Warum es hier so still ist, werde ich gefragt

Hier ist es so still, weil mir momentan einfach gar nichts einfällt. “Ach was”, hat vor ein paar Tagen eine Freundin zu mir gesagt, “bald knallt’s eh. Und dann macht sich keiner mehr Sorgen um seine Pension. Sondern ums momentante Überleben.” – “Glaub ich nicht” habe ich gesagt. – “Was?” – “Dass es knallt.”

Glauben nicht, aber wünschen könnte man es manchmal. In den U-Bahnstationen am frühen Abend, zum Beispiel. Glaubt hier irgendjemand, dass der Karlsplatz schlimm ist? Think again. Wirf einen Blick auf die Burggasse. Oder auf den Westbahnhof. Heute nachmittag, 15 Minuten am Westbahnhof, einen Kaffee am Nescafe-Stand. Ich mag diesen Kaffee. Aber wer ihn mit dem Gesicht zum Publikum trinkt, kommt nicht umhin, zu bemerken, wer da aller vorbeigeht. Und ich meine nicht nur die 08/15 Punks. Obdachlosen. Drücker. Die sicher auch kein schönes Leben haben. Aber die waren immer da (nein, nicht wirklich immer. aber das ist eine andere Geschichte.).  Ich meine jedermann, Hinz und Kunz auf dem Weg von hie nach da. Der Kerl mit dem Nokia-Ziegel, der den Rücken immer an eine Wand presst. Nicht über den offenen Space gehen kann. Den betrunkenen Behinderten, dem niemand seinen Zug zeigt. Den Strassenkehrer, der beim Anblick einer Taube völlig ausflippt. Die Welt ist vielleicht okay, aber die Menschen machen mir Angst.

“Wie sollen wir’s anlegen?” fragt viel später mein liebster Gitarrist. Ich zucke die Schultern. Was könnte man dieser Welt geben, aus künstlerischer Sicht? Mir fällt nichts ein.

Teilen? Tweet about this on TwitterShare on Google+Share on FacebookEmail this to someone

This article was written by Andrea

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.