Sillian – Skyvan/3850m – Solo
Öffnung: 1100 | Freifall: 54s
avg: 193km/h | max: 206km/h

Das wollen wir doch gleich nochmal. Perfekt heute das Timing der Loads: Landen, Packen, ein Schluck Wasser und eine Zigarette in der Hängematte, dann der nächste Aufruf.

Brav, wie ich den Zeitangaben folge, bin ich immer unter den ersten im Flieger. Hinter der offenen Heckklappe steht sehr ernst und interessiert ein einheimischer Bauer, der uns betrachtet, als wären wir eine völlig neue Rinderrasse, die es abzuschätzen gilt.

Dann kommen die anderen herangetröpfelt, Wolf diesmal mit einem Tandem, dazu Wuzi als Videomann, die Dänen und die Relativgruppe und just about everybody. Sogar Inga, frisch operiert, legt das Gear an, allerdings nicht um zu springen, sondern um von einem Platz in der ersten Reihe die Exits und die Gegend zu fotografieren.

Scherzen am Boden, Schweigen in der Luft, die Motoren sind ohnehin laut genug. Diesmal kann ich nicht als letzte Aussteigen, da ist ein echter Schüler und das Tandem, aber egal, sollen die anderen auch was von dem Pink-Anblick haben. Heute kein Anlauf, nur ein Schritt mit dem daraus resultierenden langsamen Überschlag, ich sehe Inga mit erhobener Kamera und denke mir, verdammt, jetzt habe ich aber saublöd dreingeschaut. Dann aber umdrehen und die ganze Bergwelt liegt sonnenbestrahlt vor mir wie ein verspätetes Geburtstagsgeschenk. Und genau das ist es, denke ich, nicht Können und nicht Macht, sondern ein unglaublich großes Geschenk jedes Mal wieder; und dann denke ich nicht mehr und versuche, wieder schneller zu werden, irgendetwas bremst mich diesmal, dazu brauche ich nicht erst am Boden aufs Protrack zu schauen, das merke ich schon während des Falls.

Ach ja, ich wollte mir ja nochmal genauer die Alm anschauen, auf der am Abend gelandet werden soll, etwas höher ziehen, und es ist kein schwieriges Gelände, wie’s aussieht, nur an den Seen vorbeizielen (könnte kalt werden, wenn das danebengeht) und ein bisschen hügelig ist es schon, aber durchaus zu schaffen… wenn nicht 1000 Höhenmeter dazukommen würden, die mir mit meinem Schirm doch Sorgen bereiten, ich denke, ich lasse es bleiben.

Zum ersten Mal stört mich das Flattern meines Sliders, und ich strecke mich nach oben und raffe ihn zusammen und dann ist es still, kurz, dann ein Zischen! das ist Wuzi, der mich lachend mit der Kamera umkreist. Dass meine Beinhaltung nicht die eleganteste ist, ist mir klar, aber lustig ist es trotzdem, er winkt und verschwindet, und ich ziehe einen weiten Kreis und gehe in den Landeanflug über, die Pink kommt grade rein: Na gut, dann lande ich ein bisschen weiter vorn, schließlich ist in den Bergen ohnehin Wandern angesagt. Und wieder schaffe ich die Landung geradlinig und stehend, ganz wunderbar.