Krems – Cessna Grand Caravan – Solo

Reichlich nervös von gestern bin ich nahe daran, auf diesen Sprungtag zu pfeifen. Aber das ist von allen Varianten die Schlechteste, nichts wie nach oben mit mir, die Zeit würde alles nur noch schlimmer machen. Ich leihe mir einen Schirm (Falcon 195) von Eli und schaue, dass ich in den Flieger komme. Dauert aber ein bisschen, schliesslich will ich zumindest ein paar Bekannte um mich haben. Nach langem wieder mal in einem Flieger mit Markus, Diana und Jürgen. Das macht gleich zuversichtlicher. Bin ohnehin nervös genug. Dass der Pilot im Steigflug einmal das Gas wegnimmt, macht es auch nicht gerade besser. (Ein ganz gewöhnlicher, kurzer Hold wegen einer querenden Maschine, erfahre ich später, bin aber in dem Moment überzeugt davon, dass gleich jemand etwas wie „emergency Exit“ schreien wird.) Auf 3500m bin ich wieder mal ein Nervenbündel. Hatte schon vergessen, wie das ist. Aber im Unterschied zu früher denke ich jetzt: Nichts wie raus hier! Wie sich die Dinge doch ändern. Ich atme tief und konzentriert und bin bis zur Ausstiegshöhe wieder halbwegs ruhig.

Diesmal achte ich darauf, genügend Raum zum Vordermann zu lassen, aber es schreit auch keiner. Versuche den Tipp, den ich am Boden gekriegt habe, in die Tat umzusetzen: Beim Ausstieg nach rechts drehen, dann ist der Seitenwind dein Freund. Naja, geht so. Überschlage mich trotzdem, bleibe kurz auf dem Rücken liegen und nehme dann Sitfly-Position ein. Versuche es zumindest. Geht ein paar Sekunden gut, dann gibt es einen heftigen halbseitlichen Salto. Das war zwar ziemlich lustig, aber als ich zum Stabilisieren auf dem Bauch liege, bemerke ich, dass meine Beingurte ein bisschen gewandert sind.

Daher sehe ich von weiteren Experimenten ab und bleibe liegen. Was solls. Ist ohnehin zu heiß zum Arbeiten. Und demnächst habe ich mein eigenes Gear, das dann genau passt und nicht mehr verrutscht und…

Zeit zum aufmachen. Schade eigentlich. War gerade so nett.

Hatte schon vergessen, wie anstrengend es ist, so einen großen Fetzen zu fliegen, verschätze mich kräftig im Landeanflug und lande im Weizenfeld. Aber was soll’s. Das war schön. Das hat Spass gemacht.