Krems – Cessna Grand Caravan/4000m – Solo
Öffnung: 0875 | Freifall: 65s
avg: 188km/h | max: 232km/h

Endlich wieder ein Sonntag, an dem der Nebel nicht auf dem Gemüt liegt. Im Gegenteil: Strahlender Sonnenschein! Da hilft nichts, da muss man doch…

Und ich bin nicht die einzige, die das gedacht hat: Am Flughafen Krems summt es wie in einem Bienenstock. Das ist gut so, denn schnell füllt sich das Finerl mit Load auf Load. Kühl ist es, obwohl’s so schön ist. Aber dankbar für die Sonne sind wir trotzdem. Der erste Flieger, den ich besteige, ist nicht ganz voll, und so kann man in die Gegend schauen. Beim Hochkurven wunderbare Blicke über das herbstgelbe Land. Wo’s bergiger wird, liegt doch Nebel: Wie ein Schleier über den dunklen Spitzen. Die Donau ungewohnt glatt.

Das wird mein zweiter Sprung mit Handschuhen, die habe ich seit März nicht mehr gebraucht. Viel hatte ich mir nicht überlegt zu dem Sprung, nur dass ich alleine gehen wollte. Beim Rausschwingen denke ich mir: Na, dann sitz mal schön! Aber wie ich so meine Stabilität suche, gerate ich plötzlich mit dem Kopf in Abwärtslage, und ich beschließe, es einmal mit dem headdown zu versuchen.

Gedacht, getan. Trackingposition, mittig abknicken, und… die Post geht ab. Genial. Die bunte Welt über unter mir, und schnell wird das! Verdammt schnell! Und halten kann ich’s auch, für ein paar Sekunden zumindest.

Jetzt noch die Beine so elegant abwinkeln, wie ich es gesehen habe… nein, das war wohl verkehrt, ich kippe ins Tracking zurück. Nochmal! Aber das war zu forsch, und es wird ein Salto draus.

Na gut, ich bremse mich auf den faulen Bauch ein und werfe einen Blick in die Gegend, das Licht ist unglaublich schön, und schon ist es Zeit zum aufmachen… Kurzer Gedanke an die Handschuhe, aber kein Problem, und gewohnt majestätisch entfaltet sich orange-gelb, der ist bestimmt genau so froh wie ich, wieder einmal an die Luft zu kommen!

Wir kreisen dahin, und die Landung wird leicht schief, aber noch sauber.