Aspersdorf – Skyvan/4425m – Solo
Öffnung: 800 | Freifall: 64s
avg: 219km/h | max: 278km/h

Langsam wird es Abend. Die vorletzte Load ist nicht ganz voll (obwohl auch fast), Wuzi verabschiedet sich wieder auf 1000m (naja, Anflugsbedingt eher auf 1300), die Freeflyer albern rum. Ob ich auch mit seinem Helm sprechen wollte, fragt einer, der sieht, wie ich mein Hauberl ans Ohr halte, um das Protracksignal zu checken. Ha-ha! (Obwohl, warum nicht? ;) )

Ich denke über einen Spezial-Exit nach, studiere die Abziehbilder an der Innenwand und frage mich, warum der Boogie denn schon dem Ende zugeht, jetzt, wo ich in Fahrt bin. Jaja, irgendetwas mache ich falsch.

Wieder recht früh mache ich mich fertig (und denke dabei, wie verwöhnt man doch wird durch den vielen Platz im Flieger). Rot, weiß, grün. Ich pfeife auf den Spezialexit und lasse mich gestreckt rausfallen. Habe ich schon mal erwähnt, wieviel Spass das macht, sich ein paar Mal gestreckt zu überschlagen – und wie bescheuert das vermutlich aussieht? Irgendwo habe ich das sicher schon erwähnt.

OK jetzt aber richtig: hingesetzt, die Knie nur auf 90° gebeugt, und jetzt drehen wir doch mal…. Wir (mein Hirn und ich) drehen. Und sehen dabei, wie schön der herbstliche Flaum doch in der tiefstehenden Sonne glitzert, und wie die einzelnen Dichtwölkchen malerische Tupfen in die Gegend setzen. Halte trotzdem zwei 360°-Drehungen durch, eine nach Links, eine nach rechts, alles easy, und werfe mich dann erst auf den Bauch, knapp über zweitausend, wo die Dunstschicht, die von oben wie von unten halbtransparent ist, gegen die Sonne plötzlich ein schimmerndes Feld wird. Es ist ein höchst wortloses Glück, und dann drehe ich horizontal und vertikal, niemand weit und breit, dieses Licht!

Schirmzeit, perfekt-weiche Öffnung, jetzt nur nicht hudeln. Drehe einen weiten Kreis über der Landschaft, hmhm, da links will einer ins Pattern, und rechts schraubt sich einer an mir vorbei runter, alles andere weit oben oder weit unten. Alles easy, alles schön.

Der Wind hat nachgelassen und tendiert gegen null, was mich freut. Jaja, ich weiß, REAL Skydivers haben gern ein bisschen Wind… aber ich genieße die Flaute und laufe lieber ein paar Schritte beim Aufsetzen, damit kenne ich mich aus und komme näher ans Ziel und lande zum dritten Mal hintereinander auf den Füßen auf statt auf dem Arsch, was mich dann doch sehr beruhigt.

Zu schade, dass das schon alles war. Für diesmal.