Vollmond im Supermarkt

Das Schicksal meint es gut mit mir, denke ich manchmal, wenn ich mir die Arbeitsplätze anderer Menschen ansehe. Beim Samstagseinkauf, in einem und dem selben Supermarkt, gleich drei Mal.

– Das Pärchen vorm Chipsregal, das engumschlungen sinnierte, ob es die Chips nicht auch größer gäbe, sah eigentlich ganz nett aus. Auf meinen Tipp, die Großpackungen stünden ums Eck, erntete ich ein knackig-bundesdeutsches “Verpiss dich, wir suchen was Bestimmtes”. Äh, na dann…

– Die Frau vor mir an der Kasse hatte im mittelgroßen Einkauf eine Tafel Schokolade, die nicht zu verbuchen war. Per Scanner nicht, per Handgetippe nicht, und auch die herbeigerufene Filialleiterin konnte keine Hilfe bieten. Bedauernd meinte die Verkäuferin, dass sie unter diesen Umständen die Tafel nicht verkaufen könnte. “Aber ich wollte die doch essen” meinte die Kundin schon sehr weinerlich, und auf das neuerliche Kopfschütteln des Personals drehte sie sich um und ging – ohne sich um die restliche Ware zu kümmern, und ohne auf die Rufe der irritierten Kassentante zu achten.

– Während der Wartezeit (die Artikel mussten natürlich einzeln rückgebucht werden) häufte eine andere an der Nebenkassa einen Monatseinkauf aus dem Wagen, der das ganze Band einnahm – mit Hang zur Gebirgsbildung. Ein schüchterner Lehrling pirschte sich an der anderen Seite heran (erkennbar an der Supermarktuniform samt “lernt noch”-Schild) und wollte mit einem Mineralwasser und einer Wurstsemmel vorbei, was die Kassierin – mehr rhetorisch – bei der Kundin hinterfragte. “Ist eh OK, wenn ich ihn kurz dazwischen…” – Worauf die Kundin unterbricht: “Na wirklich ned, wie komm ich dazu?”. (Hm, vielleicht weil der Bub eh nur eine halbe Stunde Pause hat?)

Irgendwie war das alles schon mal gemütlicher.

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