Krems – Cessna Grand Caravan/4425m – Solo
Öffnung: 0900 | Freifall: 72s
avg: 188km/h | max: 208km/h

Es ist kalt. Kalt aber strahlend sonnenschön. Da sollte man doch noch einmal… Also auf nach Krems.

Nur die härtesten kommen bei diesen Temperaturen, und das ist ziemlich genau die Anzahl an Springern, die nötig sind, um eine Load zu füllen. Und weil die Luft so schön und klar ist, beschliesse ich, mich wieder einmal bäuchlings aus dem Flieger zu werfen, alleine, um mir die Gegend anzuschauen.

Der Aufstieg geht schneller als gewohnt, weil das Finerl ihren Ballast losgeworden ist: Die Gepäckkiste am Bauch. Und schon im Flieger wird trotz Heizung klar, dass die Anschaffung einer Thermokombi für solche winterliche Abenteuer von Vorteil wäre.

Hoch hinaus geht’s heute, und der kalte Luftschwall bei der Türöffnung hat einen sehr zuverlässigen Weckeffekt. Ein Dreier und ein Zweier am Bauch, schon bin ich dran. Mit Schwung ins kalte Draußen, und die Landschaft wartet. Sehr gemütlich liege ich da und schaue mir das Panorama an, drüben über den Bergen wieder dieser weiche weiße Flaum, wie eine Szene aus Arachnophobia. Der glitzernde Fluss, der als Band von oben nach unten vorbeizieht, verschwindet darin. In die andere Richtung, dort wo die Sonne nicht ist, sieht man in der klaren Luft unglaublich weit über Land.

Gegen das weiße hin zwei Silhouetten, das müssen Markus und Diana sein, ich seh ihnen ein Stück weit beim Tanzen zu, bevor ich aus reinem Spass ein Stück in die Gegend tracke.

Dann Zeit zum Öffnen, nochmal gut umgeschaut ob sich nicht jemand von den Freifliegern in meinen Luftraum verirrt hat, aber die Luft ist rein, also raus mit dem Schirm. Der meint, es ist Zeit für etwas Abwechslung, und geht nicht gewohnt gemütlich sondern sehr plötzlich auf, Wups! und das Wort Öffnungsruck kriegt eine völlig neue Bedeutung. What the hell, ich hab doch gepackt wie immer?

Egal, widmen wir uns dem mit Handschuhen etwas schwierigen Geschäft der Steuerschlaufen. Als ich sie endlich habe, kurve ich erst einmal schnell und dann langsamer in diesem Winterlicht, und trotz eingefrorener Finger war es nach der gemütlichen Landung wieder einmal sehr schön.