Außenlandung Chebika

Tozeur – Skyvan/4375m – Solo
Öffnung: 1350 | Freifall: 63s
avg: 195km/h | max: 221km/h

Was ich immer schon wollte, aber mich noch nie traute – jetzt ist es soweit. Es geht nach Chebika. Ich schleiche etwas herum und höre mir alle 4 Briefings an. Überlege, den auffrischenden (lies: vorher nicht und jetzt kaum vorhandenen) Wind als Ausrede zu benutzen. Aber nix. Jetzt wird rübergeflogen.

Unförmig wegen vorsichtshalber druntergezogenem Nach-Sunset-Pullover, der mich in der schön geheizten Skyvan erstmal ins Schwitzen bringt. Die Load ist “all Smiles”, fast alle wollen etwas höher öffnen, teils um das Panorama zu genießen, teils um sich das Landeareal in Ruhe anzusehen, ich auch, wegen beidem.

Fensterblicke enthüllen fremde Gegend, wie gut, dass wir ein paar Auskenner dabeihaben, die wissen, wann es soweit ist.

Die Vordermänner und -frauen verschwinden ins unvertraute nichts, und ich hätte ob des wunderschönen Ausblicks beinah den Exit vergessen…

Am Bauch liegen geblieben, und zwar ganz flach, und während des Panoramaflugs mal kurz daran gedacht, es doch mal mit einem Birdman zu versuchen. Dann gar nicht mehr gedacht und nur mehr sehr glücklich weite Kreise gezogen.

In sicherer Entfernung von allem, was sich da oben sonst noch so bewegt, den Schirm gleich beim ersten Piepser gezogen, Jeeps und Landestelle schon aus dem Freifall erspäht, die vielbesungene Stromleitung dagegen nicht; erstmal bergwärts geflogen, aber nicht so weit wie mein wagemutiger Vorder- bzw. Untermann. Alles sehr zivilisiert hier, die Rauchpatrone war deutlich zu sehen, also soweit alles im grünen Bereich. Grün genug, um nochmal kreisend die Gegend zu bestaunen und sich dann gemütlich defensiv gen Landepunkt sinken zu lassen, einige sind schon unten, ich beweise ohne groß drüber nachzudenken, dass ich doch halbwegs zielgerichtet landen kann (lies: vor allem, wenn ich nicht groß drüber nachdenke); zehenspitzig übrigens auch. Da kommt schon die Pink, um nach dem rechten zu sehen; Thomas zieht sie niedrig in den Canyon hinein, und während ich sehr strahlend den schnellsten Packjob meines Lebens hingelege, weil die Sonne sich schon verdächtig neigt und der Biervorrat da drüben unerwartet schnell schwindet, kommt der Vogel noch um einiges niedriger wieder aus den Bergen – Andrea am Kopilotensitz, ich glaube fast, ich kann das Weiße in ihren Augen sehen.

…und wie das Fussballmatch ausgegangen ist und wie wir trotzdem gut heimgekommen sind, steht hier.