Krems – Cessna Grand Caravan/3950m – Solo
Öffnung: 0750 | Freifall: 61s
avg: 206km/h | max: 264km/h

Der Packjob vom letzten Sprung war langwierig und mühsam, weil der in Strömen rinnende Schweiss das Gewebe noch glitschiger macht, als es ohnehin schon ist. Als ich das Ding endlich in der Tasche habe, verziehe ich mich in die Hängematte. Vor dem nächsten Sprung ein Hupfer in den Stausee! Und so wird es beinahe Abend, bis ich wieder einsteige.

Die Stimmung ist womöglich noch besser als am Vormittag. Es ist noch heißer geworden und die Load ziemlich voll, daher quält sich das Finerl ein bisschen, aber bald schon strömt kühlere Luft durch die halboffene Tür, und alle sind glücklich.

Beim Exit eine ganz neue Fragestellung für mich: „Muss ich mich jetzt wirklich bewegen?“ – aber ich bewege mich, hinaus in meinen umwerfend blauen Himmel, ein paar Schäfchenwolken am Horizont. Lege mich auf den Rücken und schaue nach oben, über mir das Finerl, aus dem gerade ein Tandem kriecht, noch etliche Kilometer darüber ein hell angestrahlter Verkehrsflieger.

Setze mich hin und versuche es dann mit dem Standup, was mangels Hosenbeinen nicht so toll funktioniert. Dann noch ein bisschen rumgetollt, Salto und Rolle und so, verdammt viel Spass.

Am Schirm aus lauter Begeisterung übermütige Kreise gezogen, das hätt‘ ich mir sparen sollen: Hänge auf 300m plötzlich in einem Gegenwind, der die Vorwärtsfahrt auf ein absolutes Minimum reduziert. Keine Chance mehr auf die Landewiese, ich nehm das Futterfeld daneben, ganz vorsichtig angeflogen wegen unbekannter Grashöhe, schön gelandet und ein wegen Brennesseln und Dornenstauden höchst schmerzhafter langer Heimweg.