Zell am See – Skyvan – Solo

Die ganze Zeit seit meiner Rückkehr aus Tunesien habe ich von nichts anderem gesprochen als von meinen luftigen Abenteuern. Und alles daran gesetzt, so schnell wie möglich wieder in die Nähe eines Flugzeugs zu kommen. Jetzt bin ich hier. Und zittere wie Espenlaub. Soll ich überhaupt? Will ich überhaupt? — Nach all dem Aufwand kneifen? Nee.

Zum Glück hilft man mir, die kleineren Teile der Ausrüstung zu befestigen. „Hohe Vibrationsfrequenz!“ – ja, lach du nur.

Im Steigflug gehts mir erstaunlicherweise besser. Schlimmer hätt’s ohnehin nicht mehr werden können. 4500m, und gleich geht die Tür auf. Innerlich vorbereitet auf die übliche letzte Panikattacke stehe ich im Flugzeug, und dann geht die Tür auf – und die Panik kommt nicht. Neugierig spähe ich aus dem offenen Viereck, und als ich dran bin, gehe ich gelassen zum Exit und lasse mich vornüberkippen.

Spüre zum ersten Mal ganz bewusst diesen physikalischen Vorgang, den man uns oft genug erklärt hat: Wie die Luft vom weichen Nichts durch die Geschwindigkeit zu einer Kraft wird, mit der man arbeiten kann. Am Rücken liegend, schau ich der Skyvan nach. Dann umdrehen, orientieren. Bin erstmal etwas instabil in der Bauchlage da oben, naja, ist ja auch eine Weile her. Deshalb verzichte ich auf Freudenpurzelbäume und begnüge mich damit, das Hohlkreuz wieder hinzukriegen.

Landung auf Schnee ist schwieriger als Landung in der Wüste. Man sieht die Höhe nicht so recht. Ich schlittere am Hintern dahin und alles ist voll Schnee.

Egal! Mehr davon! Jetzt hab ichs wirklich geschafft.

Aber die Sonne zieht den Schleier vor, und auch am nächsten Tag hält das Wetter uns blutige Anfänger am Boden.