1. Anna Katharina Hahn, Kavaliersdelikt – Hab ich verschlafen, wird ev. nachgereicht. (Derweil ist aber der Serverstream überlastet…)

2. Wolfgang Herrndorf Diesseits des Van-Allen-Gürtels
Zuerst scheint mir der Text überbanal, Epigone der auch schon wieder totgesagten Popliteratur, je weiter er fortschreitet, desto mehr zieht er durch die Glaubwürdigkeit seiner Figuren. Außerdem eine Geschichte, die endlich einmal auf die Gegenwart eingeht, das erste Mal, dass ein Wort wie “Usenet” die heiligen Klagenfurter Hallen erreicht. Immerhin. Das schönste ist der Schluss, aber das liegt wahrscheinlich an mir.
Jury: Frau Radisch verrennt sich wieder mal in eine fixe Idee; der Rest reagiert weitgehend erwartbar.

3. Juli Zeh – Nichts ist schlimmer als Unversehrtheit
Ein Haufen schiefer Metaphern, von der Autorin brutal an den Haaren herbeigezogen wie die Gruftie-Göre von den pubertierenden Jungs. Ahem.
Jury: Herr Detering spricht mir aus der Seele.

4. Dorothea Dickmann – (Ausschnitt aus “Guantanamo”)
– Darf sich Literatur denn mit etwas beschäftigen, das stattfindet, über das man aber tatsächlich nichts weiß?
– Literatur darf alles.
– Dürfte dann Literatur auch die Wärter verteidigen?
– Im Prinzip ja. Würde aber wohl kaum ankommen.
Schade, dass der in sich grandiose Text durch solche Fragestellungen durch muss.

5. Simona Sabato – Beginn eines Romans
Nur weil ein Text nicht leicht verdaulich ist, muss er noch lange nicht gut sein. Lose Texte sollten zumindest Wortcharme haben. Interessanter Ansatz, an der Umsetzung haperts.
Jury Wer war denn das? Wenn der Text natürlich “jazzhaft” ist, ist es kein Wunder, wenn er an mir vorbeigeht.

6. Sandra Hoffmann – Den Himmel zu Füßen
Als Text weder besonders schön noch inhaltlich herausragend, erweckt er doch das gute alte Gefühl: dass alles andere verblasst neben der Notwendigkeit, Geschichten zu erzählen.

7.  Rolf Schönlau – Nummer 9
Da sag ich jetzt nichts dazu. Und zwar nicht aus Begeisterung.