warum?

weil ich arbeite, zurzeit, auf eine art, die mich aus meinem eigenen salon ausschliesst, sammle ich wörter, links, gedanken in einer liste, tagsüber, mit der absicht, sie abends dem frisch geweckten nulleinser namenskellner zu übergeben, der dann wieder weiss, wo das dagbok liegt und wo mein system. das ist ein moment, auf den ich mich freue: während meine finger funktionen in die tasten hacken, denkt ein ganz anderer teil von mir ganz andere dinge auf dieser anderen ebene. es ist, als hörte ich neben einem wichtigen telefonat dialogfetzen aus einem film, der im zimmer des nachbarn läuft; oder auch so, wie ich die nachrichten im radio doch höre, auch wenn ich eigentlich konzentriert die zeitung lese.

jetztaber, die liste. ist gar nicht mehr wichtig. manches hätte man gleich schreiben müssen, dann hätte es etwas bedeutet. jetzt aber nicht mehr. manch anderes macht nicht mal mir selbst noch sinn. folgerichtig sich selbst hinterfragen: wozu schreibe ich denn, tag für tag, diese zeilen? wenn sie doch nach ein paar stunden schon sich selbst erledigen, verblassend verschwindend oder auch gewaltig brachial?

klingklongt eine mail in den pool, lässt mich wissen: man wird einen song spielen, demnächst, irgendwo. auf dieser frequenz. wieder so ein leuchtendes band, das außer mir keiner sieht. bin ich zu spät geboren? oder doch eher zu früh? nulleinsen sogar in meinen träumen. nichteinmal dort noch substanz.

hätte so gerne ohraler verzweiflung etwas entgegengesetzt, aber ich habe selbst keinen sinn mehr. hier. und das woanders ist nicht. jemand hat mein selbstbild zerkratzt. selbst das orange ist nur noch pose.

ich weiß, wo die welt angefangen hat, zu zersplittern. nur wo ich das tape ansetzen soll, weiß ich nicht. jede blamage brächte erleichterung, aber für so etwas ist sich meine hülle zu gut. nichts macht mehr sinn, obwohl die splitter klaglos funktionieren.

da muss ich durch, sagt ein anderer. er meint: allein. ich weiss eine zeit, da hätte ich das nicht so stehen lassen. da hätt ich zumindest eine nacht lang um seine zartheit gekämpft. das war, als der spiegel noch ganz war. die welt noch rund.

jetzt gilt es, die falschen fenster zu schließen. sonst bleiben die richtigen blind. wie ich es längst bin.

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This article was written by Andrea

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