause mit dem Essen zu warten…..

Irene, 03.10 10:52

najanaja

vermutlich lassen sich für jede zeitepoche beispiele finden, warum es frauen in derselbigen besser/schlechter ging als in der davor / danach. zb könnte ich jetzt sagen, in den fünfziger jahren wurden zumindest keine heilerinnen mehr als hexen verbrannt. aber das ist ja nicht der punkt. sondern die völlige absurdität der vorstellung, die (ehe)frau als dienerin zu betrachten. und, noch schlimmer, dass die (ehe)frau sich selbst als solchige betrachtet. das zieht sich natürlich quer durch alle epochen (inklusive unserer eigenen), aber so klar und ungeniert ausgeschrieben habe ich es noch nirgends gesehen.

Chronistin, 03.10. 11:19

Die öden Fünfziger des Goldenen Westens

In der BRD hatten Männer laut BGB bis Ende der fünfziger Jahre das Recht, die Arbeitsverträge ihrer Ehefrau zu kündigen, und dergleichen mehr. Da paßt doch der Zeitschriftenausschnitt perfekt dazu.

(War mir schon klar, was Du gemeint hast, ich hab halt eine Allergie gegen die Slogans vom finsteren Mittelalter, der steinzeitlichen Brutalität und der alttestamentarischen Härte. Das sind meist Klischees. Hexenverbrennung war zu Beginn der Neuzeit, denke ich.)

Irene, 03.10. 11:34

grundsätzlich stimme ich zu, was die slogans angeht

aber manchmal sind sie ganz praktisch, wenn man mit einem Schlagwort die Konstruktion eines Gedankengerüsts abkürzen kann. Dummerweise wird das häufig missverstanden =8-}

(ist zwar fast schon haarspalterei, aber hexenverbrennungen sind auch aus dem 13. jh. überliefert.)

Chronistin, 03.10. 13:02

Wie auch immer:

Ab jetzt heißt es finstere Fünfziger – klingt auch schlagworttechnisch besser ;-)

Irene, 03.10. 13:29

finstere Fünfziger

klingt gut. obwohl, im kühlschrank war schon licht ;)

Chronistin, 03.10. 14:59

Re: The good wife’s guide

ohne mir das jetzt genau angesehen zu haben: ist es so viel anders?

meine mutter brachte früher frauenzeitschriften kiloweise nach hause und lebt heute noch deren eher inoffiziellen regeln. mich hat das geprägt, leider. ähnliches beobachte ich bei den “jungen mädchen” meiner umgebung, auch daß die prägung sich in z.t. unverhältnismäßigem trotz äußert.

aelis, 03.10 20:17

die wirkung ist wahrscheinlich ähnlich

die message ist eine andere: Die ganzen “Frauenzeitschriften” behaupten doch, die Frauen würden glücklich durch den Schrott, den sie verbreiten (und dann könnten sie auch einen Mann glücklich machen und werden dann noch glücklicher weil er glücklich ist, oder so). Wohingegen obenstehende Anleitung sich den Zwischenschritt des weiblichen Glücks erspart und ehrlich und kurz und bündig gleich das männliche Wohlergehen zum Ziel erklärt, und zwar zum alleinigen Ziel.

Chronistin, 04.10. 09:56

stimmt

da hab ich mehr gelesen als an worten dasteht.

hoffentlich hattest du noch eine gute nacht letzte nacht.

aelis, 05.10. 07:09

 

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This article was written by Andrea

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