Krems – Cessna Grand Caravan/3925m – Solo
Öffnung: 0850 | Freifall: 64s
avg: 172km/h | max: 203km/h

Die Tage sind schon sehr kurz, und wegen zwischenzeitigem Tankaufenthalts zweifle ich, ob es mir nicht schon zu finster wird. Aber die Sonne ist noch da und begleitet uns mit ihrem Spätlicht bis zur Exithöhe. Die Nebelschleier zwischen den Bergen erstrahlen jetzt in RotGold, und fast tut es mir leid, nicht dort aussteigen zu dürfen, ein bisschen Surfen auf den weichen Wogen, aber das wäre natürlich wenig ratsam. Weniger deutlich jetzt die Landschaft, die Sonne reicht nicht mehr bis unten, aber wir hier oben dürfen sie noch sehen. Als die Tür aufgeht, weht ein eiskalter Luftschwall herein, und bis dahin war’s auch nicht gerade tropisch.

Eigentlich wollte ich ja noch einmal diese Headdown-Sache weiterverfolgen, mache ich auch, direkt mit Schwung als letzte aus der Tür (Die Tandems sind zuerst gegangen, wollten wohl nicht so lange im kalten sitzen) und mit dem Kopf nach unten, aber dann sehe ich am Horizont diesen rotglühenden Traum von Sonne, diesen Sprung darf man nicht abkürzen, im Gegenteil: Für diesen Anblick ist bremsen angesagt: Und ich strecke alle Viere von mir, und während ich dieses Schauspiel gebührend genieße, pfeift der Wind eisig durch Schuhe und Handschuhe, aber das ist es durchaus wert: Das und noch viel mehr!

Und dann ist Schirmzeit, die Sonne geht unter in diesen kurzen Sekunden zwischen Ziehen und Schirmöffnung und ich schraube mich nach unten, schnell landen, sonst ist’s zu kalt!

Und zwar so kalt, dass ich meinen Schirm ungepackt in den Sack stopfe, nichts wie ins Warme, packen kann ich auch zu Hause.