Krems – Cessna Grand Caravan – Solo

Schade, dass du gehen mußt… Aber einer geht sich noch aus. Einer zum Entspannen. Einer zum Abhängen. Das brauch ich. Muß einfach sein.

Langsam habe ich mich auch an die Maschine gewöhnt, ecke nirgends mehr an beim Einsteigen und Platz nehmen. Es folgt ein gemütlicher Ritt auf 4200m, ohne Schocks selbst für höchst schreckhafte Wesen wie mich. Weil ich noch immer das fremde Gear trage, habe ich mir eigentlich nichts vorgenommen. Als ich dran bin, versuche ich den Exit auf meine spezielle alte Weise: Einfach in die Tür stellen und nach vorne kippen lassen, ohne besondere Kraftanwendung.

Das passt, und ich stelle erstaunt fest, dass ich relativ stabil mit dem Kopf nach unten liege, unglaublich geil, die Erde über – unter – meinem Kopf, und ich bleibe so, anstrengungslos für ein paar Sekunden, immer schneller, und (wenn du so bleiben willst, musst du die Füße auseinandernehmen, denke ich) ich schiele auf den Höhenmesser, das war die falsche Bewegung, wie eine fallende Feder pendle ich mich auf die Bauchlage ein. Strecke das Kreuz durch und lasse den Bauch hängen, war ja nicht anders geplant, und ich bin froh und glücklich und ganz da und ganz bewußt, das ist es was ich wollte und ich habs gekriegt.

Öffnungshöhe, und ich greife und ziehe und das Ding will nicht herauskommen, oh shit, denke ich, nicht schon wieder die Reserve, aber relativ ruhig und ich denke ganz klar: einmal noch, dann gilt Plan B! Und ich ziehe nochmals kräftig und der Hilfsschirm kommt raus und in der Öffnung denke ich: Jetzt weißt du, warum du das Dingens nicht irgendwie reinstopfen sollst, aber ich lache dabei.

Auch der Schirm ist beim zweiten Mal leichter zu bändigen, trotzdem überschätze ich meine Sinkgeschwindigkeit und fürchte im Landeanflug kurz, mit dem betonenen Taxiway Bekanntschaft zu machen, aber mit eingezogenen Beinen komm ich noch drüber und setze mich beim Aufsetzen erleichtert auf den Hintern.