Wer hat verloren? Du Dich? Ich mich? oder…

…ist es doch nur das Vollmond-Fieber?

Jedenfalls passiert es nicht jeden Abend, dass ich mich auf Youtube durch die Hits meiner Jugend (wir sprechen hier von den ach so schrecklichen 80ern) klicke. Anfangs war ich ja durchaus geneigt, mich neuer Musik zu widmen, aber ein Heartbeat mit Herrn Rotifer ist einfach nicht vollmond-kompatibel, da müsste schon Frau Umbauer ran. Also, FM4, ihr seid schuld (irgendeine Ausrede braucht man ja für sowas…).

Angefangen hat es damit, dass ich mich gewundert habe, dass Der Fritze mit der Spritze sich nicht in meiner Mp3-thek findet. Ich meine, man kann ja von Herrn Bukowski halten, was man will (was erfahrungsgemäß bei den meisten nicht allzu viel ist), aber der Song ist Kult. In echt (80er-Sprech)! …und wo anders als bei Youtube würde man unter “related Videos” erfahren, dass derselbe Boris auch eine wunderschön dreckige Version von “First we take Manhatten” aufgenommen hat? – Also ich hab das heut zum ersten Mal gehört. Irgendwo zwischen Velvet Underground und Nick Cave… love it!

Naja, aber dann, so mitten im Twittern, hat Dirk Nolte Falco eingefordert, und weil ja schon so viel geblipt und getwittert war, wollte ich mich mit “Out of the dark” einmischen, aber dann kam mir etwas dazwischen, was, äh. Ja. Das hier.

Mir ist ja nie ganz klar, woran die Gänsehaut, die mich bei dem Song unweigerlich überfällt, woran die jetzt wirklich liegt. Am Song? An der Peinlichkeit des Songs? An der genial unbeschwerten Unglücklichkeit, in der ich gelebt habe, als der Song im Radio rauf und runter lief? – Ich weiß nur, dass mich die ersten, noch unbesungenen Takte jedesmal wieder wie mit einem Zauberstab in diese Grazer Underground-Keuschn zurückversetzen, in der der Regen am Anfang der Platte einfach immer zum Regen vor der Tür gepasst hat, auch wenn es eine sternenklare Nacht war.

Und damals, in der Keuschn, kam danach unweigerlich der da drauf. (Und ja, der Sound gehört so scheiße. Damals klangs nämlich auch so.)

Da hieß es dann immer “mach die Tür zu, wir sind ja nicht in Palermo”. Jaja. So war das, damals, in den 80ern des letzten Jahrhunderts.

Für heute verabschiede ich mich damit aus meiner durchaus auch peinlichen Vergangenheit in eine nach wie vor ungewisse Zukunft. Eine gewisse Kontinuität ist nicht zu bestreiten, auch wenn diese in meinem Fall in der Diskontinuität liegt. Wobei, einen von damals hab ich noch. Wenn schon, denn schon.

Purple Schulz. Sehnsucht.

Alles in allem also eine programmierte Überdosis G’fühl. Sorry allseits.

 

Teilen? Tweet about this on TwitterShare on Google+Share on FacebookEmail this to someone

This article was written by Andrea

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.