Krems – Cessna 206/3425m – Solo
Öffnung: 0825 | Freifall: 52s
avg: 187km/h | max: 277km/h

Die Jungs von der Matrix üben heftig für die Staatsmeisterschaft, und an Tandems herrscht auch kein Mangel. Ich bin zu verwöhnt, um mich in eine C-206 mit zwei Tandems zu quetschen, daher warte ich geduldig auf eine Soloload – die dann fast nicht mehr zustande kommt, weil es schon Abend wird. Eli hat ein Einsehen und füllt den letzten Platz mit sich selbst.

Vermeintlich klüger geworden, setze ich mich diesmal nicht neben die Tür (wo es besonders eng ist), sondern nach hinten, auf die „billigen“ Plätze, wo man sich beim Start heftig nach vorne beugen muss, um das Abheben nicht zu gefährden. Nach dieser Turnübung hat man allerdings reichlich Platz und den gemütlichsten Sitz der Load. Dachte ich. Stimmt ja auch, nur dass ab ca 2000m Steighöhe sehr deutlich wird, dass die Fetzentür nicht wirklich dicht ist. Unerwartetes Frieren ist die Folge.

Als ich dann, so gegen 2500m, bemerke, dass die entstehende Zugluft keineswegs ein Gegenmittel bei Verstößen gegen das obenstehende Verbotsschild darstellt, erscheint mir der Steigflug schon ziemlich lang. Entschädigend wirkt die Aussicht; eine tiefstehende Sonne glitzert auf den Donauschlingen und auf den letzten Wölkchenresten.

Trotzdem herzerfrischend immer wieder die lautstarken „TÜRE!!!“- und „EXIT!!!“-Schreie des Piloten. Vollprofis wie Eli glauben das natürlich nicht unbesehen, sondern überprüfen die Position nochmals, um sie mit einem kräftigen Nicken zu bestätigen. Also Exit. Als Dritte wiederhole ich den Beinbaumel-Exit, diesmal vertraut mit der folgenden Rolle, die ich am Rücken stoppe und dem Flieger nachschaue. Ich liebe das. Es gehört viel mehr am Rücken geflogen! (Gibts eigentlich Rücken-RW?)

Dann der Aussicht halber wieder auf den Bauch gedreht und vor lauter Begeisterung wieder nicht einmal zu sitzen versucht. Ein Salto aus reinem Übermut, und ein Stück rübergetrackt, und viel zu früh kommt die Öffnungshöhe, nette Öffnung, auch der Höhenwind hat nachgelassen, also gemütlicher Anflug auf die Landewiese, bis zu meinem Erstaunen unten auf der Rollbahn ein Flieger startet.

Ich bin noch reichlich hoch genug, 3 allerdings schon tiefer, aber alle haben’s gesehen, und die Aufteilung des Luftraums ist unproblematisch. Als allerdings hinterher schon der nächste Flieger an den Start rollt, überlege ich kurz ein Ausweichen auf die hintere Wiese; könnte sich gerade noch ausgehen – aber „könnte“ und „gerade noch“ hören sich nicht besonders gut an, daher bleibe ich dabei, auf der rollbahnabgewandten Wiesenseite. Alles bestens. Nur leider fliegt die Absetzmaschine dann schon wieder heim.