Schon wieder neu? Warum das jetzt?

Jenseits der üblichen Antworten („Warum nicht?“ und „Weil ich es kann!“) liegt der Grund für den Umzug vor allem darin, dass ich mit der Verteilung meiner Seiten zunehmend unglücklich war. An einem gewissen Punkt schien es logisch, webseitig Privates (Blog) von Beruflichem zu trennen, aber mit der Zeit schien mir diese Unterscheidung zunehmend künstlich und hinderlich. Als begeistert arbeitender Freiberufler schreibe ich durchaus auch auf einer samstäglichen Freizeitveranstaltung berufliche Mails, andererseits mündet so manche berufliche Veranstaltung in zuweilen unerwartetes Freizeitvergnügen („…die Burg wollte ich mir doch immer schon einmal ansehen…“). Die künstlerische Seite wiederum scheint ohnehin durch, wo immer sie will. Ich bin nur ein Mensch, ich muss nicht mehrere Online-Persönlichkeiten verwalten.
(Das Schlimmste, was dadurch passieren könnt‘, ist, dass manche Besucher von manchen Inhalten zu Tode gelangweilt werden. Ich empfehle: Rechtzeitig aufhören zu lesen!)

Die Technik

Der Umstieg von Expressionengine zu WordPress ist mir nicht leicht gefallen, und das meine ich jetzt gar nicht technisch. Es ist der Schritt von einem weitgehend offenen Content Management Framework in das relativ starre Gerüst eines Standard-CMS. Ich fand diesen Wechsel für mich deshalb nötig, weil ich immer wieder bemerkte, wie sehr mich die vielen theoretischen Möglichkeiten an der Content-Erstellung hinderten. Kaum setzte ich mich an einen Text, schon überfielen mich 1000 Ideen, wie ich meine Beiträge noch schlauer organisieren, noch besser trennen und noch intelligenter präsentieren könnte. Und schon sass ich wieder in den Templates, bis die Text-Idee vergessen war. Ich hatte immer öfter Sehnsucht nach den Urzeiten des Bloggens: Schreiben, vielleicht ein Bild dazu, publizieren, fertig. Das hätte ich in EE zwar auch tun können, aber dort kann man halt noch so viel mehr tun… zu viel.  Ich machte mich auf die Suche nach Begrenzung. Beschränkung. Online-Askese, sozusagen.

Der Umstieg

Zwei Dinge waren klar: Zum einen muss das Ding auf eigenem Webspace laufen. Zum anderen mit einer Datenbank, denn sollte ich meine Meinung jemals ändern, möchte ich den gesammelten Content möglichst simpel übertragen können. Eigentlich ein No-Brainer, ich habe aber trotzdem verschiedene Systeme betrachtet, recherchiert & getestet, bevor ich mich für WordPress entschieden habe.

Die Installation war denkbar simpel. Templates gibt es wie Sand am Meer. Dazu noch ein paar Plugins, und schon ist man fertig. Theoretisch. Weil, dem passionierten Webbastler kommen dann natürlich zum einen zusätzliche Ideen, zum anderen einige Codezeilen seltsam vor, aber das lässt sich ja leicht ändern, und…

…als ich wieder zu mir kam, steckte ich bis über beide Ellenbogen im unvertrautren php-Code und murmelte unter wirrem Haar unzusammenhängende Funktionsnamen vor mich hin, während in einem zweiten Fenster das Stylesheet wuchernd vor sich hin wuchs.

Das war nun wirklich nicht der Sinn der Sache.

Ich klopfte mir auf die eigenwilligen Finger, suchte mir ein neues Template und schwor hoch und heilig, zumindest 6 Monate lang die Finger aus den Eingeweiden des Systems herauszuhalten.

Die Daten

Zu den unveränderlichen Credos der Chronistin gehört ja, dass nichts verloren gehen darf. Kein noch so unbedeutender Satz, kein uraltes Bild. Das zu garantieren, war erstaunlich leicht: Einfach in EE ein RSS-Template geschrieben, und dann die Beiträge per Feedwordpress in 200er-Blöcken importiert. Die Bildverzeichnisse kopiert, die Verlinkungen per search-and-destroy, äh, -replace geändert. Das meiste davon bleibt vorläufig offline, aber – verloren ist es nicht.

Fazit

It’s all so new and shiny. Und nicht ganz perfect. Das Jucken in den Fingern, das mich in die Tiefen des Code-Bergwerks locken will, ist durchaus vorhanden. Aber ich hab mir für 2015 versprochen: Das wird das Jahr des Contents. Mal sehen, ob ich mein Versprechen halte!