Krems – Cessna Grand Caravan/4200m – Solo

Leider schon spät, und es geht sich nur mehr ein Sprung aus. Und leider verkalkuliere ich mich und erwische nicht den Sunset, sondern die davor. Aber auch schön…

Der Aufstieg läßt staunen: Wie der Himmel, der von unten strahleblau erscheint, eine Dunstschicht tragen kann, so dass man von oben nur schwer auf den Boden sieht. Wie man beim Bergaufkreisen in Wolken geraten kann, die dann wie abgeschnitten enden. und wie die Welt, das Leben, so schön sein kann und ob das so schön überhaupt sein darf.

Im Flieger eine Tandempassagierin, die es gar nicht fassen kann, und ringsrum rennt der Schmäh, und dann dreht sich der Pilot um und sagt: Am Schirm bitte aufpassen, da sind Ballone, und jemand sagt: „Na, die sind doch ohnehin zu groß zum übersehn“, und alles lacht, aber der Witz funktioniert wohl nur auf 4000m.

Also raus, und wieder wollen wir sitzen… Überschlag und: sitzen! – und überschlag – wollte ich etwa sitzen? wieder falle ich ganz automatisch auf den Bauch und dann bleibe ich dort, irgendwie zufrieden, fühle mich schneller als sonst, und oben ist viel Zeit und viel Platz, keine Lust mehr, etwas anderes zu tun als… ganz entspannt zu fallen.

Und dann am Schirm, der Slider hängt wieder oben, aber nicht lang, und mit dem jetzt schon etwas bekannteren Schirm kreise und drehe ich und betrachte die Ballone, die unten gerade aufgeblasen werden, es sind nicht zwei sondern 5, und das Abendlicht wird immer goldener, und das ist mein Platz und das ist meine Welt und das ist mein Leben, und die Landung: wäre eine Punktlandung. Wenn es einen Punkt gäbe.