(AL Tessenberger Alm)

Sillian – Skyvan/3875m – Solo
Öffnung: 2300 | Freifall: 32s
avg: 192km/h | max: 201km/h

Nach langem Zögern entschließe ich mich doch zu dem nur mir selber mutig erscheinenden Schritt, mit den anderen auf der Alm zu landen. Nach einer ausführlichen Einweisung (und ein Höhenmesser, der am Boden auf 2900m, oder besser gesagt -1100m zeigt, schaut schon ziemlich seltsam aus) steigen wir ein und auf. Ein kleiner Überflug zum Abwerfen der Rauchpatrone & Anschauen des Landegebiets – najanaja – dann steigen wir und sind schon auf Exithöhe, bevor ich mir noch recht sicher bin, ob das jetzt wirklich mein Ernst ist. Vor mir ein hübscher großer Stern, featuring nicht nur die üblichen Relativgiganten sondern auch den Wolf, dann ich: Fasziniert und begeistert von der Bergwelt und der surreal mondartigen Landwiese, etwas besorgt von der nichtrauchenden Rauchpatrone. Hm.

Der Stern schräg unter mir driftet strahlendbunt über dem dunklen Wald dahin, und als sie separieren und öffnen, mache ich – ein paar 100m weiter oben – auch gleich auf, um mir in aller Ruhe die Landungen der anderen zu betrachten. Thomas hat noch eine Ersatz-Rauchpatrone unter der froschgrünen Kombi, und die wirft er im Landeanflug & sie raucht uns gut sichtbar die Windrichtung, gleich neben dem geheimnisvoll dunkel & tief aussehenden Alpenteich.

Na gut dann. Als Vorletzte (Da hat jemand einen schönen großen Schirm) ziele ich und lande, leicht bergauf und ärschlings bremsend, aber angesichts der Höhe & meiner Bedenken doch ziemlich elegant & nahe bei der Gruppe. Raffe eilig meinen Schirm zusammen (ein ausgebreiteter Schirm würde dem Piloten beim folgenden Überflug sagen, dass wir Hilfe brauchen) und schaue in die ruhige bergige Sunsetgegend. Da kommt auch schon die Pink hinter dem Hügel vorgeschossen und Dieter schaut genau, aber alle sind wohlauf und auf den Beinen.

Dann packen, recht kühl ist es hier oben und ein paar Alpengräser bleiben beim Packen in den Leinen hängen. Meine Bedenken, dass wir die heilige Ruhe der Bergwelt stören, verschwinden, als eine Gruppe von Endurofahrern über Stock & Stein gebraust kommt & schließlich eine Runde durch den See dreht, der deutlich flacher ist, als er aussieht.

Nach dem Packen eine kleine Wanderung, etwa 15 Minuten bis zur Hütte, wo das kühle Abendlicht uns den Weg zum wärmenden Schnaps zeigt. Heute hat sich nicht nur der Wetterhahn gedreht, sagt Mike, der Hüttenwirt, heute hat auch die Lärche versucht, sich zu ducken. Das glauben wir alle gern, nach dem 2. Schnaps. Na dann! Her mit den Knödeln. Schön war’s!