Tozeur – Skyvan – Level 1

Na dann. Ich habe geheult, ich habe gejammert. Ich habe allen, die es hören wollten, und allen, die es nicht hören wollten, erzählt, dass und warum ich nie wieder aus dem Flieger springen will. Einen ganzen Tag lang. Und dann, einen Tag darauf, schleiche ich ins Schulungszimmer und frage, ob vielleicht doch noch jemand Zeit für mich hat. Vorsichtig. Beiläufig. Blamiert bin ich schon, was kann jetzt noch passieren?

Zu einem Sprung habe ich mich noch durchgerungen, einem einzigen. Denke ich. Ein einziges Mal allein fliegen… Allein? Mit Pit auf der einen und Klaus auf der anderen Seite? Naja, etwas anderes als ein Tandem ist es allemal.

Also wieder ein nervenzerreißender Aufstieg auf viereinhalbtausend Meter. Alle sind unglaublich nett zu mir. Sanfte Worte meiner Jumpmaster. Ermunternde Daumenhochs der 20 erfahrenen Fallschirmspringer im Bauch der Skyvan. Nutzt alles nichts. Ich zittere.

Die Tür geht auf. Die anderen springen nach und nach. Die Skyvan erbebt bei jedem Absprung. Wir sind die letzten, und ich lasse mich in die Tür bugsieren. Einzählen, Sprung.

Kaum draußen, ist die Panik weg. Ich zeige zwar nicht das beste aller Hohlkreuze, aber mein Programm ist OK. Die Höhenmesserchecks, die Scheingriffe zum Öffnungsgriff, beim ersten Mal mit etwas Hilfe, dann wieder Höhenmesser. Bin sehr erstaunt, dass wir noch über 3000m sind. Dann also entspannt fallen. Bin so begeistert von mir und vom Schauen, dass ich die Höhe etwas aus den Augen verliere. Mit dem ausgemachten Zeichen bedeutet mir Pit, ich soll auf den Höhenmesser schauen. Dann abwinken und ziehen.

Bin außer Atem, also habe ich wohl den häufig angesprochenen Fehler gemacht, im Freifall die Luft anzuhalten. Der Schirm geht auf. Geflogen bin ich. Jetzt schwebe ich, und lande. Glücklich.